Sri Lanka Rundreise

Sri Lanka Rundreise

Warum eigentlich Sri Lanka? Weil wir uns nicht nach Indien getraut haben? Vielleicht! Weil wir Lust auf Elefanten, Teeplantagen, Tempel, Sonne und Strand hatte? Sehr wahrscheinlich! Wir habe im Internet einiges über Sri Lanka gelesen, viel Schönes über die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten, aber auch Nachdenkliches, über die Armut, über ungepflegte Hotel und schlechten Service. Wir habe schon einige Länder Asien bereist und uns immer wohl gefühlt, also warum nicht Sri Lanka, auch wenn hier einiges anders zu sein scheint, aber das macht es ja gerade so interessant. Also fingen wir an zu planen, 14 Tage Rundreise und dann noch eine Woche an einem schönen Strand die Füße ins Wasser halten. Ein Pauschalreise wollten wir nicht, ganz auf eigene Faust mit dem Rucksack auf dem Rücken aber auch nicht. Die Route hatten wir nach einiger Zeit festgelegt, die Flüge war über das Internet schnell gebucht. Bei den Hotels haben wir uns schon ein wenig schwerer entscheiden können, entweder waren sie zu teuer oder ihre Lage oder die Hotelbewertung war miserabel. Dann suchten wir nach einem Tour-Anbietern in Sri Lanka. Es gab nicht viele, aber schließlich fanden wir einen Anbieter, der uns sehr schöne landestypische Hotels vorschlug und dazu auch sehr günstig den Transport innerhalb des Landes organisieren wollte. Kein großer Reisebus, sondern ganz individuell, mit der Möglichkeit, und das war uns wichtig, die Route ganz nach unseren Wünschen spontan zu verändern. Das haben wir noch nie ausprobiert, hört sich irgendwie dekadent an, aber der Preis war überzeugend. In Summe günstiger als eine Pauschalreise.

Colombo

Morgens 3:25 Uhr in Colombo: Wir brauchten nicht den Mietwagenschalter suchen, stattdessen drängelten wir uns durch eine Traube von Chauffeuren, die mit Namensschildern ausgestattet, die Ausgangstür blockieren. Auch unser Fahrer war unter ihnen. Mit einem nasalen, aber halbwegs verständlichem Englisch stellte er sich als Randjid vor. Dann ließ er uns vor dem Flughafen warten um sein Auto zu holen. Warum parkte er nicht wie alle anderen direkt vor dem Ausgang? So standen wir dann eine ganz Stunde dort herum und warteten frierend und müde auf sein Rückkehr. Er muss sehr weit weg geparkt haben, denn als er zurückkam, stand außer uns niemand mehr vor dem Flughafen. Ein guter Anfang? Mal abwarten! Die Fahrt aus der Stadt heraus war abenteuerlich. Es ging im Dunkeln über schmale Wege, bei denen wir uns nicht sicher waren, ob es Straßen oder Feldwege waren. Vereinzelt tauchten unter einer fahlen Straßenlaterne kleine Lichtinseln auf, Bushaltestellen, um die sich große Menschentrauben gebildet hatten. Überall sind Frühaufsteher unterwegs, auf dem Weg zu ihrer Arbeit. Wir wollten spontan entscheiden ob wir zu müde waren und direkt zum Hotel fahren oder einen ersten Aufenthalt am Elefantenwaisenhaus in Pinnawala einlegen wollten. Trotz des trüber, regnerischer Morgens, verflog die Müdigkeit und der Wunsch nach einer heißen Tasse Kaffee wurde immer größer, also eine Pause wäre schön.

