Mit dem Wohnmobil durch Italien – Abruzzen

Tag 37 unterwegs nach L´Aquila

Auch heute ist der Weg das Ziel. Wie wunderbar wild ist diese Bergwelt, über die enge Straße erreiche ich schon bald das nächste Tal mit dem Lago die San Domenico, seitlich fließt aus einem tiefen Spalt ein wilder Wasserzulauf, über eine Brücke über den See erreiche ich die Grotte eines Eremiten.

Es sind nicht viele Menschen unterwegs, auf den Straßen kommen mir selten Fahrzeugen entgegen, die Orte wirken verschlafen, ja fast ausgestorben. Aber diese Bergwelt! Auf den steilen Bergen liegen noch Schneereste, unterwegs fahre ich an tiefen Schluchten vorbei, auch die Straße ist häufig in den Berg gefräst. Einige „Tunnel“ sind Felsüberhänge, unter der die Straße herführt.

Ich fahre immer weiter die Bergstraße hoch, bei 1700 m ändert sich die Vegetation, die Bäume werden weniger und es gibt auf einem Plateau weite Wiesen, auf denen auch Kühe grasen.

Im Ort Rocca xxx mache ich eine kleine Pause in einer Bar gegenüber einem großen Kastell. Wie immer, sitzen die alten Männer des Ortes vor der Bar zum täglichen Schwatz. Ich umrunde das Kastell, laufe durch die alten Gassen und fahre weiter in Richtung D´Aquila. Die ganze Gegend ist vom Wintersport geprägt. Ich sehe viele Neubauten, die offensichtlich leer stehen und wohl als Ferienappartments gebaut wurden. Auch die Pisten kann man auf den Bergen gut ausmachen, an den Stellen gibt es keine Vegetation.

In D´Aquila finde ich direkt am Stadteingang einen öffentlichen Stellplatz für mein Wohnmobil, Bäume spenden Schatten und eine Servicestation gibt es auch. Ich lasse mein Wohnmobil hier stehen und laufe in die Altstadt. Wie sieht es denn hier aus? In der gesamten Altstadt sind Bauzäune vor den Gebäuden, eingerüstete Fassaden und jede Menge Baukräne. So habe ich mir diesen Nachmittag nicht vorgestellt! Schnell entschlossen fahre ich weiter und bleibe heute auf dem Campingplatz direkt an der Gondel auf den xxx.

 

Tag 36 Scallo

Weiter geht es hinein in die Abruzzen. Bisher habe ich ja nur Hasen, Vögel und Frösche gesehen. Dabei gibt es doch in dieser wilden Gegend auch Bären, Wölfe, Luchse…
Immer wieder halte ich am Straßenrand an, um die wilde Landschaft zu bewundern und zu fotografieren. Schroffe, hohe Berge, dichte Wälder und kaum Besiedlung.

Nur ab und zu ein einsames Örtchen hoch in den Bergen. Die Straße ist ausnahmsweise einmal gut befahrbar, relativ wenige und nicht ganz so tiefe Schlaglöcher. Es geht bis auf 1700 m hinauf, auf der Passhöhe Godi grasen einige Kühe und in einiger Entfernung sehe ich Schafe und Ziegen auf der Weide.

Überall stehen Hinweisschilder, die auf Bären, Wölfe und Luchse hinweisen.

Da müsste ich vielleicht doch einmal in aller Herrgottsfrühe aufstehen, um eines der wilden Tiere zu sehen – oder ich warte, ob sie an die WoMo-Tür klopfen…

Mein Ziel für heute ist das malerische Örtchen Scallo, es liegt auf 1000 m Höhe und schmiegt sich mit seinen schönen alten Häusern eng an den steilen Berg. Zwischendurch öffnet sich der Blick in den Nebensträßchen auf die Bergwelt, in der ich etliche Skilifts erkennen kann. Es geht wie immer steil bergab oder bergauf, aber ich werde in einer Bar mit einem Cappuccino belohnt und erfrischt.

Der Campingplatz hoch über dem Lago di Scallo liegt wieder landschaftlich sehr schön auf einer großen Wiese und ist menschenleer. Außer mir sind noch 2 andere Camper in Sichtweite. Ich genieße den Blick auf die umliegende Bergwelt und den grünen See.

 

Tag 35 Barrea

Der Platzbesitzer erklärt mir, wie ich am See entlang nach Barrea laufen kann. Über Schotter, durch ein Wäldchen, über eine Brücke, immer wieder an Pferdekoppeln entlang, erreiche ich den Ort.

 

Die Sonntagsruhe von gestern ist in eine Mittagsruhe von jedem Tag übergegangen. Eine einzige Autofahrerin, die ihren Wagen gerade parkt, frage ich nach einer Bar. Die gibt´s aber nur, wenn ich mich an den Aufstieg über die mindestens 1000 Treppenstufen in die obere Stadt mache.

Also halte ich mich an mein Wasser aus dem Rucksack. Auf dem Rückweg bekomme ich doch noch eine Stärkung: unterwegs hat eine kleine Bar mit einem großen Garten geöffnet.

Abends fache ich wieder mein Lagerfeuer an und schaue auf den ruhigen See und die schön beleuchtete Stadt. Dann erinnere ich mich an meine Kindheit, da war doch was mit Kartoffeln, die man einfach in die heiße Glut legt. Ich probiere es aus, suche mir aus meinem Vorrat eine dicke Kartoffel und lege sie vorsichtig in die heiße Glut. Nach einer halben Stunde schneide ich sie auf und – mhhhh ein köstlicher Duft strömt mir entgegen. Sie schmeckt einfach nur lecker, nach Kindheit und Erinnerungen.

 

Tag 34 Barrea

Genug Meer, genug große Hitze, heute Morgen fahre ich los in die Berge. 

Mein nächstes Ziel sind die Abruzzen, da erhoffe ich mir in luftiger Höhe etwas Abkühlung. Zurück über Neapel geht es erst einmal in die Ebene, die von bereits abgeernteten Getreidefeldern durchzogen ist. In der Ferne sehe ich die ersten Berge und schon bald wird die Gegend einsamer, die Wälder dichter und das Gebirge höher.

