Frankreich – Entlang der Atlantikküste

Frankreich – Entlang der Atlantikküste

 

19. Tag

Weil es so schön ist fahren wir heute noch einmal mit den Rädern in das kleine Fischerdorf L‘Herbe mit seinen typischen Holzhäusern.

Haben wir uns in den letzten Tagen noch gefragt wofür die vielen Holzstecken im Wasser stehen,

sehen wir heute, weil nämlich Ebbe ist, ihren Zweck. Es sind Abgrenzungen für die Austernfelder. Die Austern werden in Gitterboxen gezüchtet, zur Ernte werden die Boxen, sie sind ungefähr 50 x 100 cm groß, eingesammelt und in Meerwasserbecken bei den Restaurants zwischengelagert, bis sie dann frisch auf den Teller kommen. Eine Auster braucht übrigens 3-4 Jahre bis sie groß genug zum Verzehr ist.

Aber, Austern gab es gestern schon, heute probieren wir mal Schnecken mit Knoblauchmajonaise.

Waren auch gut, aber die Austern waren besser.

 

18. Tag

Die Tage am Truc Vert mit der ruhigen Atmosphäre und den duftenden Pinien verleiten dazu, es ganz gemütlich angehen zu lassen. Mittags haben wir uns mit den Rädern auf den Weg nach L‘Herbe gemacht, einem kleinen Dorf auf der Innenseite des Arcachon Beckens, wo die Austernzüchter zu finden sind. An der kleinen Straße reiht sich ein Austernzüchter an den anderen, und die meisten haben auch eine Degustation oder ein kleines Restaurant direkt am Meer. Dieses hier, direkt am Strand, gefällt uns besonders gut.

Die Karte ist nicht sehr umfangreich,

aber das Essen außergewöhnlich, Austern, Crevetten, gesalzene Butter.

Und abends lud das schöne Wetter zu einem Picknick am Strand ein.

 

17. Tag

Die Sonne lacht und wir machen einen Ausflug zum südlichsten Zipfel der Landzunge, zum Cap Ferret. Durch den herrlich duftenden Pinienwald, führen markierte Radwege. Wir radeln vom Zirpen der Zirkaden begleitet.

Am südlichsten Zipfel der Landzunge steht der sehr schönen Leuchtturm, den man auch besteigen kann – leider waren wir in der Mittagspause da.

Also radeln wir noch ein Stückchen bis ganz an die Spitze, ‚Bellevue‘. Von dort aus kann man über die Buch hinüberschauen auf die Häuser von Arcachon und auch die große Sanddüne ‚Dune du Pilat‘.

Aber wofür stecken diese Stecken im Wasser? Die Auflösung folgt am Tag 19.

 

16. Tag

Auch wenn die Sonne nicht scheint, ist es wunderbar am Strand, es ist ist warm, der Sand ist weich und die Wellen hoch, kleine Strandbars und ein paar Mutige, die sich zum Surfen in die aufschäumende Gischt der hohen Wellen stürzen.

 

15. Tag

Gestern Abend fing es schon an zu regnen, über Nacht hat es dann ordentlich auf das Wohnmobil geprasselt, eigentlich ein schönes Geräusch wenn man gemütlich im Bett liegt. Aber heute früh hat es immer noch geregnet und die Wettervorhersage sagt für die nächsten Tage auch keine Besserung voraus. Also, getreu dem Motto „follow the sun“ sind wir innerhalb einer halben Stunde abfahrbereit und fahren weiter Richtung Süden. Unser Ziel ist Lacandau. Der in den 70-er Jahren geschaffene Badeort Lacandau-Océan ist unser nächstes Ziel. Hier wollen wir auf einen schönen Campingplatz. Das haben wir allerdings nicht erwartet: ein Retortenort, bei dem jede noch so kleine Hütte mit dorischen Säulen ausgestattet ist, Souvenirshops, Rummel. Hier wollen wir nicht bleiben!
Also fahren wir weiter, Über kleine Straßen durch ein riesiges Waldgebiet, es duftet herrlich nach Pinien und Kräutern. Nach einer knappen Stunden, kurz vor Cap Ferret, finden wir den schönen Camping de Truc Vert, mitten im Wald gelegen und nur wenige Meter vom Meer entfernt. Hier bleiben wir.

 

14. Tag

Der Himmel sieht dramatisch aus, aber wir lassen uns von einer Fahrradtour nach Saint Martin de Ré nicht abhalten.

Die Befestigungsanlage aus dem 17. Jhd. rund um den kleinen Ort in Form eines Sterns ist heute UNESCO Weltkulturerbe. Sie wurde erbaut, um die Bevölkerung im Falle einer feindlichen Anlandung zu schützen. Durch das Stadttor radeln wir in den Altstadtbereich.

