Mit dem Wohnmobil durch Italien

Tag 11 Sferracavallo

Ein kleiner Fischerort, an dem der Tourismus bisher scheinbar vorbeigefahren ist. Ein kleiner Stellplatz unter uralten Olivenbäumen für maximal 20 Wohnmobile. Zu Fuß erreiche ich den kleinen Fischereihafen, nur wenige Kilometer vom Strand entfernt erheben sich imposante steile Berge.

 

Die Menschen sind freundlich und entspannt und sehr hilfsbereit. Als ich morgens den Bäcker suchte, hatte einer der Männer die vor einem Stand mit frischem Fisch standen, genügend Zeit mit mir um die Ecke zu gehen und mich zum Bäcker zu bringen. Einem Fischer schaute ich neugierig dabei zu wie er auf einem kleinen Tisch am Straßenrand ein Netz mit frischen Seeigeln bearbeitete. Er schnitt sie mit einem Messer auf, eine Hälfte wurde weggeworfen und aus der anderen Hälfte wird mit einem Löffel der rohe Seeigel gegessen. Natürlich durfte/musste ich auch probieren – es schmeckte richtig gut.

 

Tag 10 Fähre

Die Fähre entpuppt sich als riesiges Hotelschiff und so habe ich eine schöne Kabine mit einem großen Fenster und Blick aufs Meer. Die Fahrt ist ein wenig eintönig, rechts Meer, links Meer und hinten und vorne auch. Die Mahlzeiten und das Ambiente der Restaurants erinnert mich ein wenig an die Uni-Mensa. Leider gibt es auf Deck keine Sitzgelegenheiten oder gar Liegestühle, was bei dem überwiegend sonnigen Wetter besonders schade ist.

Dann endlich taucht Sizilien am Horizont auf.

Leider gibt es unter Deck bei der Ausfahrt noch einen Autounfall, die Auffahrt wird gesperrt und die Polizei wird gerufen um die Situation zu klären. Also noch ein bisschen länger warten. Nur gut, das ich mir ausnahmsweise einen Stellplatz vorgebucht habe, denn es ist inzwischen dunkel geworden und auf suchen hätte ich jetzt keine Lust mehr.

 

Tag 9 Genua

Eine große Stadt, eine Hafenstadt, chaotisch, hupend, laut. Aber auch eine Altstadt mit vielen verwinkelten engen Gassen, Wäsche die aus den Fenstern hängt, kleinen Bars und Restaurants, bunt, gemütlich, romantisch, morbid.

Am späten Nachmittag fahre ich dann in den Fährhafen

und musste einige Stunden warten bis es dann endlich los ging.

 

Tag 8 Genua

Nur noch wenige Kilometer und ich bin in Italien. Während es gestern auf der nördlichen Seite des Gotthard noch einstellige Temperaturen hatte, lacht heute die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel. Genua reizt mich jetzt nicht wirklich sehr, eine große laute Hafenstadt. Ich fahre an der Küste entlang ein paar Kilometer in westliche Richtung bis Vesima und suche mir einen Stellplatz direkt am Meer, lege mich in die Sonne und lasse mich von der Brandung einlullen.

 

Tag 7 Gotthard-Tunnel

Es wird Zeit, das ich mich von den Freunden und von Freiburg und dem Schwarzwald verabschiede. Am späten Nachmittag fahre ich los, die Autobahn durch Basel ist wirklich nicht sehr schön und ich vermeide auf jeden Fall auch nur einen Kilometer zu schnell zu fahren, denn in der Schweiz wird viel geblitzt und es ist sehr teuer. Kurz hinter dem Gotthard-Tunnel wird es dunkel und ich suche mir einen ruhigen Schlafplatz und genieße noch ein wenig die Aussicht auf die schneebedeckten Berggipfel.

 

Tag 6 Freiburg – Kander

Im südlichen Schwarzwald, nahe der schweizer und der französischen Grenze liegt das kleine Städtchen Kandern. Ein Attraktion, die sowohl Einheimische als auch Touristen aus der näheren und ferneren Umgebung anlockt ist die Kandertalbahn, ein liebevoll restaurierter Museumszug mit dem ich einen Ausflug in das ein paar Kilometer entfernte Nachbarstädtchen mache.

Ganz in der Nähe liegt etwas versteckt das kleines Bauerncafe Café Inka.

Es gibt nicht nur leckere Schwarzwäler-Kirsch-Torte, sondern auch eine Überraschung.
Als das Gebäude 1988 renoviert wurde fand man unter der Wandverkleidung eine Tapete aus dem Jahre 1819 einer Pariser Tapeten-Manufaktur, die Szenen aus dem Leben der Inkas zeigt.

 

 

Tag 5 Freiburg

Fauler Tag ohne Program.

 

Tag 4 Freiburg – Belchen

Die Sonne schein, die Vögel zwitschern, ideales Wetter für eine Wanderung auf den Belchen. Er ist der vierthöchste Berg des Schwarzwald und liegt am sehr schönen Münstertal. Vom Gipfel aus habe ich einen tollen Rundumblick über einen Großteil des Schwarzwald, die Vogesen und den Jura in Frankreich und bei dem tollen Wetter das ich heute habe, kann ich auch weit in der Ferne die Zugspitze und den Mont Blanc erkennen.