Überrascht werde ich von der Basilica dell’Addolorata di Castelpetroso, das große Gebäude steht weitab von jeder Ortschaft mitten im Gebirge.

Es ist Ausflugs- und Wallfahrtsort für viele Italiener. Auf dem Parkplatz stehen allein 8 Reisebusse.
Die Straße gibt immer wieder den Blick auf die beeindruckende Bergwelt der Abruzzen. Es geht immer weiter bergauf und schon nach kurzer Zeit sehe ich auf den hohen Bergen Schneereste blitzen. Mein Ziel ist der Lago Barrea im Teil L´Aquila der Abruzzen.
Barrea liegt wie ausgestorben, Sonntagsruhe im ganzen Ort.

Ich finde den Campingplatz Colle Ciglio und bin hellauf begeistert: direkt am See, auf einer riesengroßen Wiese, ist das Camparreal. Außer mir ist noch ein schwedisches Paar dort, und weit hinten, hinter Büschen, zeltet wohl noch jemand. Ich schaue vom Wohnmobil direkt auf den See, die Berge und Barrea.

Auf der großen Wiese sind einige Feuerstellen vorbereitet. Abends kann ich beim Platzbesitzer Feuerholz kaufen. Es wird nämlich empfindlich kühl, aber am Lagerfeuer, mit entsprechender Kleidung, ist es wunderbar romantisch. Die Grillen zirpen, die Frösche stimmen ein Froschkonzert an, eine einsame Kuhglocke bimmelt und, um es perfekt zu machen, geht der Vollmond hinter den Büschen auf.

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Kampanien

Tag 33 Sorrento – Amalfi

Der Himmel ist heute Morgen von einer dünnen Wolkenschicht überzogen, aber ich lasse mich nicht abhalten, heute möchte ich mit dem Schiff an der Amalfiküste entlang fahren. Am Hafen von Sorrento gibt es Schalter, an denen ich meine Fahrt buchen kann.

Ich bekomme einen Platz auf der Landseite am geöffneten Fenster des Schiffes und kann so die atemberaubende Amalfiküste sehen. Steile, schroffe Felswände ragen ins Wasser, an jeder möglichen und auch unmöglichen Stelle sind Häuser und kleine Ortschaften wie angeklebt an den Felsen. Ich frage mich, was die Menschen bewogen hat, hier zu siedeln?

Das Schiff legt nach 1-stündiger Fahrt in Amalfi an.

 

Der Ort liegt wie Sorrento direkt an den steilen Felsen.

An der beeindruckenden Kathedrale vorbei

geht es über enge Treppen in die nächsten Etagen. Ich kann gar nicht unterscheiden, wann ich die nächste Hausebene erreicht habe. Und auch dieser Ort ist touristisch voll erschlossen, ein Restaurant reiht sich an die nächste Eisbar, an den nächsten Souvenirshop.

So schön ich die Architektur finde, ich bin froh, als ich mit dem Schiff die Rückfahrt antrete.

Abends wage ich endlich den Abstieg über eine schmale Treppe zur kleinen Bucht der Fischer von Sorrento, Marina Grande.

Direkt am Meer liegen einige Lokale, Wohnhäuser sind um die Kirche gruppiert, da es Samstag ist, flanieren Gruppen von jungen Frauen, Familien mit kleinen Kindern vorbei, ein paar Jugendliche flirten außerhalb des Lichtes in der Nähe der Felsen, die die Bucht begrenzen. Angler stehen am Strand, werfen ihre Angeln aus. Im Lokal „die 5 Schwestern“ werde ich mit leckeren Speisen verwöhnt. Die Karte gibt die Fangerfolge der Fischer wieder: ich esse Sardinen und Schwertfisch, fangfrisch und köstlich.

 

Tag 32 Sorrento

Heute hat es mir der Pool angetan, ich verbringe den Vormittag faul auf einer der Liegen.
Am Nachmittag fahre ich mit dem Rad in den Ort, schaue dem bunten Treiben zu, erkundige mich schon einmal, wo ich Tickets für eine Schifffahrt entlang der Küste bekomme. Im Hafen natürlich, zu dem eine steile Serpentinenstraße von einer Kreuzung in der Ortsmitte führt.

 

In Sorrento haben sich Vespa-Fans verabredet. Die ganze Straße ist zugeparkt mit wunderschönen alten Vespas, an denen stilgerecht auch entsprechend alte Helme angebracht sind. Mein Vater hat sie Salatschüsseln genannt.

 

Tag 31 Sorrento

Der Stellplatz in Pompeji liegt zwar direkt gegenüber der Ausgrabungsstätte, ist aber ein typischer Cityplatz, stark frequentiert und nicht gemütlich. Ich fahre deshalb am nächsten Morgen weiter an die Amalfiküste nach Sorrento. Oberhalb des Meeres liegt der Campingplatz Nube D´Argento, hier habe ich einen schönen Blick auf das Meer und der Platz hat einen Pool.

Sorrento ist wie alle Küstenorte an der Amalfiküste, steil, fast senkrecht am Hang gebaut. Auch der Campingplatz ist über die in den Berg gebaute Serpentinenstraße zu erreichen.

Die Hotels sind mondän, das Publikum international und der Ort ist sehr, sehr voll.

 

 

Oberhalb des Hafens entdecke ich zufällig einen wunderschönen Innenhof, der wohl zu einem ehemaligen Kloster gehört. Heute ist dort ein Ausstellungsort, aktuell für Fotos aus dem italienischen Leben und über Sophia Loren. Auf der Terrasse hängt an einer riesigen Pinie eine Schaukel, auf der lt. den Fotos in der Ausstellung schon Nonnen geschaukelt haben!

Von der Terrasse aus habe ich einen wunderbaren Blick aufs Meer.