Mit 2700 Einwohnern ein kleiner, verschlafener Ort….

Doch die vielen kleinen Gassen voller Geschäfte und Bars und Restaurants lassen auf die vielen Touristen schließen, die hier in der Reisezeit erwartet werden.

Der Hafen ist das touristische Zentrum.

Vor dem Stadttor grasen die Esel, die hier gezüchtet werden.

Aus ihrer Milch wird unter anderem eine besondere Seife hergestellt, die neben dem Salz von den Salzwiesen überall gekauft werden kann. Touristen können auch Ausritte auf Eseln machen. Da es sehr viel Mücken gibt, die die Esel gerne in die Beine stechen, zieht man den Eseln kurzerhand ‚Hosen‘, Stoffstreifen, die über die Beine gezogen und auf dem Rücken verknotet werden, an.

 

13. Tag

Mit dem Fahrrad geht es durch das kleine Örtchen mit seinen engen Gassen und weißen, blumengeschmückten Häusern

hinaus zu den Salzwiesen. Ähnlich wie bei einem Kartoffelbauern werden hier Felder angelegt, die aber mit Meerwasser gefüllt.

Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet ein Teil des Wassers und eine feine Salzschicht bleibt auf dem verbleibenden Wasser übrig, die wird dann abgeschöpft, also wie Kartoffeln geerntet.

 

12. Tag

Über Nacht fing es an zu regnen und zu gewittern und das Frühstück fand heute nicht im Freien statt. Gegen Mittag wurde es wieder schöner und wir konnten endlos lang am Strand spazieren gehen und faul in der Sonne liegen und dösen oder lesen.

 

11. Tag

Wir verabschieden uns von Quiberon und fahren an der ‚wilden’ Westküste entlang. Heute ist mal wieder ein Reisetag, aber mit einigen spannenden Zwischenstopps. Entlang der steilen Klippen kann man wunderbar wandern und immer wieder auf die schäumenden Wellen blicken. Wohnmobile haben hier schlechte Karten, einen Parkplatz zu finden. Alle Parkplätze sind mit einer Durchfahrtshöhen-Schranke versehen, ab 2,10m Höhe kommt man nicht mehr drauf!

Neben ‚Moules‘ und ‚Galettes’ gibt es hier ein weiteres kulinarisches Highlight: Ölsardinen in Dosen! Entlang der Küste stehen die Fabriken, wo diese Delikatesse in verschiedenen Geschmacksrichtungen verkauft werden, angeblich je älter je besser. Wir werden später vom mutigen Selbstversuch berichten!

 

Für dieses Probiersortiment haben wir 16 Euro bezahlt.

Dann ging es weiter nach Carnac, dem Ort mit den 10000 . Bis heute ist nicht ganz klar, welche Bedeutung sie für die Menschen vor mehr als 7000 Jahren hatten.

Obwohl – wir vermuten ja, dass Obelix etwas damit zu tun hat …

Dann endlich sind wir an unserem heutigen Ziel, der Ile de Re, angekommen und freuen uns auf den angekündigten bereiten Sandstrand. Aber auch hier gibt es Gezeiten und jetzt gerade ist Ebbe!

Abends sind wir mit dem Rad in das kleine Örtchen La Couarde sur Mer gefahren. Kleine, weiße Häuschen, Stockrosen, blühender Oleander und an diesem Abend auch noch zufällig ein Stadtfest! Superstimmung, überall Bänke und Tische draußen, Live-Musik, Fisch vom Grill, Muscheln mit Frites,  Bier und Cidre und total voll, aber schön.

 

10. Tag

Wir wollen uns Quiberon noch einmal in der Woche mit geöffneten Geschäften ansehen. An der Strandpromenade entlang und in der kleinen Innenstadt reihen sich hübsche Geschäfte mit höherwertiger Kleidung aneinander, unterbrochen von Cafés und Restaurants

Und kleinen Skulpturengärten, in denen großformatige Fotos von des  letzten und vorletzten Jahrhunderts berichten.

Abends genießen wir die schöne Stimmung im Segelhafen von Quiberon.

 

9. Tag

In der Nacht ist aus dem Wind ein kräftiger Sturm geworden, das Wohnmobil wurde kräftig gerüttelt und geschüttelt. In den Morgenstunden kam dann noch direkt über uns ein Gewitter und wolkenbruchartiger Regen hinzu. Aber wir haben trotzdem gut geschlafen und nach einem gemütlichen Frühstück bei prasselndem Regen klarte es auf. Mit den Rädern sind wir trocken und im Sonnenschein nach Quiberon geradelt. Ein hübsches Städtchen mit vielen Läden, Creperien und Restaurants, am Hafen kann man das Einlaufen und Abfahren der Fähre nach Belle-Ile-en-Mer beobachten.