Pinnawala

Als wir das Elefantenwaisenhaus erreichten, war es noch geschlossen. Aber zum Glück war direkt davor auf dem Parkplatz eine kleine Kaffeebar, die bereits geöffnet hatte. Sie erinnerte ein bisschen an einen Container ohne Seitenwand. Aber es roch herrlich nach frischem Gebäck, süß und nach Zimt … aber nicht nach Kaffee. Also passten wir uns den Landesgewohnheiten an und tranken Tee mit reichlich Milch. Na ja ….
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Direkt daneben verkaufte eine Frau an einem kleinen Tischchen frische Kokosnüsse. Auch wenn ich hier noch ein wenig skeptisch schaue, aber die Milch der orangefarbenen King Coconut schmeckt wirklich toll, anders als die der grünen Kokosnüsse, frisch und fruchtig und leicht säuerlich.
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Im Elefantenwaisenhaus gibt es keine Zäune und Absperrungen, Elefanten stehen und laufen fast überall frei herum und wir hätten sie anfassen können, aber es ist kein Streichelzoo und ein ausgewachsener Elefant ist schon ehrfurchteinflößend groß.
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Zum morgendlichen Baden wurde ein Tor zur Straße geöffnet und die Elefantenherde trottete gemütlich über die Straße zum nahegelegenen Fluss. Ihnen beim Baden zuzuschauen ist ein tolles Erlebnis. Die großen Elefanten, die cool und lässig ins Wasser stampften und sich mit dem Rüssel Wasser über den breiten Rücken gespritzt haben und daneben die kleinen Elefanten, die wie tobende Kinder im Wasser herumtollten. IMG_5729

Dambulla

ist für die nächsten Tage unser Standort, von hier aus wollen wir ein paar Ausflüge zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten machen. Wir haben ein schönes Hotel, inmitten einer riesigen Mango-Plantage. Leider sind zu dieser Jahreszeit keine Früchte an den fast 1000 Bäumen.
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Egal welchen Weg wir im Laufe der Reise auch gefahren sind, Buddha-Statuen in unterschiedlichster Größe und Haltung haben uns immer begleitet.
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In Dambulla gibt es die größte Buddha-Statue Sri Lankas
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und den bekanntesten Höhlentempel. Bei Höhlentempel haben wir an alles möglich gedacht, in den Berg hinein klettern, unter die Erde gehen, nur nicht daran, das wir erst einmal ein paar hundert Stufen den Berg hinauf steigen mussten. Oben angekommen erwartet und eine Tempelanlage, die in einen Bergüberhang hineingebaut wurde.
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Dahinter sind einige Höhlen in denen es hunderte von liegenden, stehenden oder sitzenden Buddha-Statuen gibt.
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Viele Mönche bringen Blumen Opfergaben.
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Polonnaruwa

Im 11./12. Jahrhundert war es einmal die Hauptstadt von Sri Lanka, deshalb gibt es hier die Ruinen eines Königspalast, einen sehr großen Park und ein kleines Museum. Hier haben wir dann gelernt, wie Touristen durch Sehenswürdigkeiten geschleust werden. Unser Fahrer hat uns zum Parkeingang gefahren und wollte den Rest des Tages auf dem Parkplatz auf uns warten, damit er uns anschließend wieder zum Hotel zurückbringen kann. Wir waren kaum ausgestiegen, da wurde auch schon von allen Seiten auf uns eingeredet. Die einen wollten uns Tickets verkaufen, die anderen uns als Guide durch das Museum begleiten oder durch den Park und wieder andere wollten uns mit dem Auto zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten der weitläufigen Anlage fahren. Und jeder wollte 30 USDollar haben, zusätzlich zum Parkeintritt von 25 USDollar pro Person. Also nicht, das hier der falsche Eindruck entsteht, uns ist schon bewusst, das wir die „reichen“ Westeuropäer in einem sehr armen Land bin. Aber das war mir dann doch zu viel. Wir wollten keinen Guide der ununterbrochen auf uns einredet, wir wollten die Anlage auf eigene Faust erkunden, wollten uns auf den Rasen setzen und schauen, sonst hätten wir ja gleich eine Pauschalrundreise mit einem Bus voller Touristen wählen können. Die wenigen Dinge die wir wissen wollten, konnte uns auch unser Baedeker oder Lonely Planet erklären. O.k., wir sind Kulturbanausen. Es war nicht leicht uns der Guides zu erwehren. Auch unser Fahrer schien nicht begeistert, mit uns die drei oder vier Parkplätze anzufahren, die in der Nähe der Sehenswürdigkeiten lagen, die wir uns anschauen wollten, anstatt auf dem Parkplatz auf uns zu warten.