 

Tag 30 Pompeji

Warm war´s heute Nacht! Aber die Duschen funktionieren gut, erfrischt fahre ich mit dem Rad zum nächsten Supermercado und bekomme sehr leckere Brötchen. Der Straßenbelag besteht aus großen, blankpolierten Quadern, das rappelt ordentlich! Aber Pompeji ist ja auch ein historischer Ort, da kann ich mich auf die Besichtigung der im Ascheregen versunkenen Stadt einstellen. Der Ausgrabungsort liegt direkt gegenüber dem Campingplatz, nach dem Frühstück mache ich mich auf, in das Leben, wie es 79 n.Chr. stattgefunden hat, hineinzufinden. Die Stadt ist riesengroß, hier haben einst mehr als 10.000 Menschen gelebt.  In den aus dem Ascheregen und Lavastrom ausgegrabenen Ruinen der ehemaligen Bürgerhäuser kann ich erahnen, wie angenehm die Bewohner damals gelebt haben, wenn sie dieser wohlhabenden Schicht angehörten.


Es gibt fast in jedem der palastähnlichen Ruinen große Regenwasserbehälter, einer der Guides erklärt, dass schon damals die desinfizierende Wirkung von Ammoniak bekannt war und deshalb in die Regenwasserbehälter gepinkelt wurde – allerdings wohl nur von den Sklaven.

Beeindruckender sind aber die Reste von Wandgemälden, die schönen Mosaike, das Thermalbad mit beheizbaren Wänden – die Technik ist in dem restaurierten Bad gut zu erkennen.

Die Wohnhäuser wechseln mit historischen „Malls“, Straßen, in denen Kaufleute ihre Ware feilboten. Ich bin beeindruckt, wie hochentwickelt die Menschen damals gelebt haben.

Besonders betroffen macht mich jedoch die Tatsache, das hier Menschen gelebt haben, die diese Katastrophe im Schlaf überrascht hat und das schreckliche Schicksal erleiden mussten, vom Ascheregen auf grausame Weise konserviert zu werden.

An diesem Nachmittag bin ich vom vielen Laufen ziemlich erschöpft und verbringe den Rest des Tages gemütlich auf dem Campingplatz.

 

Tag 29 Pompeji

Heute Morgen ist die Entscheidung gefallen, ich fahre weiter. So schön wie ich das Campen direkt am Meer finde, nach einem Strandtag möchte ich wieder unterwegs sein. Auf geht´s in die Bergwelt des Foresta Umbra. Immer wieder schimmert das Meer durch die Bäume entlang der Straße, hoch auf den Klippen reihen sich Ferienhaussiedlungen an Hotels, an Campingplätze, steil gehen die Wege bergab, um zu den jeweiligen Ferienorten zu gelangen. Ich fahre weiter in den Nationalpark hinein, die Straße wird leerer, der Wald ist wunderbar sonnig durchflutet, Laubwald, den mag ich am liebsten. Unterwegs mache ich Rast an einem kleinen See.

Weiter geht es in Richtung Pompeji, das soll mein Ziel für heute sein. Die Berge verschwinden, eine weite Ebene tut sich auf. Die Felder sind bereits abgeerntet und Olivenplantagen sehe ich keine mehr. Dann taucht wieder Gebirge auf, die Autobahn bringt mich fast bis nach Pompeji, der Verkehr und die regellose Fahrweise der Italiener erfordert meine ganze Konzenntration, es scheint jeder zu fahren, wie er will – aber dann erreiche ich den Campingplatz Pompei. Der Platz ist gut besucht, aber es herrscht eine schöne Abendstimmung. Nebenan campen Franzosen, Holländer, Italiener und Deutsche, man geht duschen, richtet das Abendessen – ich fühle mich wohl!

 

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Apulien

Tag 28 Vieste

Tja, Mücken gibt´s hier natürlich auch. Aber heute Nacht habe ich ruhig geschlafen und wurde nicht zerstochen. Die Stimmung heute Morgen ist friedlich, einsame Jogger, einige mit Hunden, sind am Strand unterwegs, die Strandbudenbesitzer säubern ihren Strandabschnitt und ich fahre mit dem Rad zum Alimentari an der nächsten Kreuzung, vorbei an den Strand Cafés, um frische Brötchen zu kaufen. Heute pflege ich mich und meine gute Laune, ich lege mich an den Strand, beobachte die wenigen Touristen und halte meinen Bauch in die Sonne.

Nachmittags radele ich in den Ort, den ich schon vom Strand aus auf dem Felsen gesehen habe, und bummele durch die Gassen, die ich nur über eine Unzahl von Treppen erreiche.

Ist das ein schöner Ort! Gekrönt von einem Kastell, das allerdings nicht zugängig ist (militärisches Sperrgebiet) liegen die Straßen entlang einer kleinen Zunge steil am Meer entlang. Kleine Geschäfte, gemütliche Restaurants auf jedem Platz, der sich auftut, alles sehr gepflegt, italienisches Leben, wie ich es mir vorgestellt habe!

Tag 27 Vieste

Soviel Autan, um die 1000 Mücken direkt um meine Ilse herum abzuwehren, kann ich gar nicht versprühen. Deshalb duschen, packen und los. Ich freue mich jedes Mal, wie unkompliziert das Ankommen und Abfahren ist. Tisch und Stühle eingepackt, Markise eingefahren, Fahrrad auf den Ständer – fertig zur Abfahrt. Weiter geht es durch den Nationalpark „Parco Nationale del Gargano“ nach Vieste, einem Ort an der Küste.

Der Campingplatz liegt direkt am Meer, durch das kleine Restaurant komme ich an den Privatstrand, an dem der Wirt auch Liegestühle stehen hat.

 

 

Tag 26 Alberobello

Diese Übernachtung war nicht sehr erholsam! Ganz in der Nähe hat eine Party stattgefunden, die gegen 4 Uhr in der Frühe endete. Da spare ich mir auch einen weiteren Besuch in Matera, ich hätte gerne noch einen Ausflug in die Schlucht neben der Altstadt gemacht.

Stattdessen nehme ich Kurs auf Alberobello, dort möchte ich die ganz besonderen Gebäude finden, die bereits ab dem 16. Jhd. dort gebaut wurden, die Trulli.
Die Fahrt und die Aussicht auf die karge, felsige und von tiefen Schluchten durchzogene Landschaft ist wieder spektakulär. Nach und nach wird es flacher, Felder und Olivenhaine sind von Natursteinmauern eingefasst und da sehe ich auch den ersten Trullo.