 

Tag 3 Freiburg – Breisach

Heute mache ich einen Ausflug nach Breisach, einem kleinem Städtchen am Oberrhein, geprägt durch das Stephansmünster aus dem 12. Jahrhundert, der Brücke über den Rhein als Zugang zum Elsass, ein großes Freilichttheater und sehr vielen Kunstobjekten die mir überall begegnen.

 

Tag 2 Freiburg

Nach Freiburg ist es von Darmstadt aus dann nicht weit. Vor 40 Jahren habe ich hier gelebt und ich liebe diese Stadt immer noch sehr. Um das Freiburger Münster herum drängeln sich die Touristen, in der Innenstadt sind einige alteingesessene Geschäfte Ketten gewichen, aber abseits der Touristenströme, während ich gemütlich an den Bächle entlang durch die kleinen Gässchen bummele, genieße ich hier und da die badische Küche und den badischen Wein.

Kein Geheimtipp mehr, aber von der Straße nicht zu erkennen und daher fast touristenfrei, ein neues Restaurant über den Dächern von Freiburg, das SKAJO. Ich finde sofort einen Platz und genieße die Aussicht über den Marktplatz mit dem Münster und die alten Stadttore bis weit in den Schwarzwald hinein.

 

Ich besuche Freunde aus alten Tagen und es gibt abends in der Straußenwirtschaft bei Schäufele und Spätburgunder viel zu erzählen. Hier bleibe ich ein paar Tage.

 

Tag 1 Darmstadt

Endlich ist es soweit, mein Abenteuer kann beginnen. Das Wohnmobil ist bepackt und betankt. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, aber notfalls habe ich ja eine Kreditkarte und ich fahre ja auch nicht ans Ende der Welt.

Mein erstes Ziel ist gar nicht so weit weg. Meine Tochter lebt in Darmstadt, hat dort ihre erste Wohnung und den ersten Job. Das möchte ich mir natürlich alles anschauen.

Das Stadtbild wird durch die vielen Studenten geprägt, jung und bunt. Rund um das Schloss gibt es viele gemütliche Kneipen. Natürlich musste ich auch Handkäs mit Musik probieren – sehr lecker!

 

Planung

Bald geht es los, ich feile noch an der Planung. Mein Ziel ist der südlichste und nördlichste Ort Italiens und dazwischen viele nette Menschen kennenzulernen, schöne Orte und Strände und Berggipfel zu finden, typisch italienische Köstlichkeiten zu genießen und ganz viel mehr. Ich freue mich schon sehr.

Dortmund – Zeche Zollern ****

April 2019

Die Zeche Zollern, eine Ikone der Industriekultur, hat mich schon länger interessiert, aber erst heute komme ich dazu, diesem wunderschönen Jugendstilzechengebäude einen Besuch abzustatten. Schon das Portal wirkt wie der Eingang zu einem Schloßpark. Hier ist die Markenstube untergebracht, in der jeder Bergmann vor der Einfahrt eine Metallmarke mit einer Nummer erhielt, die er beim Verlassen wieder abgeben musste. So wusste man in der Markenkontrolle jederzeit, wer untertage war.

Die Werkstätten

Förderschacht 2 und Separation, hier wurde von Hand – ohne Arbeitshandschuhe und meist von den Lehrlingen oder älteren Kumpeln, die Kohle von taubem Gestein getrennt.

Die Ställe für die Grubenpferde.

Das Verwaltungsgebäude ist besonders schön. Eingangstüren und die Halle mit der breiten Treppe strahlen in schönstem Jugendstil.

Das bekannteste Bauwerk ist allerdings die Maschinenhalle,

schon von Außen kann ich das wunderschöne Jugendstil-Eingangstor bewundern.

aber erst bei Sonnenschein und von Innen leuchten die Scheiben beeindruckend.

Auch der Seiteneingang ist eines Schlosses würdig.

Die Maschinenhalle ist im Laufe ihre Nutzung immer wieder umbebaut und den neuen Errungenschaften der Technik angepasst worden.


 

Meine Wertung: ***** sehenswert (und ein nettes Restaurant gibt es auch noch)

Grubenweg 5
44388 Dortmund

Gelsenkirchen – Cirque Bouffon ****

April 2019

Direkt neben dem MIR, dem Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, hat der „Cirque Bouffon“ für kurze Zeit seine Zelte aufgeschlagen.

Die zwei Hände voll Artisten, die den kleinen Zirkus ausmachen, haben mich für ein paar Stunden in eine poetische und musikalische Phantasiewelt entführt.

Alle Artisten sind Multitalente und so wechseln sie von Jonglage oder Hochseil zu Akkordeon, Xylofon oder Baß, um in phantasievollen Kostümen und kleinen, darstellenden Geschichten ihre jeweiligen Auftritte zu begleiten. Aus einem Klavier winkt eine Hand, begleitet die Klavierspielerin, anschließend balanciert eine junge Frau über Flaschen und Gläser auf dem Klavier, in einem großen Hulahoop-Reifen turnt eine Artistin wie in einem Rhönrad – ungewöhnliche Ausstattungen für Zirkusnummern! Ich fand ihn sehr sehenswert, leider ist er nur noch bis zum 28.4.2019 in Gelsenkirchen. Wer es nicht schafft, kann sich auf´s nächste Jahr freuen, dann kommen er nämlich mit einem neuen Programm wieder.