Der Abend beschert uns noch einen schönen Sonnenuntergang am Meer.

 

8. Tag

Wir machen einen Zwischenstopp in dem hübschen Städtchen Quimper, das zum Bummeln durch die Altstadt mit seinen vielen Fachwerkäusern einlädt. Beim Bummel durch die überdachte Markthalle erledigen wir die Einkäufe für den heutigen Abend, Wein, Käse, Schinken und Baguette.

Dann geht es weiter nach Quiberon. Kurz vor dem Ziel machen Surfschulen und -shops Lust auf hohen Wellengang am Atlantik. Bei 31 Grad, strahlend blauem Himmel und mildem Lüftchen liegt das Meer aber spiegelblank vor uns!

Schon am Abend schlägt das Wetter um und da sind sie, die Wellen mit Schaumkronen und die steife Brise!

 

7. Tag

Die Reise geht weiter, unsere neues Ziel ist der westlichste Zipfel Frankreichs, der Point du Raz. Unterwegs kommen wir immer wieder durch schöne, kleine Orte mit den typischen Natursteinhäusern und beeindruckenden Kirchen. Und dann sind wir am Parkplatz vor dem Aussichtspunkt angekommen – und müssen 8 € Parkgebühr zahlen! Die Aussicht ist allerdings traumhaft: man sieht an den vorgelagerten Inseln, wie die Strömungen aufeinandertreffen und das Wasser an den Klippen hochsteigt, aber das Meer liegt ganz ruhig und tiefblau vor uns.

 

6. Tag

Heute geht es mit den Rädern entlang der Küste und quer durch Landesinnere an den nördlichen Teil der Côte de Granit Rose, nach Trégastel und Ploumanac´h. Fast 20 km geht es bergauf und bergab, immer um die Flussarme herum. Und dann blicken wir auf die beeindruckenden, riesigen Felsen. Dieser sieht aus wie ein Steinbock, einer wie ein Kopf mit Baskenmütze.

Andere Formationen sind zwar nicht rosa, aber dafür 50 mtr hoch und sehen aus wie übereinander gestapelte Pfannekuchen.

Im Hafen – wie immer ist Ebbe und die Boote liegen im Trockenen – finden wir ein kleines Straßencafé und genießen eine weitere regionale Spezialität: Bretonische Würstchen und Galette mit Nüssen und Ziegenkäse und Honig.

 

5. Tag

Vom Campingplatz führt ein steiler Weg an den Strand und von dort aus immer oberhalb des Meeres bis zum Hafen von Trebeurden. Wir sind auf dem alten Zöllnerweg unterwegs, sehr anspruchsvoll, weil wir immer mal wieder über die Felsen klettern müssen! Aber dann laufen wir an der neuen Promenade am Strand entlang bis zum Hafen.

Unser Ziel ist der Hafen von Trébeurden.

Hier haben sich einige Wenige mit Badekleidung am Strand eingerichtet, aber sonst ist es menschenleer.  Im Hafen liegen viele Boote, aber die Restaurants und  Strandbuden entlang der Promenade sind geschlossen, weil heute Mittwoch ist? Direkt am Hafen haben wir dann doch noch nettes Restaurant gefunden und Gerichte der Region probiert: Galette und Muscheln, lecker und empfehlenswert!

 

4. Tag

Vom Klosterberg, der noch in der Normandie liegt, geht es heute weiter in die Bretagne. Unser Ziel ist das Département Côtes d’Armor mit der Côte de Granit Rose, den rosa Granitfelsen.

Die gut 200 km fahren wir in Nähe der Küste durch idyllische kleine Örtchen. Überall die schönen Natursteinhäuser, häufig mit den typischen blauen Fensterläden und Hortensien als Hecken oder im Garten. Solche Blütenfarben haben wir bisher noch nicht gesehen, blau in allen Variationen! Und in jedem noch so kleinen Ort finden wir große Kirchengebäude.

 

3. Tag

Wir radeln mit den Fahrrädern entlang des Flusses Couesnon, der vor dem Mont Saint-Michel ins Meer mündet, bis zur Brücke, die das Festland mit dem Klosterberg verbindet. Wegen der vielen Besucher ist hier ein Shuttlebus eingesetzt, der regelmäßig hin- und zurückfährt. Wir radeln aber über die Brücke, weil es heute nicht so voll ist, und parken unsere Räder direkt am Eingang.

Der Eintritt auf den Klosterberg ist kostenfrei, lediglich der Besuch der Abtei ist kostenpflichtig. Wir sind pünktlich zu Beginn der Mittagszeit da, viele Besucher stürmen eines der vielen Lokale. Deshalb steigen wir über endlos viele Treppen zuerst zur Abtei hinauf  – hier ist es jetzt tatsächlich nicht so voll – und bummeln anschließend durch die Altstadt hinunter.