Der damalige Fürst ließ von seinen Bauern diese Häuser ohne Mörtel bauen, weil er für jedes feste Gebäude Steuern zahlen musste. Sobald sich ein Steuereintreiber ankündigte, wurden die „Häuser“ wieder zu Steinhaufen.
In Alberobello gibt es einen ganzen Stadtteil, in dem im 18. Jhd. die Häuser, nun mit einer rechteckigen unteren Etage versehen, in diesem Stil gebaut wurden.

Ich war von der angenehm kühlen Temperatur, die in den Häusern herrscht, ganz angetan.
Da draußen aber immer noch ca. 34 Grad herrschte, fahre ich weiter

nach Monopoli (kenne ich doch aus endlos langen Spieleabenden), wo ich einen Campingplatz direkt am Meer mit Pool finde. So kann ich´s aushalten…


Nur ans Meer komme ich nicht direkt heran, wenn ich die Straße überquere, stehe ich vor steilen Klippen. Die Aussicht ist schön, aber baden im Meer geht wegen der vielen steilen Felsen leider nicht.

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Basilikata

Tag 25 Matera

Schnell ist nach dem Frühstück meine „Ilse“ (mein WoMo) wieder gepackt, das Fahrrad ist zum Schluss auf den Träger gehoben, weiter geht es nach Matera.

Über die Stadt als UNESCO Kulturhauptstadt 2019 habe ich schon zuhause einen Bericht gelesen, in dem von der Sassi, den altertümlichen Höhlensiedlungen, die Rede war. Der erste Stellplatz in der prallen Sonne, direkt an der Schnellstraße, lud gar nicht zum Bleiben ein. Es war so heiß, kein Schatten und der Asphalt reflektierte die Hitze noch. Deshalb fuhr ich weiter ins Zentrum, fand einen normalen Parkplatz nahe der Sassi und nachdem ich mich in einem der vielen Cafes gestärkt hatte, bin ich in den Talkessel der Altstadt gestiegen – über gefühlt 500 Treppen.


Auf der Straße rund um die Altstadt werden überall Führungen zu den Sehenswürdigkeiten angeboten, mir macht es aber viel mehr Spaß, selber zu stöbern und abseits der Touristengruppen die Stadt zu erlaufen.

Dort finde ich auch eine kleine Bäckerei in der das typische Brot aus Matera gebacken wird. Es ist mindestens 5 kg schwer und schmeckt mit Olivenöl und ein wenig Salz einfach super lecker. Zum Glück gibt es auch kleine Versionen, sodass ich mir ein kleines Brot für heute Abend mitnehmen kann.

Nachdem ich mich durch die verwinkelten Gassen der Altstadt hindurchgewuselt habe, komme ich oberhalb der Stadt aus und habe einen tollen Ausblick auf die Schlucht und die Höhlenwohnungen in den Felsen.

Auch einen viel luftigeren Stellplatz habe ich gefunden: Direkt an der Gokart-Rennbahn, vollkommen unspektakulär, dafür aber auf dem Weg dorthin vorbei an den Schluchten mit Höhlen. Und der Wirt war supernett, fuhr mich und andere Gäste in der Dämmerung zu einer Aussichtsplattform mit traumhaften Blick auf Matera.

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Kalabrien

Tag 24 Villapiana Scalo

Da nach knapp 3 Wochen unterwegs jetzt große Wäsche angesagt ist, spanne ich alles, was ich an Leinen habe, zwischen die Bäume und hänge meine frischgewaschene Kleidung in Sonne und Wind. Nun habe ich genügend Zeit und Muße, ab und zu aufs Meer zu schauen, zu lesen und zu faulenzen. Nachmittags ist alles trocken und wieder in die Schränke geräumt.

Ich gönne mir abends noch eine vom Wirt angepriesene Pizza frisch aus dem Ofen, unterhalte mich im Lokal mit anderen Campern und tausche Reiseziele und Informationen aus.

 

Tag 23 Villapiana Scalo

Es ist einfach ein wunderbarer Blick auf die Bergwelt, da möchte ich noch ein bisschen bleiben. Ich fahre noch weiter ins Gebirge hinein, durch die Örtchen Pazzano und Bevongi und habe unterwegs immer wieder tolle Aussichten auf steile Felsen, Kapellen auf Gipfeln, Schluchten und die Straße, die sich in Kehren die Berge hinauf und hinab schlängelt.

In der Nähe gibt es einen weiteren Nationalpark, den `Parco Nationale Dell Pollino´, durch den ich Richtung Ostküste fahre. Hier sind die Berge nicht so waldbestanden, dafür gibt es auf den Terrassen und Ebenen wieder Wein, Obstplantagen und Olivenbäume.

An der Ostküste führt eine Bahnstrecke direkt am Meer entlang. Um auf meinen Campingplatz für heute Nacht zu kommen, muss ich über diese Gleise gelangen. Mein Navi möchte mich immer wieder durch viel zu niedrige Unterführungen schicken, da frage ich doch lieber einen netten Menschen am Straßenrand. Und dann bin ich auch angekommen, in Villapiana Scalo stehe ich unter Bäumen direkt am Meer.

Tag 22 Stilo

Ich genieße noch ein letztes mal den Blick aufs Meer, dann fahre ich weg von der Küste ins Gebirge, in den Nationalpark Parco Nationale Dell Aspromonte. Noch daheim habe ich den Tipp bekommen, dass es dort landschaftlich besonders schön ist. Ich folge der engen Straße, die sich durch das Gebirge schlängelt, immer weiter die Berge hinauf.

Unterwegs liegen kleine Orte terrassenförmig an den Berg geschmiegt, durch eine tiefe Schlucht fließt ein Fluss, von dem nur ein schmales Rinnsal in einem breiten, schottrigen Flussbett übrig ist, am Straßenrand blüht es üppig in allen Farben.

Ich freue mich, in dieser Jahreszeit zu reisen. In dem Bergdorf Stilo

mache ich Rast, parke mein Wohnmobil am Straßenrand und schlendere durch den Ort.

Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Alte Männer sitzen in einer Bar

neben einer der vielen Kirchen beim Kartenspiel, `Donne‘ spazieren, die Handtasche am Arm, eingehakt durch die Straßen. Ich steige die engen Gassen hoch,

vorbei an Häusern, die hier schon ewig stehen, Die vielen Kirchen mit ihren verwitterten Kirchtürmen und uralten Holztüren sind leider verschlossen.

Über einen schmalen Pfad mit einem verfallenem Geländer laufe ich am Berg entlang zu einer kleinen Grotte mit einer Kapelle.

Abends trifft sich das halbe Dorf auf den Straßen und in den kleinen Bars. Man begrüßt sich fröhlich und ausgelassen mit Küsschen rechts und Küsschen und tauscht Neuigkeiten aus. Ich tauche in das bunte Treiben ein und lasse den Tag in einer Bar ausklingen.

Da ich direkt vor der `Policia Kommunale´ geparkt habe, ist es anschließend eine angenehm ruhige Nacht. Und der frühe Morgen belohnt mich mit einem Sonnenaufgang über der Stadt!

Tag 21 Scilla

Heute Morgen fahre ich mit dem Rad in den Ort, suche mir eine stabile Laterne zum Radparken und erklimme die steilen Treppen quer durch den Ort, an kleinen Häuschen mit blätternder Fassade, Ruinen, bunten Blumen in Pflanztöpfen bis zum Kastell. Der Ausblick hoch über dem Ort ist phantastisch!
Wieder zurück am Strand, habe ich mir nach der Treppensteigerei einen Faulenzertag am Meer verdient. Ausgerüstet mit Badehose, Handtuch und Buch lege ich mich entspannt auf eine der bereitsstehenden Liegen.

Den Abend verbringe ich einfach mit Zuschauen wie es dunkel wird …

 

 

Tag 20 Scilla

Der Tag beginnt wie die anderen vorher auch, nieselig, bewölkt, kühl. Ich breche auf, um noch ein letztes Mal an die Küste zu fahren. Mein nächstes Ziel ist Taormina, mal sehen, ob sich die Sonne dort zeigt! Die Vulkanlandschaft verschwindet, ich fahre an der Steilküste über in den Berg geschlagene Straßen, durch Terassen, bis ich in Taormina ankomme, wo sich der Touristenstrom bündelt: die Straßen sind verstopft, riesige Parkplätze für Busse, Parkhäuser für PKWs – aus der Ferne liegt der Ort malerisch am Berg, von Nahem winden sich Autos und Menschen durch die engen Strassen. Das lockt nicht zum Bleiben.

Ich fahre weiter nach Messina, auf die Fähre zum Festland.
Das die Meerenge so schmal ist, hätte ich nicht erwartet. Ich kann die Häuser gegenüber auf dem Festland von hier aus gut erkennen. Die Überfahrt dauert auch nur eine gute 1/2 Stunde, dann bin ich an der Steilküste Kalabriens angekommen.

Ich fahre noch bis Scilla ein malerischer Ort, von einem Kastell gekrönt.

Der Stellplatz hoch über dem Meer ist spartanisch eingerichtet, aber die Aussicht! Die entschädigt für alles. Ich schaue über die Meerenge bis Sizilien und zur anderen Seite auf das steil an der Felswand gebaute Örtchen Scilla mit seinem Kastell. Scilla hat einen ganz besonderen Touristendienst: Ich werde mit einem Elektrocaddy am Stellplatz abgeholt und am Strand abgesetzt. Ich schaue noch einmal aus der Nähe in den Ort, dann setze ich mich in eins der hübschen Strandrestaurants, bekomme fangfrischen Schwertfisch serviert, schaue aufs Meer und werde später auch wieder mit dem Caddy zum Stellplatz gebracht. Meinen Campingstuhl stelle ich an die Holzabsperrung und beobachte die Sonne, wie sie im Meer versinkt…

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Sizilien

Tag 19 Ätna

Bei strahlendem Sonnenschein fahre ich die Bergstraße zur Kabinenbahn „Funnivia Dell Etna“ hoch. Die Gegend ist atemberaubend: riesige schwarze Lavabrocken, mit knallgelben Blumen

und grünem Buschwerk und Bäumen bewachsen.

Unterwegs nimmt die Bewölkung zu und die Landschaft erinnert mich immer mehr an das Land Mordor aus dem Herrn der Ringe. An einem Aussichtspunkt blicke ich auf ein halb im Lavastrom versunkenes Gebäude.

An der Seilbahn

die üblichen Touristenattraktionen, Andenkenläden, Pizzabuden und Verkaufsstände für warme Jacken. Etliche Besucher sind nämlich in kurzen Hosen und Flipflops angereist. Die Temperatur an der Talstation beträgt aber nur noch 7 Grad, wie kalt mag es da weiter oben sein?
Inzwischen liegt die Bergbahn in den Wolken, beim Aussteigen sehe ich schon die Allradbusse zurück zur Station kommen. Auf den Berg hinauf fahren sie wegen des Wetters nicht.

Also nehme ich meine Beine in die Hand und laufe 500 Höhenmeter bis zum Endpunkt der Allradbusse. Hier stehen Carabinieri, die niemanden weiter hoch laufen lassen. Ab hier könnte ich nur noch mit einem Guide weiter zum Krater, wegen des schlechten Wetters warten die aber alle in der Bergstation auf Wetterbesserung. Noch während ich mit den Carabinieri spreche, fällt der erste Schnee. Sehen kann ich von den Erruptionen des Vulkans zwar leider nichts, aber das ständige Grollen und Knallen ist schon sehr beeindruckend und sehr nah. Einer der Carabinieri gib mir den Tipp, von dem Standort auf knapp 3000 m wieder bergab zu laufen und in der 3. Kehre links querfeldein abzubiegen. Dort wäre eine Plattform, von der aus ich den Lavastrom sehen könne. Inzwischen schneit es aber so heftig, dass ich auch von dort, außer meiner Hand vor Augen, nichts erkennen kann.

