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Mit dem Wohnmobil durch Italien

Und schon bin ich wieder zuhause.

Fast 8 Wochen war ich Unterweg, 6503 km bin ich gefahren, eine kleine Beule habe ich mit nach Hause gebracht, eine nicht mehr funktionierende elektrische Einstieghilfe, einen defekten Fahrradakku meines E-Bikes, 5086 Fotos und endlos viele Erinnerungen an Menschen und Landschaften und Begegnungen und Erlebnisse.

Ständig habe ich die geplante Route angepasst und modifiziert, weil es zu heiß war oder weil es zu kalt war, weil es zu voll war, weil die Straße gesperrt war, weil mein Wohnmobil zu groß für den Tunnel war, weil das Navi mich fehlgeleitet hat, weil die Straße zu einem Feldweg wurde und auf einer Wiese endete oder weil ich einfach Lust dazu hatte. Ich habe einen Schneesturm erlebt, hatte 46 Grad im Schatten und einen Temperatursturz innerhalb einer halben Stunde von 34 auf 11 Grad. Ich hatte Stell- oder Campingplätze an der Autobahn gehabt, war auf überfüllten Plätzen zwischen zwei Mobilheimen eingequetscht, habe oberhalb einer Steilküste übernachtet mit einem traumhaften Blick übers Meer und dem dazugehörigen Sonnenuntergang, stand an einsamen Bergseen mit Lagerfeuer und den Geräuschen der Wildnis … ich glaube es waren Bären die ich im Hintergrund gehört habe.

Das war meine Route:

… und ich habe mich keinen einzigen Tag gelangweilt oder geärgert!

 

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Mit dem Wohnmobil durch Italien – Trentino Südtirol

Tag 50 Sterzing

Auf das Wetter ist kein Verlass! Ich bin am gestrigen Nachmittag bei kühler Temperatur und immer wieder Regen Richtung Sterzing gefahren. Auf einem Autohof direkt neben der Autobahn liegt verkehrsgünstig ein Wohnmobilstellplatz mit guter Infrastruktur. Es gibt saubere Duschen und Toiletten und heute Morgen bekomme ich im kleinen Markt neben dem Duschhäuschen auch frische Brötchen. Schon am Abend hat der Regen nachgelassen und jetzt scheint sogar schon wieder die Sonne. Nach einem gemütlichen Frühstück fahre ich mit dem Rad in die Sterzinger City und parke direkt am Wochenmarkt. In der hübschen Altstadt bummele ich an den Cafes, Geschäften und Eisdielen vorbei. Hier will ich meine Urlaubsreise beenden und noch einige typische italienische Lebensmittel einkaufen. Am Ende sind es eher südtiroler Spezialitäten wie Schüttelbrot und Schinken, aber auch leckeres Olivenöl habe ich erstanden.

Mittags fahre ich los Richtung zuhause…

Mit dem Wohnmobil durch Italien – und plötzlich in Österreich

Tag 49 Großglockner

Von der angekündigten Bewölkung und Regen ist noch nichts zu sehen. Das Thermometer klettert schon wieder auf 34 Grad. In der näheren Umgebung war ich vor einigen Jahren schon einmal, damals allerdings auf Schusters Rappen. Deshalb möchte ich heute mit dem Wohnmobil über die Passstraße zum Großglockner. Dafür geht es wieder ins Gebirge, am sagenumwobenen Jungfernsprung halte ich an und klettere ein Stück den Berg hinauf. Wie überall an solchen Landmarken rankt sich auch hier eine Sage um die schöne Sennerin, die vom Teufel verführt werden soll und sich durch einen Sprung den Wasserfall hinunter vor seinen Nachstellungen rettet.

Weiter hoch auf der Passstraße ist der Blick ins Tal und auf den Stausee atemberaubend.

Erschrocken bin ich vom Anblick des Gletschersees, in dem nur noch einige Eisschollen des ehemals 200 m höheren Gletschers schwimmen.

Der Blick auf den Grossglockner mit dem ehemals vorhandenen Gletscher ist  trotzdem beeindruckend.