Zuerst haben wir uns eine Stupa angeschaut. In der ganzen Anlage ist es übrigens angesagt, vor Betreten eines Bauwerks oder eines Hofes, die Schuhe auszuziehen.
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Eine sehr schöne, weitläufige Anlage, in der nur wenigen anderen Touristen unterwegs waren, sodass wir uns alles in Ruhe anschauen konnten. Als wir vor dieser Tempelruine standen und in unserem Reiseführer lasen, stand plötzlich, wie aus dem Nichts aufgetaucht, jemand neben uns und frage, ob wir denn schon die Statue hinten links gesehen hätten. Unseren freundlichen Hinweis, das wir keinen Guide brauchen, ignorierte er und lief munter erzählend neben uns her. Auch weitere Hinweise, das wir keinen Guide benötigten und gerne alleine weiter gehen wollten, wurden ignoriert. Erst nachdem ich etwas nachhaltiger darum gebeten habe, jetzt in Ruhe gelassen zu werden, wich er von unserer Seite. Schwieriges Thema, das uns die gesamte Reise begleitet hat.
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Der ehemalige Königspalast.
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Tropische Vegetation…
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…und Termitenhügel.
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Sigiriya

Mitten auf dem flachen Land erhebt sich ein Monolith mit steilen Felswänden 180 mtr in die Höhe. Es ging wie immer um Macht und die Krone und der Königssohn hat seinen Vater umgebracht und hat dann auf Sigiriya eine Festung erbaut und sich Jahre lang dort verschanzt. (Der Eintritt ist auch heute mit 35 USD noch königlich.)
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Der Weg hinauf ist sehr abenteuerlich,
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aber nur Touristen trage feste Schuhe, Einheimische gehen in Flipflops.
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Oben ist nur noch die Ruine der ehemaligen Festung zu erkennen, aber man hat einen tollen Ausblick.
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Über eine stählerne Wendeltreppe kommt man unter einen Felsenüberhang mit den Fresken der berühmten Wolkenmädchen.
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Kandy

Heute geht es weiter in die Stadt mit dem berühmten Zahntempel. Auf dem Weg dort hin hatten wir Gelegenheit uns eine kleine Gewürzplantage anzuschauen. Plantage ist ein wenig übertrieben, ehr ein kleines Wäldchen von der Größe einer Turnhalle. Es war trotzdem interessant, den hier gab es wirklich alles exotischen Gewürzen und Kräuter zu sehen. Neben jeder Pflanze stand ein kleiner Tiegel mit einer Creme die aus der entsprechenden Pflanze gewonnen wurde. Es gab eine ausführliche Erklärung welche Wirkstoffe diese Cremes enthalten und wofür oder wogegen sie gut sind. Anschließend reichte man uns Erfrischungen und Früchte und ließ und eine kleine Massage angedeihen. Alles sehr schön. Dann kam der „Doktor“, der uns nach unseren Wehwehchen frage und uns die entsprechenden Gewürzextrakte empfahl. Und wenn es keine Beschwerden gab, dann kann man es ja prophylaktisch anwenden. Ja, und wofür das ganze? Na, dann führte man uns in einen kleinen Verkaufsraum und hier wurden alle unsere Erwartungen um ein vielfaches übertroffen. Alle teuren Preise, die wir aus Bioläden, Reformhäusern oder Apotheken kannten wurden um ein vielfaches übertroffen. Es war so teuer, dass wir nicht einmal anstandshalber etwas gekauft haben. Wir haben den Guides ein reichliches Trinkgeld gegeben und uns dann freundlich verabschiedet. Unser Fahrer war nicht mehr ganz so freundlich, denn er hatte wohl mit einer dicken Provision gerechnet.

Kandy selbst ist eine quirlige, lebendige Stadt an einem sehr schönen See gelegen.
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Manchmal ein wenig schrill.
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Das beliebteste Transportmittel innerhalb der Stadt, ist das Tuctuc, ein Moped mit einer Sitzbank für zwei Passagiere, unkompliziert und preiswert und es fahren hunderte herum.
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Damit sind wir zum Zahntempel gefahren. Auf der Straße zum Tempel gab es einige Händler, die Lotusblüten verkauften, die dann als Opfergaben daargebracht werden konnten.
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Der Zahntempel steht in einer weitläufigen, sehr schönen Anlage mit vielen kleinen Tempeln und Nebengebäuden.
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Hinter dieser Tür, vor einem Meer von Blumen, die als Opfergaben dargebracht wurden, und ständig von zwei Mönchen bewacht wurden, ist ein Zahn Buddhas aufbewahrt. Die vielen Gläubigen, die hier stehend oder sitzend beteten, ließen sich von dem ständigen Kommen und Gehen von Touristen und Gläubigen nicht beirren. Ein sehr ungewöhnliche Atmosphäre.
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In diesem Teil des Zahntempeln war ich nur ganz kurz, weil die Menschen, die hier saßen sehr in ihre Gebete vertieft waren.
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In einem der vielen kleinen Tempel, die sich auf dem Gelände befinden, saßen Mönche, mucksmäuschenstill und unbeweglich.
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Am nächsten Morgen, im Hotel, wurde uns auch klar, warum an der Balkontür ein Schild in mehreren Sprachen hing, das man die Tür doch geschlossen lassen solle.
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Nuwara Eliya