 

Meine Wertung: ***** sehenswert

Kennedyplatz
Gelsenkirchen

Garmisch-Partenkirchen ***

Ein richtiger Winter mit viel Schnee im Ruhrgebiet? Das erleben ich nur alle Jubeljahre einmal! Hier steht schon der Frühling vor der Tür und die Krokusse stecken ihre Köpfe aus der Erde, da will ich endlich Schnee erleben, lange Spaziergänge durch den Winterwald und ein paar schwungvolle Abfahrten auf Skiern machen. Dafür möchte ich nicht ganz so weit fahren wie bisher, bis in die französischen Alpen nach Valmorel, meinem „Lieblingswinterurlaubsort“. Bis dahin sind es allerdings gut 1000 Kilometer. Dieses mal geht es  Garmisch-Partenkirchen, das sind nur 700 Kilometer.

Immer wieder ein schönes Erlebnis: nach langer Autofahrt tauchen die ersten Berge auf und die Sonne färbt den Himmel orange.

Meine Ferienwohnung liegt am Ortsrand von Garmisch, die Talstation zum Hausberglift ist nur wenige Meter entfernt und von dort hat man Zugang zum gesamten Skigebiet.

Garmisch-Partenkirchen liegt am Fuße der Zugspitze,

die Kleinstadt hat Alles, was ich für ein paar schöne Urlaubstage brauche: Cafés und  Restaurants mit bayrischer Küche, aber auch einen Burgerladen, eine kleine Fußgängerzone mit den üblichen Andenkenläden, aber auch Sportartikelshops mit Skijacken jenseits der 2000 Euro-Grenze und natürlich Trachtenmode vom Dirndl bis zu Hosenträgern.

Hier herrscht noch bayerische Ruhe und Gemütlichkeit,

es gibt Berufe mit viel Tradition (von denen ich nicht einmal wusste, das es sie gibt)

und die Kirche ist so, wie ich mir Kirchen in Bayern vorstelle, sehr barock.

 

Nur ein kurzes Stück ist es mit dem Auto bis zur Albspitzbahn. Von hier aus kommt man in 10 Minuten hinauf auf die Albspitze. Man hat eine wirklich tolle Aussicht auf die Zugspitze und die umliegenden Berge. Bei gutem Wetter kann ich bis weit hinab ins Tal blicken.

Wer keine Höhenangst hat, geht von der Seilbahn aus noch ein paar Schritte bergauf und steht auf der spektakulären Aussichtsplattform.

Durch den Gitterrost blickt man mehrere hundert Meter senkrecht in die Tiefe.

Von hier aus hat man auch Zugang zu der berühmt-berüchtigten  Kandahar-Abfahrt. Sie gilt als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken im Alpinen Skiweltcup. An einer Stelle hat sie 92% Gefälle, also fast freier Fall auf einer tiefschwarzen Buckelpiste. Kann man fahren, muss man aber nicht, es gibt eine rote Umfahrung.

 

Sieht doch gar nicht so schlimm aus …

Ein „Muß“ ist der Besuch des Berggasthof Almhütte. Nicht zu unrecht hat sie den Spitznamen „Windbeutelalm“,

denn hier gibt es die größten Windbeutel, die ich je gegessen habe. Nicht nur groß, sondern auch sehr lecker, mit deftiger oder verschiedenen süßen Füllungen.

 

Meine Wertung: ***** nett

Wernigerode ****

Februar 2019

Schon lange habe ich mich gefragt, was die Hexen eigentlich tun, wenn sie nicht in der Walpurgisnacht am 30. April auf dem Blocksberg tanzen? Sitzen sie in ihren Hexenhäuschen und backen Lebkuchen, arbeiten sie im Business-Kostüm als Unternehmensberaterinnen oder als Fleischereifachverkäuferin hinter einer Theke oder gar als Dozentin in Hogwarths?

Um dieser Frage nachzugehen, machte ich mich auf den Weg in den Harz zum Brocken. Wernigerode erschien mir der ideale Ausgangspunkt für meine Untersuchungen zu sein.

Das kleine Städtchen Wernigerode liegt am Fuße des Harzes und ist wirklich sehr sehenswert. Endlos viele wunderschöne alte Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild.

Das alte Rathaus, eines der schönsten Gebäude der Stadt

Der Markplatz

Das schiefe Haus ist wirklich in jede Richtung schief

Die Rosengasse – mit typische hintergründigem Harzer Humor wird mit dem Namen darauf hingewiesen, dass es hier in früheren Zeiten durch die Unsauberkeit nach allem anderen als nach Rosen gerochen hat

Eine der vielen typischen kleine Gassen

Das alte Cafe Wien

Oberhalb der Stadt auf einem Hügel liegt das Schloss Wernigerode.

Nachdem ich weder in der Stadt noch auf dem Schloss Hexen gesehen hatte, machte ich mich am nächsten Tag dann auf den Weg zum Blocksberg.

Mit dem Blocksberg ist eigentlich der Brocken gemeint – und der ist von hier 16 km Fußmarsch bergauf entfernt. Zum Laufen entschieden zu viel!

Also benutzte ich die beliebte Methode aller Touristen, die gute alte Dampflokomotive. Sie stand auf Hochglanz poliert unter Dampf am Bahnhof und wartete schon auf mich.
 
Als ich in den Zug stieg, freute ich mich noch, er war angenehm leer und ich hoffte, rechts wie links aus dem Fenster heraus nach den Hexen Ausschau halten zu können.