Durch den Nebel höre ich das Grummeln und Rumoren aber so nah, als ob der Lavastrom direkt neben mir fließen würde. Mitten im Sommer ist das Schneetreiben so heftig, dass sich die schwarzen Lavafelsen ringsherum in eine weiße Winterlandschaft verwandeln.

Bis zur Bergstation der Seilbahn auf ca. 2500 m liegt auf meinem Rückweg eine geschlossene Schneedecke. Bei solchem Wetter fährt dann auch die Seilbahn nicht mehr. Wie im Winterurlaub auf einer roten Piste fahre ich im Unimog-Allradbus zur Talstation der Seilbahn.

 

Tag 18 Syracus

Gut, dass ich so früh unterwegs bin! Noch sind die Ausgrabungsstätten um die beiden Amphitheater, das römische

und das griechische,

noch gut zu überschauen, aber hinter mir rollen schon Schulklassen und Busse mit asiatischen Touristen an. Ich bin tief beeindruckt von den monumentalen Bauten, die in der Antike mit aus den Kalkfelsen gehauenen Steinen errichtet wurden. Im römischen Theater kann ich den Raum für die Bühnenmaschinerie erkennen, auch die Zugänge zu den Plätzen der Zuschauer, die Gitter für die Tiere, die Zugänge der Gladiatoren sind gut erkennbar. Der ganze Raum konnte mit einem ausgeklügelten System geflutet werden, so wurden auch Seeschlachten nachgestellt. Außerdem ist das ganze Gelände gut gepflegt und trotzdem von vielen Pflanzen bewachsen.
Weiter geht es zum griechischen Amphitheater, das mich wegen seiner Größe Platz für 15.000 Zuschauer, beeindruckt. Allerdings wird es auch heute für Aufführungen genutzt, weshalb die antiken Sitzreihen zum großen Teil mit Holz bedeckt sind. Der angrenzende Steinbruch, in dem Griechen und Römer die Steine für die Theater gehauen haben, ist von riesigen Höhlen durchzogen, die beim Abbau entstanden sind.


Noch scheint die Sonne, aber schon ziehen erste Wolken auf und ich beschließe, weiterzufahren. Ich finde den kleinen, noch recht neuen Campingplatz „Mons Gibel Camping Park“ am Rande des Ätna-Nationalparks.

 

Tag 17 Syracus

Es hat nachts so heftig geregnet und gestürmt, dass ich die Fenster am Wohnmobil schließen musste, sonst hätte es ´reingeregnet. ich mache mich zum südlichsten Ort Italiens auf, Portopalo di Capo Passero und zum südlichsten Punkt, Cappo delle Correnti. Und auch hier – Regen.

Aber der Ort ist hübsch, bunt bemalte Häuser, kleine Cafes und Restaurants haben Terassen in die Strassen gebaut, die Straßen gehen steil zum Meer hinab und erinnern mich deshalb an San Francisco. Ich möchte Italien vom südlichsten bis zum nördlichsten Ort bereisen, mal schauen, was mir auf meinem Weg alles noch so begegnet.

Jetzt geht es weiter nach Siracusa, auf einen Stellplatz direkt neben dem Theatro Grecco. Von hier aus fahre ich mit dem Rad in die Altstadt auf der Insel Ortygia.

Die Radfahrt durch die engen Gassen mit unübersichtlicher Straßenführung, kreuz und quer fahrendenden Autos und einem Gewirr von Einbahnstraßen stellt schon eine Herausforderung dar. Hier gründeten die Griechen bereits in der Antike die Stadt, hier befindet sich ein großer Teil der historischen Bauten. Ich schlendere über eine der Brücken, mit denen Ortygia mit dem Festland verbunden ist, vorbei an Ausgrabungsstellen, durch die engen Gassen mit hübschen Geschäften, Lokalen, die Tische und Stühle auf die Strasse gestellt haben, um Gerichte mit frischem Fisch anzubieten. Ich bleibe in einem mit hausgemachter Pasta und Sardellen – köstlich!

 

Tag 16 Marina di Ragusa

Es bleibt aber nicht schön, der Himmel ist grau und bewölkt, den geplanten Strandtag widme ich in einen Fahrtag um.

Unterwegs besuche ich die Steilküste „Scala dei Turchi“, unbedingt sehenswert! Die Felsformation strahlt weiß, sieht wie Salz aus und führt terrassenartig bis ans Meer. Woher der Name kommt, ob die weißen Steine an Pamukkale in der Türkei erinnern, oder ob die Sizilianer die sarazenischen Piraten, die hier ihr Unwesen trieben, mit Türken verwechselten…

Ich fahre weiter Richtung Südwesten, die Berge verschwinden langsam und in den Ebenen und an den Hängen entlang wabert ein Meer aus Folien. Hier ist der ganze Landstrich unter Gewächshäusern verschwunden, selbst Wein wird unter Folie angebaut. Schön sieht das nicht aus! Da stellt sich mir schon die Frage, wo da Insekten leben, Vögel Futter finden, die Bewässerung mit Pumpen aus Flüssen nicht dem Regen überlassen wird?


Inmitten der Gewächshäuser steht ein Hinweisschild auf einen Campingplatz `Agritourismo´. Mitten im Nirgendwo, aber direkt am Strand, finde ich neben Tomatengewächshäusern mein Stellplatz für diese Nacht, in Marina di Ragusa.

 

Tag 15 Capo Bianco

Selinunte bei Triscina


Weiter an der Küste entlang, gelange ich schon bald an ein weiteres Zeugnis der bewegten Vergangenheit Siziliens, an die Ausgrabungsstätte der antiken griechischen Stadt Selinus, die im 7. Jhd.v.Chr. von den Griechen gegründet wurde. Die wiederaufgebauten Tempel, die größtenteils durch Erdbeben in früheren Jahrhunderten zerstört wurden, liegen auf einer Anhöhe oberhalb des Mittelmeers. Ich hatte eine wunderbare Aussicht. Auf dem Gelände sind Kunstobjekte installiert, es lohnt, den Park zu besuchen.