Der Aufstieg ist mühsam, aber er lohnt auf jeden Fall, denn die Abtei mit den vielen Räumen und verwinkelten Gängen ist sehr sehenswert. Im Audioguide erfahren wir von den vielen Wandmalereien, die die Räume ursprünglich schmückten. Leider  ist davon und auch von den ursprünglichen Bodenbelegen nichts mehr vorhanden.

Auch der Ausblick auf die Küste und das Meer ist lohnenswert.

Der Abstieg durch die verwinkelten Gassen mit den vielen Geschäften erinnert ein bisschen an die Winkelgasse aus Harry Potter.

 

2. Tag

Der Weg in die Normandie führt uns über Le Havre und die spektakuläre Brücke Pont du Normandie.

Am frühen Nachmittag kommen wir an unserem ersten Ziel an, dem Mont Saint-Michel, dem spektakulären Klosterberg auf einem Granitfelsen, der aus dem Meer ragt. Die Sonne scheint, wir nehmen die Räder und fahren für einen ersten Eindruck zur Insel hinüber. Früher konnte man den Klosterberg zu Fuß nur bei Ebbe erreichen, bei Flut war die kleine Insel vom Wasser umspült. Heute geht das ganz entspannt, denn die Insel ist über einen langen Steg mit dem Festland verbunden. Ein Tribut an die 3.5 Millionen Touristen die die Insel pro Jahr besuchen.

 

1. Tag

Es ist soweit, wir starten endlich unsere Frankreich-Tour. Wir wollen an der Atlantikküste entlang bis nach Südfrankreich fahren. Durch Belgien und dann in die Normandie und unser erstes Ziel ist Mont Saint-Michel.

Den ersten Campingplatz in der Nähe des Mont Saint-Michel haben wir ab Sonntag gebucht. Wir fahren schon am Samstagnachmittag los und am frühen Abend, nachdem wir die französische Grenze passiert haben, fahren wir von der Autobahn ab in ein kleines Städtchen. Dort gibt es einen kleinen Stellplatz auf dem wir die Nacht verbringen wollen. Der Stellplatz liegt inmitten kleiner Siedlungshäusern aus rotem Backstein und erinnert an uns an die Bergarbeitersiedlungen im Ruhrgebiet! Schon etwas müde machen wir uns auf die Suche nach einem Lokal, aber entweder sind sie schon lange geschlossen oder sie haben ausgerechnet heute zu. In einem Hinterhof finden wir die kulinarische Herausforderung dieses kleinen französischen Ortes. Keine Austern, kein Wein, aber dafür Currywurst mit Pommes und dazu belgisches Bier.

 

 

Leiden ****

April 2022

 

Leiden

Von Katwijk aus sind wir mit dem Rad nach Leiden gefahren – und total begeistert von der Jahrhunderte alten Architektur, den vielen Kanälen, Cafés, Brücken, ´lecker Birtje`, der Atmosphäre, die in dieser alten Universität herrscht. Besonders witzig: eine Grachtenrundfahrt im 4-er Ruderboot mit dem Guide als Steuermann!

 

 

Meine Wertung: ***** sehr schön, nehmt euch Zeit zum Bummeln und Genießen

Katwijk ***

April 2022

 

Katwijk an Zee

Bei schönstem Sonnenschein geht´s nach Katwijk, einer kleinen Küstenstadt in Südholland direkt an der Nordsee, etwa 20 km nördlich von Den Haag. Wir genießen das Strandleben am breiten Strand mit quirligen Strandcafes. Mit dem Fahrrad können wir nicht nur durch die weitläufigen Dünen radeln, sondern auch über das gut ausgebaute Fahrradwegenetz nach Scheveningen, die von lauter Kanälen durchzogene Stadt Leiden oder auch der Keukenhof mit seinen riesigen Tulpenfeldern erreichen. 

 

Meine Wertung: ***** die südlicheren Orte wie Domburg oder Oostkapelle haben einen noch weitläufigeren Strand und sind oft mit schönen Waldgebieten verbunden. Hier finden sich ruhigere Gegenden mit nicht ganz so vielen Touristen.

Lago d‘Orta

April 2022

 

Lago d‘Orta

Direkt hinter den Alpen liegen die schönen italienischen Seen. Wie Perlen sind sie nebeneinander gereiht: ganz im Osten der Lago di Garda, westlich daneben der kleinere Lago di Iseo, dann folgt der Lago die Como, der zum Teil in der Schweiz liegende Luganersee See und weiter im Westen der Lage Maggiore. Ganz aus dem Blick fällt häufig der kleine Bruder, der Lago d‘Orta. Wir kannten ihn bis vor Kurzen noch nicht und so geht es wohl den meisten, denn der See ist touristisch noch nicht überlaufen. In den Bars und Restaurants wird kein Deutsch gesprochen!