Als es dann endlich losging, war es so voll, das ich ziemlich eingequetscht auf meinem Platz saß.

Unter Volldampf ging es mit Schnaufen und Qualmen von 300 mtr hinauf auf den 1141 mtr hohen Brocken.
 
Hexen sah ich zuerst leider keine, aber eine wunderschöne Winterlandschaft.

Aber sind das wirklich schneebeladene Tannen? Mich überkommt ein schaurig schönes Gefühl: wer ist hier in eiseskalter Nacht in diesem Zauberwald erstarrt?

Es war so eisig kalt und windig, das die Hexen auf ihren Besen spätestens jetzt eingefroren wären. Aber die Aussicht war überwältigend und Wind und Eis hatten nicht nur die Bäume erstarren lassen, sondern aus den Gebäuden Eisklötze gemacht.

An diesem Märchenwald konnte ich mich kaum sattsehen, doch ich wollte die 16 km Rückweg laufen, also machte ich mich auf den Weg.

Tiefer im Tal fing es wiederan zu schneien, und da sah ich sie plötzlich, sie saß am Wegesrand mit ihrem Besen, eine alte, schrullige, Hexe wartete auf mich…

 

Meine Wertung: ***** lohnt sich
Harz – Wernigerode – Brocken (Blocksberg)
Zugfahrt zum Brocken und zurück 46,- Euro ca. 2 Stunden

Scheveningen – Silvester *****

Dezember 2018 / Januar 2019

Viele Jahre lang war ich zum Jahreswechsel in Valmorel in den französischen Alpen. Viel Schnee und Skifahren im Sonnenschein, von den Berggipfeln ins Tal schauen und zum Hüttenaben auch schon einmal auf dem Tisch tanzen. Anschließend dann im Dunkeln mit einer Fackel in der Hand wieder ins Tal abfahren. In diesem Jahr hatte ich die Fahrt in den Schnee in den Februar verschoben. Und was sollte ich nun an Silvester machen? Keinen Bock auf Party, aber auch nicht darauf, zuhause ‚rumzuhängen. Die zündende Idee kam dann von meiner Tochter: wie wäre es mit Den Haag, da soll es am Strand immer ein riesiges Freudenfeuer und eine noch riesigere Party geben. Aber im Winter an die Nordsee? Dort ist es kalt und stürmisch und regnerisch und überhaupt nur ungemütlich. Meine Vorurteile wollte ich gerne bestätigt haben, also, ab nach Scheveningen an den Strand.

Um es vorweg zu nehmen: ja, es war kalt, schließlich hatten wir Winter, aber dagegen hatte ich eine dicke Jacke, es war windig, aber nicht stürmisch, geregnet hatte es nicht, stattdessen sah ich häufig blauen Himmel zwischen den Wolken und ungemütlich war schon gar nicht. Es war ein schöner, erlebnisreicher Kurzurlaub, den ich bestimmt noch einmal wiederholen werde.

Das Strand und das Meer luden nicht zum Barfußlaufen ein, aber den Möwen war die Temperatur egal,

die Spaziergänger waren warm eingepackt und die Surfer trugen dicke Neopren-Anzüge.
 
Im kleinen Jachthafen waren die Boote noch weihnachtlich geschmückt und die Bars und Restaurants waren bei diesem kalten Wetter fast gemütlicher als im Sommer. Am Silvesterabend suchte man jedoch vergeblich ein geöffnetes Restaurant, da essen die Niederländer traditionell im Kreise ihrer Familien zuhause.

Zu Silvester gabt es am Strand ein ganz besonderes Ereignis, das sogar im Guinness Buch der Rekorde zu finden ist. Die Strandabschnitte Duindorp, südlich vom Hafen und Scheveningen, nördlich davon, liefern sich einen Wettkampf um den höchsten Holzturm, der dann, pünktlich zu Beginn des neuen Jahres, als Freudenfeuer angezündet wird.

Aber da wurde nicht einfach nur ein bisschen Holz verbrannt, sondern es wurden Paletten zu einer riesigen Pyramide aufgestapelt. Die großen Baustellen sind weiträumig abgesperrt, dort fahren Gabelstapler und Kräne, die ‚Bauarbeiter‘ und die Schaulustigen werden mit lauter Musik beschallt. Mehrere Tage lang wurden zigtausende Paletten aufgetürmt.

Da freuten sich die Duindorper schon, dass sie den höchsten Turm hatten, da legten die Scheveninger aber noch schnell ein wenig nach,

und schon war der Scheveninger Turm höher, dann wurde die Scheveningen Fahne gehisst.

Es war nicht anders zu erwarten, die Duindoper bauten natürlich noch einmal ein gutes Stück höher. Es hat aber nicht gereicht, der Scheveninger Turm war mit 48 Metern der höhere.

Mit einsetzender Dunkelheit begann die große Party. Ununterbrochen wurden mal hier, mal dort Raketen in den Himmel geschossen. Über 200.000 Besucher feierten auf der Strandpromenade.

Und dann war es endlich Mitternacht, die Kirchenglocken läuten, hunderte von Raketen strahlen um die Wette, die Menschen lagen sich in den Armen und wünschten sich ein gutes, neues Jahr und unbemerkt wurden die Türme angezündet. An der Spitze züngelten erst nur ein paar kleine Flammen, aber schon nach kurzer Zeit brannte die Turmspitze unter Geschrei und Gejohlen der Menschen lichterloh.