Nach soviel Kultur freue ich mich schon auf die Fahrt durch die wunderschöne Küstenlandschaft. Richtung Südosten wird es wieder hügeliger, in den weiten Tälern liegen endlose Olivenplantagen, abgewechselt vom sizilianischen Wein. Am Straßenrand blühen jetzt Mohnblumen, blaue Zaunwinden, Bouganvillea-Hecken und Oleander. Die Restaurants und Unterkünfte entlang der Küste machen sich für den kommenden Touristenstrom bereit, Terassen werden frisch gestrichen, Campingplätze haben ihre „Aperto“-Schilder ausgehängt. Und immer wieder Hinweise auf Agritourismo-Unterkünfte, Urlaub auf Bauernhöfen, Weingütern, bei Olivenbauern. Von einer kleinen Anhöhe aus habe ich einen wunderbaren Blick ins Tal, durch das der Fluss Piatani fliesst und ins Meer mündet. Dann erreiche ich auch schon den kleinen Ort Ericlea Minoa und folge den Hinweisschildern zum Campingplatz. Was für ein Ausblick! In einem Pinienwald kann ich mein Wohnmobil direkt ans Meer lenken, mein Stellplatz ist 10 m vom Strand entfernt. Rechter Hand erhebt sich eine helle Steilküste, die diesem Abschnitt wohl den Namen gegeben hat. Aus meinem Fenster blicke ich aufs türkisfarbene Meer. Wenn das Wetter weiterhin so schön bleibt, bleibe ich hier auch ein paar Tage.

 

Tag 14 Triscina

Mit kleinen Unterbrechungen regnet es den ganzen Tag. Sowie es mal für eine halbe Stunde aufhört, nutze ich es für einen kleinen Strandspaziergang, ansonsten habe ich es in meinem Wohnmobil sehr gemütlich und mit einem spannenden Buch wird es auch nicht langweilig.

Tag 13 Triscina

In der Nacht hat es angefangen zu regnen. Es stürmt und gewittert und das soll laut Wetterbericht auch die nächsten Tage so bleiben. So fahre ich an der Küste entlang Richtung Westen, durch Marsala und Mazara del Vallo. Ende Mai ist hier anscheinend noch keine Saison und Strände, Hotels und Ferienhäuser, die sich entlang der Küste aneinander reihen, sind menschenleer, Bars und Restaurants noch geschlossen. Vielleicht ist es ja dem Regenwetter geschuldet, aber Vieles sieht heruntergekommen und verfallen aus, das macht mich traurig und läd nicht zum verweilen ein.

Aus dem Internet habe ich mir einen Stellplatz direkt am Meer ausgesucht. Der Platz ist sehr schön und ich stehe direkt am Meer, das bei diesem stürmischen Regenwetter sehr wild und aufgewühlt ist.

Tag 12 Trapani

Spontan biege ich von der Landstraße entlang der Westküste ab in eine winzige Seitenstraße, denn im Vorbeifahren hatte ich aus dem Augenwinkel ein Schild wahrgenommen: Camping in der Villa Maria, ein „Agriturismo-Betrieb“, das hörte sich spannend an. Ich fahre ein paar Kilometer zwischen Salinen hindurch und dann durch endlose Olivenplantagen.In der Hofeinfahrt des schönen Herrenhauses liegt ein riesiger Hund vor der Eingangstür und beobachtet mich gelangweilt. Ein altes Ehepaar mit von Sonne und Arbeit gegerbter brauner Haut tritt heraus und begrüßt mich herzlich, stellen sich als Maria und Leonardo vor und erzählen beide sehr viel in italienisch – ich verstehe kaum ein Wort. Dann steigt die alte Dame auf ein mindestens genauso altes Fahrrad und winkt mir, ihr hinterher zu fahren. Kreuz und quer geht es durch einen wunderschönen Pinienwald und irgendwo mittendrin bleibt sie stehen, hier soll ich parken. Da stehen schon zwei andere Wohnmobile, davor sitzen ein paar Leute bei einer Flasche Wein. Die alte Dame stahlt stolz und zufrieden und radelt wieder davon.

Schnell komme ich mit den Nachbarn ins Gespräch und muss feststellen, das meine Idee eine mehrwöchige Italien-Rundreise zu machen gar nicht so einzigartig ist. Schon auf der Fähre lernte ich ein Schweizer Ehepaar kennen, die wie ich Renter sind, ein neues Wohnmobil hatten und ohne Plan für mindestens acht Wochen durch Italien fahren wollen. Und hier, irgendwo im nirgendwo treffe ich wieder ein Rentnerpaar aus Köln und eins aus Berlin, die genau das gleiche vorhaben. Ich liege anscheinend voll im Trend, Reisen mit dem Wohnmobil wohin und so lange ich möchte.

Tag 11 Sferracavallo

Ein kleiner Fischerort, an dem der Tourismus bisher scheinbar vorbeigefahren ist. Ein kleiner Stellplatz unter uralten Olivenbäumen für maximal 20 Wohnmobile. Zu Fuß erreiche ich den kleinen Fischereihafen, nur wenige Kilometer vom Strand entfernt erheben sich imposante steile Berge.

 

Die Menschen sind freundlich und entspannt und sehr hilfsbereit. Als ich morgens den Bäcker suchte, hatte einer der Männer die vor einem Stand mit frischem Fisch standen, genügend Zeit mit mir um die Ecke zu gehen und mich zum Bäcker zu bringen. Einem Fischer schaute ich neugierig dabei zu wie er auf einem kleinen Tisch am Straßenrand ein Netz mit frischen Seeigeln bearbeitete. Er schnitt sie mit einem Messer auf, eine Hälfte wurde weggeworfen und aus der anderen Hälfte wird mit einem Löffel der rohe Seeigel gegessen. Natürlich durfte/musste ich auch probieren – es schmeckte richtig gut.

 

Tag 10 Fähre

Die Fähre entpuppt sich als riesiges Hotelschiff und so habe ich eine schöne Kabine mit einem großen Fenster und Blick aufs Meer. Die Fahrt ist ein wenig eintönig, rechts Meer, links Meer und hinten und vorne auch. Die Mahlzeiten und das Ambiente der Restaurants erinnert mich ein wenig an die Uni-Mensa. Leider gibt es auf Deck keine Sitzgelegenheiten oder gar Liegestühle, was bei dem überwiegend sonnigen Wetter besonders schade ist.