Vom Parkplatz aus laufe ich die Straße weiter hoch. Immer wieder sind Sichtfenster in der Mauer zum Tal, von denen aus der steile Abhang zum Gletschersee und der Wanderweg ins Tal zu sehen ist. Und dann balgen sich vier Murmeltiere unterhalb der Mauer.

Das Aufziehen von Regenwolken konnte ich schon seit einiger Zeit beobachten, aber ich bin immer noch im Sonnenschein gelaufen. Dann grollte schon ein Donner und ehe ich mich versehen habe, ist das Unwetter über mir. Gerade noch rechtzeitig schaffe ich es zum Wohnmobil, dann schüttet es wie aus Kübeln, graupelt und hagelt. Die Temperatur sinkt schlagartig auf 11 Grad.

Tag 48 Flattach

In der Nacht herrschte eine angenehme Temperatur, ich habe wunderbar geschlafen. Ich habe unter einer Fichte geparkt, die Sonne ist hinter meiner Ilse aufgegangen und zum Frühstück sitze ich in angenehmen Schatten. So soll es heute bleiben, ich folge dem Schatten der Fichte und relaxe abwechselnd auf der Wiese im Schatten oder im Liegestuhl – auch im Schatten.

 

Tag 47 Flattach

Schon früh werde ich heute wach, der Stellplatz lädt nicht zum Stühle ´rausstellen und gemütlich frühstücken ein. Kurz darauf fahre ich los, weiter ins Gebirge hinein. Es soll weiterhin so heiß bleiben, schon um 10.00 Uhr zeigt das Thermometer 34 Grad an. Da habe ich meine Ziele, die Gärten von Schloß Trauttmansdorff in Meran, Hafflingen, Meran 2000,die ich eigentlich in den nächsten Tagen anfahren wollte, erst einmal gecancelt. Ich mache mich auf zur Passstrasse zu den Drei Zinnen. Dort oben möchte ich übernachten und einen Sonnenauf- und untergang auf fast 2500 mtr Höhe erleben.

Unterwegs halte ich in Toblach, bummele durch den Ort und frühstücke in einem der hübschen Cafes.

Schon der Weg zu drei Zinnen führt mich durch eine beeindruckende Bergwelt.

Je näher ich dem Abzweig zur Passtrasse komme, umso voller werden die Straßen. Und dann – die Zufahrt zu den drei Zinnen ist von Carabinieri gesperrt! Auf meine Frage, warum, erhalte ich die Antwort: wegen Überfüllung, der Stellplatz oben sei voll und sie wüßten nicht, wann wieder ein Wohnmobil die Straße passieren darf.

Bin ich enttäuscht! Ich hatte es mir wunderbar vorgestellt, dort oben zu stehen. Aber warten, ob ich in den nächsten Stunden oder Tagen Gelegenheit habe, möchte ich auch nicht. Dafür warten zu viele Autos und Wohnmobile auf den Stellplätzen entlang der Straße.  Ich werde irgendwann einen neuen Versuch starten, außerhalb der Hauptsaison!

In den Bergen möchte ich bleiben, aber die italienischen Alpen sind mir inzwischen zu voll. Ich fahre weiter nach Österreich, nach Kärnten. Unterwegs sehe ich zufällig das Hinweisschild auf die Raggaschlucht in Flattach. Das ist eine schöne Alternative, in einer kühlen Schlucht zu wandern. Spontan biege ich ab, finde einen Parkplatz unterhalb der Schlucht und laufe durch den Eingang an der Ragga entlang. Ich bin überwältigt von dem wilden Raggabach, der sich durch das Gebirge geschnitten hat und stellenweise als Wasserfall durch die Schlucht fließt. Über steile Holztreppen und gewundene Wege am Berg entlang steige ich bis zum Ende der Schlucht hoch. Es geht immer über dem Wasser entlang, der Wasserfall sprüht mich beim Hochsteigen nass, aber die kühle Luft in der Schlucht ist richtig erfrischend. Herunter geht es über einen ebenfalls sehr steilen Waldweg, bis ich wieder im Tal angekommen bin.

Hier finde ich auch den schönen Stellplatz Alpencamping Bidner, auf einer großen Wiese hinter dem Gasthof, direkt an der Möll. Hier stehen nicht einmal eine Hand voll Wohnmobile. Der Abend ist angenehm kühl, die gut gepflegten, neuen Duschen und Sanitäranlagen machen den Aufenthalt entspannt, auf der Terrasse des Gasthauses gibt es österreichische Spezialitäten wie Kaiserschmarrn und Wiener Schnitzel!