Die Stimmung stieg und bald brannte der gesamte Turm von oben bis unten und der Feuerteufel (mit viel Fantasie erkennt man ihn) tanzte bis in die frühen Morgenstunden mit.

Der Wind stand allerdings nicht ganz so günstig. es bildeten sich glühende Windhosen und Funkenstürme, die in Richtung Stadt zogen. Vorsichtshalber hatte die Feuerwehr das Kirchendach mit Wasser bespritzt, damit es kein Feuer fangen konnte.

Aber die Party war super!

Während am späten Neujahrsmorgen in Duindorp der Turm bzw. seine Reste immer noch brannten, war vom Scheveninger Turm nur noch der abgebrannte und von der Feuerwehr gelöschte Aschenberg zu sehen – hier wurde bereits aufgeräumt.

Nach der Party ist vor der Party.

Gegen Mittag am Neujahrstag versammelten sich einige Dutzend Menschen am Strand, die meisten von Ihnen mit roten Zipfelmützen auf dem Kopf.

8 Grad Wassertemperatur und 9 Grad Lufttemperatur konnten sie nicht davon abhalten ihre warmen Jacken gegen Badeanzüge und Badehosen zu tauschen und unter lautem Geschrei ins Wasser zu rennen.


Schade das ich meine rote Zipfelmütze nicht dabei hatte ….

Meine Wertung: ***** unbedingt ausprobieren

 

Drachenfels ****

November 2018

So schnell habe ich die Suche nicht aufgegeben. Die nächste Empfehlung für einen „Indian Summer“ in NRW war der Drachenfels am Rhein bei Königswinter.

Der Rhein hat zur Zeit Niedrigwasser, die Fahrrinne ist nur noch sehr schmal und so fahren nur kleinere und wenig beladenere Schiffe.

Der Weg auf den Drachenfels führt durch einen typisch braun und gelb gefärbten Herbstwald, vielleicht auch der großen Trockenheit in diesem Sommer geschuldet. Die schöne bunte Verfärbung mag sich nicht einstellen.  Den 245 mtr hohen Drachenfels (über dem Rhein gerechnet, 321 mtr über dem Meeresspiegel) kann man auch über die  Drachenfelsbahn erreichen, das ist natürlich gemütlicher, als zu laufen!

Im November ist die Saison allerdings vorbei, alle Einrichtungen sind entweder geschlossen oder nur am Wochenende geöffnet.

Vorbei an der Nibelungenhalle mit Museum, Drachenhöhle und Reptilienpark, spaziere ich bei strahlendem Sonnenschein den Berg hinauf.

Während der Saison hätte ich einkehren können … im November aber leider geschlossen.

Das Schloss Drachenburg aus dem Jahre 1882 ist heute ein Museum und Veranstaltungsort und Sitz der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.

Die Burgruine Drachenfels aus dem Jahre 1138.

Blick auf das Siebengebirge. Warum es Siebengebirge heißt, wo es doch über 50 Hügel sind, konnte ich nicht ergründen.

Der Aufstieg wird bei diesem schönen Wetter durch einen besonders weiten Blick auf das Rheintal belohnt.

Meine Wertung: ***** sehenswert
Königswinter
Parkplätze am Fuße der Drachenfelsbahn

Königsforst *

November 2018

Bilder vom `Indian Summer` mit leuchtend rot und gelb gefärbtem Laub haben wohl Viele schon auf Bildern aus Kanada und den USA gesehen. Aber wer kann schon eben einen Herbstausflug nach Amerika machen, um dieses Naturschauspiel zu sehen? Also suchte ich nach einer Möglichkeit in Deutschland, speziell hier in NRW, vor meiner Haustür, wo ich ‚Indian Summer‘ finden kann. Das Internet war voller Tipps und guter Ratschläge und empfahl mir in den Königsforst bei Köln fahren.

Kurze Zeit später saß ich im Auto und eine Stunde später war ich auch schon dort.

Ich fand ein sehr schönes Naturschutzgebiet mit vielen Wanderwegen und einem sehr schönen Herbstwald, aber von ‚Indian Summer‘ mit rot gefärbten Bäumen war leider keine Spur zu entdecken.

Meine Wertung: ***** lohnt nicht
Zwischen Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath
viele Wanderparkplätze

 

Über die Alpen ans Meer und mehr *****

September/Oktober 2018

heute geht es los …

Heute startet die erste größere Tour mit dem neuen Wohnmobil.
Frühmorgens soll es losgehen … ha ha ha, das war mein Wunsch … bis die letzten Sachen im Auto verstaut waren, war es auch schon neun Uhr. Aber dann ging es endlich los, ab auf die Autobahn. Wohnmobil fahren ist sehr gemütlich, man sitzt sehr angenehm, hat von oben herab einen guten Überblick und cruist entspannt mit 120 über die Autobahn. Kurz vor Salzburg tauchen die ersten Berge auf, immer wieder ein beeindruckendes Schauspiel.

 

Salzburg

Nach einem gemütlichen Frühstück setze ich mich auf mein Fahrrad und radele in die Altstadt von Salzburg. Fünf Kilometer geht es entlang der Salzach, bis es immer voller wird und ich mein Fahrrad stehen lasse und mich zu Fuß auf Entdeckertour begebe. Zuerst gehe ich in die Getreidegasse und plötzlich bin ich von endlos vielen Touristen und Reisegruppen umringt, die sich in allen möglichen Sprachen dieser Welt auf Fotomotive hinweisen und mit ihren Smartohones die Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Dann schlendere ich über den Marktplatz und schaue mir den Dom an.

