Schwarzwald Westweg

14.10.14

Ich habe es wahrscheinlich schon mehrmals erzählt, aber ich liebe den Schwarzwald. Das mag daran liegen, dass ich viele Jahre dort studiert, gearbeitet und gelebt habe. Besonders mag ich den Altweibersommer, wenn morgens früh noch dichte Nebel um die Bäume wabern und am späten Vormittag die Sonne den Nebel vertreibt und dann von einem tiefblauen Himmel das bunte Laub an den Bäumen leuchten lässt. Ich war schon lange nicht mehr dort und wollte ein paar Tage durch den Schwarzwald laufen. Nicht einfach so herumlaufen, sondern auf dem Westweg wandern, einem der bekanntesten Fernwanderwege Deutschlands, der sich von Nord nach Süd durch den Schwarzwald schlängelt. Er beginnt in Pforzheim und endet nach 285 Kilometern und über 10.000 Höhenmetern in Basel. Leider hatte ich nicht genügend Zeit, um den ganzen Westweg zu gehen, und so habe ich mir nur einige Kilometer vorgenommen.  Ich bin von Hausach bis zum Titisee gelaufen, das sind mit ein paar Schlenkern 75 Kilometer. Die Entscheidung für dieses Teilstück war einfach, denn in Hausach gibt es einen Bahnhof und in Titisee auch. Das machte die An- und Abreise sehr bequem.

 

Montag

Von Bochum mit dem Auto nach Freiburg und dem Zug nach Hausach

Heute früh geht es los, mit dem Auto fahre ich bis Freiburg. In der Nähe des Bahnhofs, in einer kleinen Anliegerstraße, stelle ich mein Auto ab und hoffe, dass es am Freitag auch noch dort steht. In ein paar Minuten bin ich zu Fuß und mit dem Rucksack auf dem Rücken am Bahnhof. Den Zug nach Hausach finde ich schnell und bald geht die Fahrt auch schon los. Am späten Nachmittag komme ich in Hausach an. Der kleine Ort, umgeben von bewaldetet Hügeln, ist auf Touristen eingestellt und so finde ich schnell ein Zimmer.

 

Dienstag

Von Hausach zur Wilhelmshöhe – 21 km, 1151 mtr Aufstieg, 419 mtr Abstieg

Noch ein letzter Blick auf Hausach, dann geht es los.
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Die Wilhelmshöhe ist heute mein Ziel.
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Etwas oberhalb des Ortes liegt die Burgruine der Burg Husen. Sie wurde vermutlich bereits im 12. Jahrhundert durch die Zähringer erbaut.
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Der Weg führ mich vorbei an alten
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und neuen Höfen
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über Berg und Tal, über Wiesen und dunkle Wälder.
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Vorbei an den Karlsteinen, kleinere und größere Granitbrocken. Auf den größten, der ca. 25 Meter hoch ist, führt sogar ein Felsensteig hinauf.
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Ein paar einsame Kühe, denen der Regen scheinbar nichts ausmacht.
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Mein Tagesziel, die Wilhelmshöhe.
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Ein typische Gaststube (tja, man muss es mögen oder nicht)
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und die dazu passende Brotzeit (wie gesagt, man muss es mögen oder nicht).
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Mittwoch

Von der Wilhelmshöhe zur Kalten Herberge – 23 km, 449 mtr Aufstieg, 404 mtr Abstieg

Direkt hinter der Wilhelmshöhe heißt es aufpassen, denn der Weg führ ein Stück durch ein Hochmoor. Der scheinbar feste Boden trügt, er ist weich und morastig und von schlammigen schwarzen Löchern durchsetzt, dir nur darauf warten, unachtsame Wanderer zu verschlucken – oder so ähnlich.
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Aber bald habe ich wieder festen Boden unter den Füßen und lichter Wald umgibt mich. Ich bin überrascht, wie wenig anderen Wanderern mir begegnen. Eigentlich ist der der frühe Herbst eine gute Jahreszeit zum Wandern. Oder ist der Schwarzwald so aus der Mode geraten?
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Ich habe nicht herausbekommen, was für ein Pilz das ist, aber essen möchte ich ihn nicht.
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Dieses kleine, unscheinbare Etwas auf 1078 mtr Höhe ist der Hauptquellfluss der Donau. Hier heißt sie noch Breg, ein paar Kilometer weiter, in Donaueschingen, fließt sie mit der Brigach zusammen und heißt ab dort Donau. Nach 2888 km Reise fließt dieses Wasser dann ins Schwarz Meer.
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Nur ein paar Schritte oberhalb der Quelle steht die Martinskapelle.
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Direkt daneben das alte Gasthaus Martinskapelle. Es ist jeder Zeit schön, hier einzukehren und etwas Bodenständiges aus der badischen Küche zu essen und dazu ein Tannenzäpfchen zu trinken (das ist angeblich Deutschlands bestes Bier aus einer kleinen Brauerei im Schwarzwald!?).
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Vorbei an den Günterfelsen, mal durch dichten Wald,
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dann wieder mit einem weiten Blick ins Tal.
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Der Brendturm auf dem Brend mit dem Gasthaus Brend in 1150 mtr Höhe.
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Das Tagesziel ist das Gasthaus Kalte Herberge. Als ich ankam, war es trüb und grau, aber am nächsten Morgen habe ich dieses Foto bei strahlendem Sonnenschein gemacht.
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Donnerstag

Von der Kalten Herberge bis zum Titisee – 24 km, 488 mtr Auftieg, 596 mtr Abstieg

Bei so einem tollen Wetter macht das Laufen doppelt Spaß und von „Kalte“ Herberge ist heute morgen nichts zu spüren.
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Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite
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und der der Schwarzwald auch.
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Der Titisee ist ein sehr beliebtes Ferienziel, besonders für Touristen aus dem amerikanischen und dem russischen Bereich. Unschwer zu erkennen an den mehrsprachigen Speisekarten … brrrrr.
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Lust auf eine Bootsfahrt
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oder lieber am Ufer sitzen und den Tag genießen?
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Freitag

Mit dem Zug vom Titisee nach Freiburg

Mit dem Zug geht es heute zurück nach Freiburg. Das Wochenende werde ich in Freiburg genießen, in der Altstadt, auf dem Münsterplatz, in einer der vielen gemütlichen Kneipen oder kleinen Restaurants, bummeln, essen, Wein trinken, den Tag genießen.

 

 

Die Tour lässt sich auch gut mit dem Auto erleben. Man kommt an vielen Stellen über Wanderparkplätze an den Westweg und kann kleinere Wanderungen vor dort aus starten.

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