 

 

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Trentino Alto Adige

Tag 46 Pragser Wildsee

Ich möchte noch etwas mehr von der herrlichen Bergwelt und den schönen Seen in der Region sehen. Über den Lago di Baies oder Pragser Wildsee habe ich schon einiges gelesen und auch andere Camper haben von dem schönen See berichtet. Während der Fahrt dorthin wird mir bewusst, dass die Hauptreisezeit nun begonnen hat. Die Straßen sind voll und auch am See sind die Parkplätze gut besucht. Ich hatte mir eine ruhige Idylle vorgestellt, aber vor dem einzigen Hotel am See waren nicht nur Souvenirstände, sondern auch sehr, sehr viele Touristen, die wie ich den See besuchen wollen.

Um den See führt ein schöner Wanderweg entlang, und spätestens am Bootsverleih wird der Touristenstrom dünner. Trotzdem laufe ich an Wandergruppen, Familien und vielen jungen Leuten in sportlicher Ausrüstung vorbei und auch einige Fahrradfahrer tragen ihre Räder über die Stufen des Wanderweges – selber Schuld, sie hätten die Verbotsschilder für Radfahrer vielleicht besser berücksichtigen sollen.

Der See ist wirklich wunderschön, türkisblau und umgeben von hohen Bergen mit Schneeresten auf den Gipfeln. Ich warte, bis in den Abendstunden die meisten Besucher verschwunden sind und setze mich mit einem Glas Wein auf eine der vielen Bänke am See. Welch schöne Abendstimmung, zumal eine Besucherin überraschend ein Dudelsackkonzert am Ufer gibt, für das sie viel Applaus erntet.


Auf dem Parkplatz vor dem See kann ich an diesem Abend übernachten, wobei – zwischen den großen Brüdern geht meine Ilse fast verloren…

 

Tag 45 Lago di Molveno

Nach einer Nacht mit angenehmen Temperaturen gehe ich zuerst an den See, um ihn jetzt im Morgenlicht mit seinem kristallklarem Wasser zu bewundern. Der See ist kalt, gerade 20 Grad, sehr erfrischend!

Im Rücken habe ich die wunderbare Bergwelt der Dolomiten.

Ich fahre mit dem Rad in den Ort und dann mit der Seilbahn auf die Bergstation. Das Rad könnte ich mit hoch nehmen, es gibt dort einen Mountainbike-Parcour. Mir sind die Berge zu Fuß aber lieber, ich schaue den Downhill-Rasern gerne aus der Seilbahn zu.

Von der Bergstation aus habe ich einen fantastischen Blick auf die Berggruppe des Parco Adamello-Brenta, auch auf den Cima Brenta, der mit 3150m der höchste Berg ist.  Der Lago die Molveno ist von hier aus wie ein türkisfarbenes Auge zu sehen.

 

Tag 44 Lago di Molveno

Heute Morgen will ich mich entscheiden, wohin ich vor der großen Hitze in der Toskana flüchte: ans Meer oder in die Berge? An den Stränden werden die Campingplätze inzwischen sehr voll sein, auch die Italiener haben Sommerferien. Und wie eine Ölsardine am Strand zu liegen, gefällt mir auch nicht. Also, ab in die Berge! Ich suche mir einen Badesee aus, davon gibt es in den Dolomiten einige, und starte meine Sightseeing-Tour per Auto. Die lieblichen Hügel der Toskana werden höher, bewaldeter, wilder. In den Ebenen werden Wein und Olivenhaine abgelöst von endlosen Apfelplantagen. und dann kommen auch schon die ersten Alpenausläufer, weiter geht es, immer weiter ins Gebirge, bis ich auf ca. 1000 m in Molveno ankomme. Der Ort und der See sind umgeben von hohen Bergen, auf deren Spitze in 3000m Höhe die letzten Schneereste zu sehen sind. Der Campingplatz liegt direkt am See, es gibt einen privaten Zugang zur Liegewiese am Strand. Und vom See weht ein kleiner Wind, sehr angenehm!