Von weitem schon sieht man über der Stadt die gewaltige Festung Hohensalzburg, ein Muss für alle Salzburg-Besucher. Wer mag, kann den Anstieg mit der Standseilbahn bewältigen, aber ich laufe lieber. Der Anstieg wird nicht nur durch die sehr gut gepflegte Burganlage belohnt, sonder auch durch einen grandiosen Ausblick über die gesamte Stadt mit Marktplatz und Dom und Salzach.

 

Auf dem Rückweg mache ich noch einen kleinen Abstecher zum Schloss Mirabel mit seinen schönen Gärten.

 

Golling an der Salzach – Bluntursee – Wasserfall

Heute verabschiede ich mich von Salzburg und fahre weiter Richtung Süden. Die Berge, die sich rechts und links der Straße erheben sind schon toll anzuschauen und so bleibe ich nach einer knappen Stunde in Golling hängen. Vorbei an kleinen Cafés und großen Hotels finde ich letztlich einen kleinen sehr familiären Stellplatz direkt an der Salzach. Das schöne Wetter lässt mich sofort das Fahrrad nehmen und die Umgebung erkunden. So komme ich zum Bluntursee ganz in der Nähe. Kristallklares Wasser lässt Schwärme von Forellen erkennen, die Berggipfel spiegeln sich in der unberührten Oberfläche und ein paar kleine Wolken ziehen vorbei. Hinsetzen, schauen und genießen.

Nachdem ich mich stattgesehen hatte, fuhr ich um den See herum und dann weiter zum Gollinger Wasserfall. Vom Eingang waren es nur ein paar Schritte und ich stand am Fuße des 25 Meter hohen Wasserfall.

Schon ein bisschen beeindruckend, aber wenn man sich die Mühe macht zum oberen Teil des Wasserfall zu steigen, dann gibt es noch die Quelle zu bestaunen, die aus einer dunklen Höhle heraus das Wasser ins Tal schießen lässt. Auf dem Weg zum Wasserfall stürzt das Wasser durch einen 30 Meter hohen Trichter um dann über den Wasserfall ins Tal zu donnern. Sehr beeindruckend.

 

Golling an der Salzach – Lammerklamm

Über den Lammertal-Radweg fahre ich entspannte 10 km an der Lammer entlang. Nur auf dem letzten Kilometer geht es den Berg hinauf, aber diese Anstrengung lohnt sich. Hier wartet die Lammerklamm auf meinen Besuch. Hinter dem Eingang geht es rechts über Treppen und enge Steige in einen Trichter, durch den sich vor Millionen Jahren das Wasser gegraben hat. Der Weg endet in einer Sackgasse, die Aussicht ist spektakulär. Zurück geht es am Kassahäuschen vorbei immer der Lämmer entlang, der ich nun über enge Stiegen und steile Wege durch die Schlucht folge.

 

was für eine Nacht ….

Es mag zwei Uhr in der Nacht gewesen sein, als ich vom Summen einer riesigen Mücke, zumindest dem Geräusch nach war sie so groß wie eine Biene, geweckt wurde. Vorsichtig befühlte ich meinen Kopf, auf der Stirn, unter den Ohren spürte ich bereits fünf juckende Stiche. Voller Zorn stellte ich mich dem Kampf, erschlug vier von ihnen und hinterließ hässliche rote Flecken an den Wänden. Mit dem guten Gefühl, die Schlacht gewonnen zu haben, schlief ich wieder ein.

Aber ach, wie sehr hatte ich mich getäuscht! Gegen vier Uhr hat der Gegner, woher auch immer, Nachschub erhalten und mir voller Vergnügen in die Arme gestochen, jetzt begann er, mich auszusaugen. Das war zu viel! Licht an und zum Gegenschlag ausgeholt. Fünf von Ihnen blieben auf der Strecke und ich kuschelte mich, voller Siegerstolz, wieder in mein Kissen.

Wieder kam alles anders als gedacht. Ich hatte nicht mit der Kirche und dem Schützenverein gerechnet, die wahrscheinlich mit den Mücken kooperierten. Punkt sechs begannen die Glocken zu läuten und der Schützenverein knallte den ersten Böllerschuss. Es war nicht nur sehr laut, nein das ganze Wohnmobil vibrierte, wahrscheinlich standen sie mit ihrer Kanone direkt neben mir. Bumm bumm bumm ein Kanonenschuss nach dem anderen donnerte durch den frühen, noch jungfräulichen Morgen. Jetzt eine Pause, doch nein, da geht es schon weiter. Um sieben wurde auch die Feuerwehr munter und ließ alle vorhandenen Sirenen dazu erklingen. Ein beeindruckend schönes Krachkonzert. Gegen acht gab ich dann endgültig auf und versuchte vergeblich, unter der heißen Dusche gute Laune zu bekommen.

On the Road again.

Auch das Wetter hat sich entschlossen, regnerisch, kalt und nebelig zu werden, so bin ich unter dicken Wolken über die Tauern gefahren – sehr unspektakulär. Dann auf den Katschberg, und da es bereits begann zu dämmern, reichte es mir für den heutigen Tag!