Dann endlich taucht Sizilien am Horizont auf.

Leider gibt es unter Deck bei der Ausfahrt noch einen Autounfall, die Auffahrt wird gesperrt und die Polizei wird gerufen um die Situation zu klären. Also noch ein bisschen länger warten. Nur gut, das ich mir ausnahmsweise einen Stellplatz vorgebucht habe, denn es ist inzwischen dunkel geworden und auf suchen hätte ich jetzt keine Lust mehr.

 

Tag 9 Genua

Eine große Stadt, eine Hafenstadt, chaotisch, hupend, laut. Aber auch eine Altstadt mit vielen verwinkelten engen Gassen, Wäsche die aus den Fenstern hängt, kleinen Bars und Restaurants, bunt, gemütlich, romantisch, morbid.

Am späten Nachmittag fahre ich dann in den Fährhafen

und musste einige Stunden warten bis es dann endlich los ging.

 

Tag 8 Genua

Nur noch wenige Kilometer und ich bin in Italien. Während es gestern auf der nördlichen Seite des Gotthard noch einstellige Temperaturen hatte, lacht heute die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel. Genua reizt mich jetzt nicht wirklich sehr, eine große laute Hafenstadt. Ich fahre an der Küste entlang ein paar Kilometer in westliche Richtung bis Vesima und suche mir einen Stellplatz direkt am Meer, lege mich in die Sonne und lasse mich von der Brandung einlullen.

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Auf dem Weg

Tag 7 Gotthard-Tunnel

Es wird Zeit, das ich mich von den Freunden und von Freiburg und dem Schwarzwald verabschiede. Am späten Nachmittag fahre ich los, die Autobahn durch Basel ist wirklich nicht sehr schön und ich vermeide auf jeden Fall auch nur einen Kilometer zu schnell zu fahren, denn in der Schweiz wird viel geblitzt und es ist sehr teuer. Kurz hinter dem Gotthard-Tunnel wird es dunkel und ich suche mir einen ruhigen Schlafplatz und genieße noch ein wenig die Aussicht auf die schneebedeckten Berggipfel.

 

Tag 6 Freiburg – Kander

Im südlichen Schwarzwald, nahe der schweizer und der französischen Grenze liegt das kleine Städtchen Kandern. Ein Attraktion, die sowohl Einheimische als auch Touristen aus der näheren und ferneren Umgebung anlockt ist die Kandertalbahn, ein liebevoll restaurierter Museumszug mit dem ich einen Ausflug in das ein paar Kilometer entfernte Nachbarstädtchen mache.

Ganz in der Nähe liegt etwas versteckt das kleines Bauerncafe Café Inka.

Es gibt nicht nur leckere Schwarzwäler-Kirsch-Torte, sondern auch eine Überraschung.
Als das Gebäude 1988 renoviert wurde fand man unter der Wandverkleidung eine Tapete aus dem Jahre 1819 einer Pariser Tapeten-Manufaktur, die Szenen aus dem Leben der Inkas zeigt.

 

 

Tag 5 Freiburg

Fauler Tag ohne Program.

 

Tag 4 Freiburg – Belchen

Die Sonne schein, die Vögel zwitschern, ideales Wetter für eine Wanderung auf den Belchen. Er ist der vierthöchste Berg des Schwarzwald und liegt am sehr schönen Münstertal. Vom Gipfel aus habe ich einen tollen Rundumblick über einen Großteil des Schwarzwald, die Vogesen und den Jura in Frankreich und bei dem tollen Wetter das ich heute habe, kann ich auch weit in der Ferne die Zugspitze und den Mont Blanc erkennen.

 

Tag 3 Freiburg – Breisach

Heute mache ich einen Ausflug nach Breisach, einem kleinem Städtchen am Oberrhein, geprägt durch das Stephansmünster aus dem 12. Jahrhundert, der Brücke über den Rhein als Zugang zum Elsass, ein großes Freilichttheater und sehr vielen Kunstobjekten die mir überall begegnen.

 

Tag 2 Freiburg

Nach Freiburg ist es von Darmstadt aus dann nicht weit. Vor 40 Jahren habe ich hier gelebt und ich liebe diese Stadt immer noch sehr. Um das Freiburger Münster herum drängeln sich die Touristen, in der Innenstadt sind einige alteingesessene Geschäfte Ketten gewichen, aber abseits der Touristenströme, während ich gemütlich an den Bächle entlang durch die kleinen Gässchen bummele, genieße ich hier und da die badische Küche und den badischen Wein.

Kein Geheimtipp mehr, aber von der Straße nicht zu erkennen und daher fast touristenfrei, ein neues Restaurant über den Dächern von Freiburg, das SKAJO. Ich finde sofort einen Platz und genieße die Aussicht über den Marktplatz mit dem Münster und die alten Stadttore bis weit in den Schwarzwald hinein.

 

Ich besuche Freunde aus alten Tagen und es gibt abends in der Straußenwirtschaft bei Schäufele und Spätburgunder viel zu erzählen. Hier bleibe ich ein paar Tage.

 

Tag 1 Darmstadt

Endlich ist es soweit, mein Abenteuer kann beginnen. Das Wohnmobil ist bepackt und betankt. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, aber notfalls habe ich ja eine Kreditkarte und ich fahre ja auch nicht ans Ende der Welt.

Mein erstes Ziel ist gar nicht so weit weg. Meine Tochter lebt in Darmstadt, hat dort ihre erste Wohnung und den ersten Job. Das möchte ich mir natürlich alles anschauen.

Das Stadtbild wird durch die vielen Studenten geprägt, jung und bunt. Rund um das Schloss gibt es viele gemütliche Kneipen. Natürlich musste ich auch Handkäs mit Musik probieren – sehr lecker!

 

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Planung

Planung

Bald geht es los, ich feile noch an der Planung. Mein Ziel ist der südlichste und nördlichste Ort Italiens und dazwischen viele nette Menschen kennenzulernen, schöne Orte und Strände und Berggipfel zu finden, typisch italienische Köstlichkeiten zu genießen und ganz viel mehr. Ich freue mich schon.