Heute geht es zuerst ein paar Kilometer mit dem Auto aus der Stadt heraus. Schnell wird es bergig und hinter jeder zweiten Kurve wartet ein neuer Wasserfall.
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Ab und zu auch eine „Raststätte“
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Dann sind wir auf die Bahn umgestiegen um weiter in die Teeberge zu fahren.
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Es ist kein Schnellzug und eine Klimaanlage gibt es natürlich auch nicht, dafür stehen Fenster und Türen während der Fahrt weit offen
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und wer möchte kann auch in der offenen Tür stehen.
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In unserem Wagon saßen nur Einheimische und außer uns keine Touristen. Die Menschen reden gerne, miteinander aber auch uns. Viele können ein wenig Englisch und wir wurden ununterbrochen gefragt, woher wir kommen und wie uns Sri Lanka gefallen würde. Die Menschen sind stolz auf Ihr Land und fühlen sich wohl und sind zufrieden.
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Ab und zu ein kleiner Bahnhof.
DSC_0491x DSC_0493y Irgendwann begannen die Teeplantagen
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und dann gab es nur noch Tee, so weit das Auge reicht.
DSC_0450y DSC_0453y Teepflückerinnen, eigentlich zur falschen Tageszeit unter der sengenden Mittagssonne. Normalerweise wird nur sehr früh gepflügt, wenn der Morgentau noch auf den Blättern liegt.
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Hier leben die Teepflückerinnen mit ihren Familien.
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Aber Handyempfang gibt es auch hier schon.
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Die Bahnfahrt von Kandy nach Nuwara Eliya war ein tolles Erlebnis und ich kann es jedem nur empfehlen.

Hikkaduwa

Die Weiterfahrt nach Hikkaduwa an die Küste hat fast einen ganzen Tag gedauert, enge Straßen, dichter Verkehr, endlos viele Dörfer die sich an der Straße wie an einer Perlenkette aneinander reihen. Aber die lange Fahrt hat sich gelohnt, das Meer und das Hotel sind traumhaft, der Service freundlich und hilfsbereit, hier können wir es eine Woche aushalten.
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Die ach so „lästigen“ Beachboys, also die Strandhändler, vor denen wir in vielen Reiseführern gewarnt wurde, waren stets freundlich und sind nach einem „nein, danke“ weitergezogen. Dafür haben wir ganz viele fröhliche Menschen kennen gelernt, die immer Lust auf ein kleines Schwätzchen hatten.
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Der Strand war einfach nur toll,
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das Meer voller bunter Fische
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und die Riesenschildkröten kamen neugierig bis an den Strand.
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Ein mehr als zwei Meter großer Waran sonnte sich am Hafen.
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Das Hotel hatte einen super tollen Pool.
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Der Service im Hotel war mehr als freundlich und sehr kreativ.
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Colombo

Nach einer Woche wunderbarer Entspannung fuhren wir noch für zwei Tage nach Colombo bevor es dann zurück in die Heimat gehen sollte. Colombo war eine absolute Enttäuschung, laut, hässlich, langweilig. Vielleicht haben wir ja nur im falschen Stadtteil gewohnt, denn abends um sieben waren alle Geschäfte und Lokale geschlossen. Wir mussten im dunklen über leere Straßen laufen um überhaupt ein Restaurant zu finden. Nicht unsere Stadt.
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Drei schöne Wochen, wir haben viel gesehen, viel erlebt, viele nette Menschen kennengelernt. Aber wir werden kein zweites mal hier Urlaub machen.

 

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