Wir sind durch einen Zufall auf den Ortasee gestoßen. Vor einiger Zeit haben wir ein Krimi-Hörbuch von Giulia Conit gehört, ‚Lago Mortale‘, der den Ortasee mit so vielen schönen Worten beschreibt, dass wir unbedingt einmal hierhin wollten.

Da die Saison noch nicht so richtig begonnen hat, finde wir problemlos einen Stellplatz direkt am See. Und ab morgen soll die Sonne scheinen und es richtig schön warm werden.

 

Omegna

Der neue Tag beginnt mit strahlendem Sonnenschein und guter Laune. Leider ist es noch zu frisch, um schon draußen am See frühstücken zu können, aber frische Brötchen und Kaffee schmecken auch drinnen.

Dann geht es auf die Räder und wir fahren an das nördliche Ende des Sees, nach Omegna. Wir hatten schon im Reiseführer gelesen, das Omegna eher eine von der stahlverarbeitenden Industrie geprägte Stadt ist als ein romantisches Dörfchen. Einige der bekannten Hersteller von italienischem Küchenzubehör findet man hier, Espresso-Kannen von Bialetti, Zuckerdosen und Kessel von Alessi oder Töpfe von Lagostina.

Radfahrer sind leider auf die einzige Straße angewiesen, die auf der Ostseite des Sees die Orte miteinander verbindet, Radwege gibt es leider keine. Zum Glück ist die Straße nicht sehr viel befahren und die wenigen Autos machen einen großen Bogen um uns.

Neben den Hochhäusern, die an der Uferstraße stehen, gibt es auch ein paar schöne Straßen in der kleinen Altstadt zu entdecken.

Nach der gemütlichen Rückfahrt erwartet uns ein romantischer Sonnenuntergang hinter den Bergen am See.

 

Orta San Giulio

Noch müssen die ‚Capitani‘ am Hafen von Orta auf Fahrgäste warten. Jetzt, in der Vorsaison, ist die Piazza Mario Motta eher leer und etwas verschlafen.

Von den gemütlichen Bars, Cafés und Restaurants rings um den Platz können wir die wenigen Passanten und den Hafen beobachten und

haben einen wunderschönen Blick auf die Isola San Guilo.

Bei unserem Streifzug durch den Ort stoßen wir auf steile Treppen und schmale Gassen, Fassaden mit verblassenden Fresken, aber auch immer wieder auf abbröckelnden Putz, zerbrochene Fensterscheiben und verwilderte Gärten.

Wo wir es am wenigsten erwartet haben, werden an einer kleinen Bar gerade die Tische abgeputzt und bei einigen Sonnenstrahlen, die mittags in die Gasse fallen, werden uns leckere Köstlichkeiten serviert!

 

Pella

Heute geht es mit dem Fahrrad um den See zum gegenüberliegenden westlichen Ufer, dort liegt der kleine Ort Pella. Der Ortasee ist nicht unbedingt ein Radfahrer-Paradies, es geht bergauf und bergab überwiegend über Haupt- und Nebenstraßen, aber die sind nicht stark befahren. Vorbei geht es an wenig touristischen Flecken, einige Firmengebäude stehen rechts und links der Straße, die Wohnhäuser sind mit schmiedeeisernen Toren versehen, aber ab und zu gibt es auch einen schönen Blick auf den See.

Und plötzlich war da eine kleine Bar direkt am Seeufer, die zu Kaffee und Brioche einlud.

Pella ist ein hübscher, kleiner Ort mit einem ebenso kleinen Hafen und ein paar Restaurants – angeblich kann man hier besonders gutes „Gelati“ bekommen.

Für den Rückweg haben wir uns dann eins der kleinen Boote gechartert und waren 15 Minuten später wieder in Orta.

 

Sacro Monte d‘Orta

400 m über Orta San Giulio erhebt sich der Sacro Monte d‘Orta, seit 2003 Unesco Weltkulturerbe. Wir laufen den spiralförmigen, Kieselstein gepflasterten Weg entlang an 20 Kapellen, die allesamt dem Leben des Hl. Franziskus von Assisi gewidmet sind. Die großzügigen Fresken zeigen Episoden aus seinem Leben. Besonders beeindruckt haben uns aber die Terrakotta Figuren in den Kapellen, die ebenfalls Szenen aus Franziskus Leben abbilden. Vorbild waren jeweils Menschen aus der hiesigen Umgebung oder Persönlichkeiten der damaligen Zeit. Die Arbeiten stammen aus dem 16.-18. Jahrhundert.