 

Kranjska Gora

Die Wettervorhersage für den Sonntag im Osten Österreichs sagt Regen und Kälte voraus, mein Campingplatz in dem Ort „Rennweg“ scheint ein versteckter Hinweis zu sein – „renn weg“, also nichts wie weg, auf in Richtung Slowenien.

Kurz hinter Spittal blinzelte die Sonne doch wieder durch den wolkenverhangen Himmel, da möchte ich nicht die ganze Zeit im Auto sitzen. Spontan suche ich mir einen Waldweg, um doch noch eine kleine Wanderung zu machen.

Sehr schön, aber dieses Hinweisschild lässt mich ein schon nachdenklich werden.

be lunch or have lunch … ich habe es aber überlebt.

Kranjski Gora ich komme …

 

Triglav Nationalpark

Die Nacht war stürmisch und es regnete sehr heftig, aber der Morgen begrüßte mich mit einem klaren und strahlendblauen Himmel. Herrlich, da schmeckt das Frühstück mit Blick auf den 2472 mtr hohen Spik doppelt so gut.

Und los geht es, zuerst mit dem Rad nach Mojstrana und dann biege ich ab in das Vrata-Tal. Als das Hinweisschild „25 Grad Steigerung“ am Wegrand erscheint, gebe ich auf, das ist zu viel. Die letzten Kilometer bis zur Hütte am Aljazev Dom gehe ich zu Fuß weiter. Die Aussicht auf den 2864 mtr hohen Triglav ist einfach atemberaubend.

 

Irgendwo im Nirgendwo

Eigentlich war der Plan für heute, bis nach Udine in Italien zu kommen. Aber da es unterwegs so viel zu sehen gab, bin ich irgendwo in Slowenien an der Soca gelandet und übernachte hier.

Unterwegs schaue ich mir den malerischen Jasna-See an. Türkisblaues und kristallklares Wasser, Forellen die sanft hindurchgleiten, Enten die am Ufer gründeln, Kinder die im seichten Wasser plantschen und am Ufer herumtoben, Erwachsene die am Kiosk sitzen und angeregt miteinander plaudern und Bier trinken. Ich setze mich auf eine der Bänke und genieße den Ausblick auf die Berge und das sorglose Treiben um mich herum.

Dann fahre ich weiter Richtung Passhöhe, die Straße ist in den Kehren immer noch mit Kopfstein gepflastert, das russische Kriegsgefangene nach dem ersten Weltkrieg verlegen mussten. Zum Gedenken an die gestorbenen Soldaten wurde die russische Kapelle erbaut.

Über 27 Kehren windet sich die Straße auf 1611 mtr hoch

und bietet einen grandiosen Ausblick.

 

Cividale del Friuli

Es war kurz nach vier in der Nacht als ich, gemütlich in mein warmes Bett gekuschelt, von etwas geweckt wurde. Nein, gefroren habe ich nicht, obwohl es draußen -1 Grad kalt war, denn mein Wohnmobil hat eine gute Heizung. Ich lausche wieder in die schwarze Nacht, nichts Ungewöhnliches, kein Licht, kein Geräusch. Vielleicht habe ich auch nur geträumt. Ich drehe mich um und will weiterschlafen, da höre ich es wieder. Kein vertrautes Geräusch, kein Tier, das ich kenne, gibt solche Geräusche von sich, voller Kraft und brachialer Gewalt – das kann nur ein Bär sein. Ich lausche aufmerksam weiter, aber nichts ist mehr zu hören. Es klang auch nicht so nahe, dass ich mir Gedanken darum machen müsste, aber spannend war es schon. Ich schlief wieder ein.

Der Morgen war kalt, aber die Sonne, die von einem blauen Himmel strahlte, wärmte den neuen Tag schnell auf. Weiter geht es, heute lasse ich Slowenien hinter mir und fahre nach Italien.

Gegen elf Uhr sitze ich bereits auf der Piazza Paola Diacono und genieße Capuccino und frische Croissants. Cividale del Friuli lädt zum Bummeln und Erkunden ein. Hier ein Aperol mit etwas Fingerfood, dort etwas Käse und Schinken, hier eine historische Kirche, dort ein interessantes Museum, eine tolle Stadt. Besonder gefällt mir die Ponte del Diavolo.

 

 

Grado

Ich habe die Alpen hinter mir gelassen und freue mich, am Meer angekommen zu sein. Die Sonne lacht, der Sand ist warm, nur das Meer fehlt gerade. Da die Adria hier sehr flach ist, ist das Wasser bei Ebbe so weit weg, dass man es nur noch erahnen kann. Aber in einigen Stunden ist es ja wieder und dann kann ich durchs Wasser laufen – zum Schwimmen ist es mir zu kalt.

Grado hat eine schöne Altstadt mit einer berühmten Basilika,

 

vielen kleinen engen Gassen und gemütlichen Restaurants und Bars.

Der Hafen zieht sich wie eine breite Straße durch die Stadt.

In der Hauptsaison ist es hier sicherlich total überlaufen, jetzt in der Nachsaison ist es wunderbar friedlich.

Der Tag endet mit diesem romantischen Sonnenuntergang.

Soooo ein tolles Wetter, warm aber nicht zu heiß, strahlender Sonnenschein, aber ich habe einen Sonnenschirm und das Meer ist immer noch warm genug, um mal einzutauchen. Einfach nur ein traumhaft schöner Tag am Strand.