Immer wieder blitzt zwischen den Bäumen der glitzernde See hervor. Von hier oben haben wir eine fantastische Aussicht und Rundumsicht über den See.

 

Ameno

Mit dem Rad die jetzt schon vertraute Strecke zum Kreisverkehr vor Orta und dann den Fußweg am Sportplatz vorbei – ein Radweg ist das nicht, aber wir kämpfen uns über den Schotterweg! Vorbei an den Häusern, die mit großen Graffitti an vielen Häuserwänden. Weiter, immer bergauf, über sonnenbeschienene, verschlafene Straßen, an Natursteinmauern entlang. Ab und an eine alte Villa, ein schönes Haus mit schmiedeeisernem Tor, alte Häuser mit großen Gärten.

Weiter oben am Berg haben wir eine fantastische Aussicht über den See mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Der Frühling ist nur am See angekommen!

Und dann, ca. 250 mtr oberhalb des Lago d‘Orta, liegt das kleine 1000 Seelen Dorf Ameno. Die jungen Leute sind wohl weggezogen, um in den Städten Arbeit zu finden.

Jetzt herrscht im Ort Sonntagsruhe, nach einigem Suchen finden wir eine kleine Bar und sitzen in der Sonne. Im kleinen Park nebenan finden wir ein Eishaus, das früher vor der Erfindung des Kühlschranks, zur Aufbewahrung von Lebensmitteln benutzt wurde.

Direkt daneben einen Turm mit trompe lóeil Bemalung (die Fenster sehen aus wie echt, sind aber nur aufgemalt).

 

Isola San Giulio

Heute geht es von Orta San Giulio aus mit dem Schiff zur Isola San Giulio. Die Insel liegt direkt vor der Halbinsel Orta San Giulio mitten im See, die Überfahrt dauert nur ein paar Minuten.

Die Stufen führen in die Basilika, die über und über mit Fresken bemalt ist. Wer glaubt, Comics seien eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, sollte sich unbedingt die Geschichten, die hier erzählt werden, ansehen!

 

Von der Basilika führt der ´Weg der Stille`einmal durch die engen Gassen der Insel um das Kloster der Benediktinerinnen herum. Sinnige Sprüche begleiten auf Tafeln die Touristen, die hier (zumindest außerhalb der Saison) in den malerischen Gassen Ruhe und Einkehr finden.

 

Meine Wertung: ***** sehr entspannter Urlaub mit ein paar schönen Ausflügen
Orta San Giulo
Lago d’Orta
Camping Orta, Via Domodossola 28, Orta San Giulio

Dortmund U / Düsseldorf K20 – Kunst aus Ghana

Februar 2020

 

Ghana haben wir vor einigen Jahren bereist, wir haben unsere Tochter besucht, (Besuche bei unserer Tochter), die dort gearbeitet hat. Während dieser Aufenthalte haben wir das Land bereist. Ghana ist kein typisches Urlaubsland, Pauschaltouristen haben wir gar keine gesehen. Unsere Reiseroute und Unterkünfte haben wir direkt vor Ort geplant und gefunden. Wir haben immer wieder wir Guides gefunden, die uns zu den Stätten der kolonialen Vergangenheit geführt haben, aber auch eine abwechslungsreiche, wundervolle Landschaft und Menschen, die uns sehr freundlich gesonnen waren. Nach wie vor sind wir sehr interessiert an Themen, die mit dem Land zu tun haben.

 

EFIE. The Museum as home

Dortmunder U

10. Dezember 2021 – 6. März 2022

Identität, Kolonialismus, Raubkunst – aktuelle Themen, denen sich auch Künstler aus Ghana stellen. Nana Oforiatta Ayim möchte die Exponate aus den ehemals kolonialisierten Staaten zurück in ihre Ursprungsländer bringen. Heraus aus den Völkerkundemuseen, wo die Objekte häufig in ethnologischen Sammlungen landeten, in die Kunstmuseen als Kunstobjekte.

 

In Accra, Ghana, hat Nana Oforiatta Ayim ein „mobiles Museum“ aufgebaut, in dem zeitgenössische ghanaische Kunst ausgestellt wird.

Im Dortmunder U habe ich mir die von Nana Oforiatta Ayim kuratierte Ausstellung „EFIE. The Museum as home. Kunst aus Ghana“ angesehen. Hier werden zeitgenössische Arbeiten und historische Artefakte aus deutschen Museen gezeigt.