 

Rovinj

Angekommen! Ich wollte gerne nach Kroatien und Empfehlungen von Campern, denen ich unterwegs begegnet bin, hießen Rovinj. Die Stadt ist wunderschön.

Die Wurzeln reichen zurück bis hin zu den Römern ins 2. Jahrhundert nach Christi. Rovinj blickt auf eine sehr bewegte Vergangenheit zurück, der man beim Bummel durch die engen Gassen der Altstadt überall begegnet.

 

Über Allem thront die Kirche der heiligen Euphemia, die Anfang des 18. Jahrhundert auf den Grundmauern einer älteren Kirche errichtet wurde.

Wer mutig und vor allem schwindelfrei ist, kann den Glockenturm über eine sehr fragile Holztreppenkonstruktion erklimmen. Es lohnt sich! Von hier oben habe ich eine fantastischen Ausblick über die Stadt und den Hafen

und das strahlend blau blitzende Meer und die vielen kleinen, vorgelagerten Inseln.

 

Gardasee

Der Morgen ist trübe und kalt und auf dem Meer treiben nebelige Wolken. Schon bald wird es windig, zuerst nieselt es nur, aber kurz darauf regnet es heftig. Und in den nächsten Tagen soll es auch so bleiben, sagt die Wettervorhersage. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Da studiere ich lieber die Wetterbericht für die nächsten Tage, dabei bietet sich der Gardasee an. Dort soll es noch warm und sonnig sein. Also schwinge ich mich ins Auto und mache mich auf den Weg. Sehr optimistisch bin ich nicht, denn es regnet die ganze Fahrt über und am Gardasee noch viel mehr. Hoffentlich war das eine kluge Entscheidung.

 

Bardolino

Es gibt einen vorzüglichen Rotwein aus der Region, aber bei diesem schönen Sommerwetter bevorzuge ich einen Rosé, den Bardolino Chiaretto.

Es macht Spaß, durch das kleine Örtchen zu bummeln, vorbei an den vielen alten Gebäuden und Kirchen, und Restaurants und kleinen Bars, oder am Hafen zu sitzen und dem bunten Treiben zuzuschauen.

Das Wetter und der See sind noch warm genug, um ein bisschen schwimmen zu gehen.

Sonnenuntergang

 

Malcesine

Langsam nähert sich mein erster längerer Urlaub mit Ilse, diesen Namen hat mein Wohnmobil inzwischen bekommen, leider dem Ende. Ilse und ich haben uns gut vertragen und sie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Mein letztes Ziel ist Malcesine mit seiner imposanten Burg aus dem 12. Jahrhundert, die das ganze Örtchen überragt.

 

Füssen

Auf den Bergen liegt der erste frische Schnee, der Sommer geht zu Ende, Zeit nach Hause zu fahren.

Den Haag ****

August 2018

Eine moderne Stadt, eine historische Stadt, Sitz der Regierung und des Königs, Sitz der UN und von Interpol, geschäftig, gemütlich, international. Von allem etwas, moderne Architektur in der City, mittelalterliche Häuser in den Vierteln. Nie langweilig und immer abwechslungsreich. Gleichzeitig bin ich überrascht von der Bescheidenheit, Zurschaustellung von Macht und Reichtum ist hier genauso wie überall in den Niederlanden verpönt. Ich mag die Stadt, in der die Hagenaar im Westteil „auf Sand“ wohnen und die Hagenezen in Stadtteilen „auf Sumpf“ gebaut.

Die moderne, quirlige City

„De Passage“, die altehrwürdige Einkaufspassage. 1882 – 1885 nach Pariser Vorbild gebaut, ist sie heute ein UNESCO-Denkmal.

Besonders beeindruckt hat mich das neue Rathaus mit seiner tollen, lichtdurchfluteten Architektur. Wegen seiner weissen Farbe wird es von den Niederländern „Ijspalais“ (Eispalast) genannt.

Einer der Strände von Den Haag: Kijkduin
 

Der Binnenhof, seit1446 versammelte sich hier das niederländische Parlament. Auch der Ministerpräsident hat hier seinen Amtssitz.

Der Friedenspalast gibt Den Haag die Grundlage für den Status als internationale Stadt des Friedens. Hier tagt der Internationale Gerichtshof und das ständige Schiedsgericht, das Streitigkeiten friedlich durch Schiedsverfahren regelt.

im darin ebenfalls untergebrachten Museum kann man sich über die Geschichte und Aufgaben des Gerichtshofs und des Schiedsgerichts informieren.

Davor steht der Baum der Wünsche, an den die Besucher ihre Wünsche für eine friedliche Welt hängen können.

 

Durch Zufall und mit ganz viel Glück bin ich auf eine sehr originelle Übernachtungsmöglichkeit in Den Haag gestoßen. Ein kleines, sehr gemütliches Hausboot, das ganz in der Nähe an einem ruhigen Fluß vor Anker liegt. Mit Allem, was man benötigt, einer kleinen Küche, einer gemütlichen Sitzecke und Schlafmöglichkeiten für 4 Personen. An Land, direkt neben dem Boot, ist eine Terrasse und ein gepflegtes Dusch- und Toiletten-Häuschen. Ein tolles Erlebnis, bei sanft plätschernden Wellen einzuschlafen.

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