Für Königin und König der jeweiligen ghanaischen Region wurden vor ihren Palästen diese Schirme aufgespannt

 

Zeitgenössische Künstler*innen verwenden in ihren Kunstwerken Farben, Materialien und Symbole ihrer ghanaischen Heimat

Meine Wertung: unbedingt mit der Wertung afrikanischer Kunst beschäftigen. Holt die Exponate aus den Völkerkundemuseen!
Dortmunder U,
Zentrum für Kunst und Kreativität
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund

 

 

Nkyinkyim Museum, Ada, Ghana

Kwame Akoto Bamfo

Vor Kurzem bin ich dann auf den ghanaischen Künstler Kwame Akoto Bamfo gestoßen, der seine Skulpturen im Nkyinkyim Freilichtmuseum in Ada, Ghana, ausstellt. Die teils aus Terrakotta gefertigten Skulpturen erzählen die Geschichte der afrikanischen Sklaven, ihre Angst, ihren Schmerz, ihre Furcht.

 

Meine Wertung: Bei der nächsten Reise nach Ghana direkt vom Flughafen Accra nach Ada reisen. Eine Eco-Lodge aussuchen, paradiesische Tage verbringen und das Freilichtmuseum unbedingt besuchen!
Nuhalenyim
Ada
Ghana

 

 

Fliegen im Verbund mit der Nacht

Lynette Yiadom-Boakye

16.10.2021 – 13.2.2022

Museum K20

Die junge Künstlerin lebt in England, hat jedoch ghanaische Wurzeln. Für ihre Portraits hat niemand Modell gesessen, sie entstanden aus Fotografien, Sammlungen gefundener Bilder, oder schlicht aus dem Leben.

Meine Wertung: fantastische Portraits! Unbedingt die nächste Ausstellung der Künstlerin besuchen, da im K20 die Zeit leider abgelaufen ist.
K20
Grabbeplatz 5
40213 Düsseldorf

Bochum – Planetarium ****

Februar 2022

 

Es sieht ja fast aus wie ein UFO und eigentlich ist es das ja auch. Man steigt in das „Raumschiff“ ein, setzt sich in einen bequemen Sitz und fliegt durch die unendlichen Weiten des Weltalls. Und das alles gerade um die Ecke herum im Planetarium in Bochum.

Unter dem Zeltdach aus Metall befindet sich die riesige Kuppel für die 360 Grad Projektion.

In der Mitte steht der modernste Sternenprojektor der Welt. Mit ihm können genauso viele Sterne projiziert werden, wie das menschliche Auge unter optimalen Bedingungen sehen kann, 3000 bis 5000. Dafür müsste man allerdings fernab der „Umweltverschmutzung“ durch das Licht unserer Städte sein. An abgelegenen Orten wie den Sternenparks ist das bei guter Sicht möglich. Besonders fantastisch ist der Blick im Outback Australiens, wo ich vor Jahren die Möglichkeit hatte, den Sternenhimmel zu bewundern. Hier ist Ähnliches wohl nur im Planetarium möglich.

Es gibt unterschiedliche Programme, aber alle haben Bezug zum Weltall. Die verschiedenen Programme dauern ca. eine Stunde und sind nicht nur fantastisch anzusehen, sondern auch sehr informativ.

Meine Wertung: ***** sehenswert
Zeiss Planetarium Bochum

Castroper Str. 67
44791 Bochum
parken kann man direkt hinter dem Planetarium 

Wuppertal – Visiodrom ****

Januar 2022

 

Es regnet, nein, es schüttet aus Kübeln, es ist ungemütlich und kalt. Das ist doch eine gute Gelegenheit für einen Museums- oder Ausstellungsbesuch. Aber Achtung, es gibt Ausstellungen, in denen ist es zwar trocken, aber drinnen genauso kalt wie draußen. Also dicke Socken und eine warme gemütliche Jacke nicht vergessen und dann geht es nach Wuppertal ins Visiodrom.

Das Visiodrom ist in einem ehemaligen Gasspeicher der MAN-Werke untergebracht. Von 1952 bis 1997 wurde von hier aus Wuppertal mit Erdgas versorgt. Mit einer Höhe von 47 mtr und einem Durchmesser von 38 mtr konnten hier 60.000 Kubikmeter Gas gespeichert werden.

Heute findet man im Inneren die mit 6.100 qm größte 360 Grad Projektionsfläche in Europa. 29 Projektoren mit einer Gesamtleistung von 60 Mio Pixel sorgen für ein beeindruckendes Erlebnis. Der Kubus in der Mitte mit der Projektorbühne obenauf, sieht auf den ersten Blick störend aus, wird aber sehr gut in die Show mit einbezogen. Rundherum sind an den Wänden, wie in einem Amphitheater, ein paar Reihen großer Stufen gebaut. Dort gibt es gemütliche Sitz-/Liegesäcke, von denen aus man eine entspannte Sicht über einen Großteil des Innenraums hat. Die besten Plätze sind meines Erachtens links, mittig gegenüber des Kubus´ (auf der rechten Seite stört die beleuchtete Tür zur Toilette) und vergesst nicht, eine der am Eingang ausgelegten Decken mitzunehmen.

 

Die aktuelle Show bis Mitte Mai ist

HUMANS –  Im Einklang mit der Natur – seit Jahrtausenden“

Die Show zeigt die letzten indigenen Völker, die oft ganz bewusst fernab von unserer Zivilisation und Industriegesellschaft auf diesem Planeten leben, versteckt im Regenwald oder auf einsamen Steppen. Es werden ihre Bräuche und Riten und ihr Lebensumfeld gezeigt.

 

Der Countdown läuft, gleich geht es los …

Die Show startet mit einem glühenden Sonnenball und einer Reise  durch das Sonnensystem.

Dann folgen in schneller Reihenfolge beeindruckender Bildern und Videos von Landschaften und Menschen, riesengroß rundherum an die Kesselwände projiziert.


   

Das Dach des Kessels schaut wie ein riesiges Auge herab.

Wir haben uns die Show gleich zwei mal angesehen, so schnell konnten wir die vielen Bilder gar nicht verarbeiten! Die Fotoausstellung auf der unteren Ebene machte die Ausstellung vollständig. Die großformatigen Fotos sind ähnlich brillant wie die Videos und mit vielen Informationen über die Fotografen und die von ihnen besuchten Menschen.

Nach der Show haben wir uns im Restaurant Asposto, im Gasometer, aber abgeteilt vom wirklich kalten Inneren und wunderbar geheizt, aufgewärmt bei leckerer Pizza und Pasta.

Draußen stürmt und regnet es immer noch, aber der Ausflug hat sich gelohnt.

Meine Wertung: ***** sehenswert
Mohrenstraße 3
42289 Wuppertal

 

Winterberg – Bob Race *****

Januar 2022

Während es unten im Tal in Winterberg trübe, grau und nebelig ist, scheint die Sonne hoch auf dem Kahlen Asten vom blauen Himmel auf jede Menge Schnee.


Im Ort schieben sich die Touristen durch die Straßen, an den Skihängen ist das Gedrängel groß ist, aber etwas abseits der vollgeparkten Straßen und Parkplätzen finden wir einsame Wege für einen Waldspaziergang. Der Schnee glitzert, immer wieder rutscht von den Tannen eine kleine Schneelawine.

Der nächste Tag ist wolkenverhangen und regnerisch. Vorsichtig bewegen wir uns morgens auf der spiegelglatten Straße. Von der Fahrt auf der Bob-WM-Strecke hält mich das diesige Wetter aber nicht ab, und bald beginnt es sogar zu schneien. Die Bob-WM-Strecke ist 1600 mtr lang und zwischen Start und Ziel liegen 110 mtr Höhenunterschied. Der Bahnrekord liegt bei 54,54 Sekunden, das entspricht ungefähr 140 km/h. Die Kühlanlage, die die Bahn eisig hält, entspricht ungefähr 2675 Haushaltskühlschränken.

 

Meine Wertung: ***** tolles Erlebnis
Buchenweg 52
59955 Winterberg

Neujahr auf dem Blauen ****

Neujahr 2022

Ach, wie schön! Am späten Neujahrsmorgen sind wir bei sonnigem Wetter, bei einem Spaziergang im Schwarzwald, im Berggasthof auf dem Blauen (1165 mtr) gelandet. Bei Kaffee und Kuchen und warmer Wintersonne haben wir einen fantastischen Fernblick über die mit Nebel gefüllten Täler des Schwarzwald bis hin zu den Schweizer Alpen.

 

Meine Wertung: ***** toller Ausflug
Hochblauen 1
79418 Schliengen

Dortmund – Westfalenpark – Parkleuchten ***

Dezember 2021

Heeee, du gehst in die falsche Richtung,
zum Parkleuchten im Westfalenpark geht es dort lang …

Eine visuelle Bühne für kleine Tänzer*innen

Das hat mich sehr beeindruckt, ein leuchtendes Kornfeld mit Ähren aus LEDs

Man kann während einer gemütlichen Gondelfahrt die Lichterpracht von oben genießen

oder mit der Bimmelbahn durch den Park fahren (leider führt der größte Teil der Strecke durch den unbeleuchteten dunklen Teil des Parks)

 

Meine Wertung: ***** schön für einen abendlichen Spaziergang
(Aber Achtung, merkt euch gut woher ihr gekommen seit, wir haben uns im dunklen Park verlaufen und sind kreuz und quer geirrt, bis wir den Parkplatz wiedergefunden hatten) 
An der Buschmühle 3
44139 Dortmund

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