Abendstimmung am See und Campingplatz.

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Toskana

Tag 43 San Gimigiano

Am Abend treffe ich in San Gimigliano ein und finde einen Stellplatz in Nähe des Ortes. Mit dem Rad fahre ich am nächsten Morgen über die alte Handelsstraße der Franken und sehe schon von Weitem die Silhouette der Stadt,

geprägt von den zahlreichen Geschlechtertürmen. Die durch den Handel reich gewordenen Kaufleute haben hier ab dem 12. Jhd. ihren Reichtum in um Höhe konkurrierende Türme zur Schau gestellt.

In der Stiftskirche Santa Maria Assunta finde ich wie ein mittelalterliches Comic, in wunderschönen Fresken, zum einen Szenen aus dem alten Testament auf der einen Seite und Jesu Leben von der Geburt bis zur Kreuzigung auf der anderen Seite.

Obwohl diese Kirche christlich ist, finden sich auch hier wie in vielen anderen Kirchen im Süden Italiens, Anklänge an maurischen Baustil und viele Themen aus der Antike.

Einen der Geschlechtertürme, den „Torre Grossa“, kann ich besteigen. Von hier oben habe ich einen fantastischen Rundumblick über Siena und die darum liegende Ebene.

 

Tag 42 Siena

Schweren Herzens verlasse ich den „Camping Trasimeno“, aber ich habe einen Termin zur Fahrradreparatur in Siena und außerdem ist mein Stellplatz am See ab heute bereits vermietet.

Vormittags will ich Siena erkunden. Die Stadt liegt, schon von der Autobahn sichtbar, mit imposanten, großen Gebäuden vor mir.

Durch die Porta Tufi in der teilweise erhaltenen Stadtmauer gelange ich in den Altstadtbereich der Stadt. Die Straße führt direkt zur Basilica De San Domnico. Beeindruckende Fresken zeugen von der Zeit der Erbauung im 13. Jhd., von den zahlreichen Herrschern, die sich hier durch großartige Künstler ein Denkmal gesetzt haben. Besonders beeindruckt hat mich die Bibliothek, in der riesige Folianten mit wunderbar ausgeschmückten Kirchenbüchern ausgestellt sind.

Weiter geht es zum berühmten „Il Campo“, auf dem auch in diesem Jahr der „Palio“, das berühmte Pferderennen, stattfindet. Aktuell ist der Platz schon in Vorbereitung, Holzabtrennungen sind aufgebaut, die ersten Sitzreihen dahinter stehen. Heute ruhen sich aber nur einige Touristen dort aus, von Pferden ist nichts zu sehen.

In einer Seitenstraße kehre ich in einen kleinen Wurst- und Käseladen wie es viele in Siena gibt, ein (in Deutschland wäre es sicherlich ein 1a Delikatessenladen), in dem der Inhaber hinter der Theke steht, sich seine Schürze umbindet, um mir das (nach seiner Aussage) beste Focaccia innerhalb der Stadtmauer zuzubereiten. Recht hat er, superköstlich!

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Umbrien

Tag 41 Lago Trasimeno

Die Temperatur steigt auf weit über 30 Grad, Assisi war sehr heiß. Da lege ich eine kleine Ruhepause ein und fahre an den Lago Trasimeno. Hier habe ich mir den Campingplatz „Camping Trasimeno“ ausgesucht, den ich ganz dringend weiterempfehlen möchte! Es gibt Stellplätze direkt am tiefblauen Wasser des Sees, die sanitären Anlagen sind supergepflegt, morgens um 7.00 Uhr wurde ich gerne in den Pool gebeten, während der Bademeister mit Reinigen und Wasserproben beschäftigt war, die Waschmaschine und den Wäschetrockner konnte ich ohne zusätzliche Kosten nutzen. Ein Superservice und eine schöne, ruhige Stimmung auf dem gesamten Platz.

 

 

Tag 40 Assisi

Vom Campingplatz gibt es einen Shuttlebus nach Assisi. Morgens um 9.30 Uhr finden ich mich mit einigen Anderen ein. Es ist jetzt schon sehr warm, aber ein Städtebummel reizt!

Mein erster Weg führt mich zur „Basilica di San Francesco“. Ich bin von der Pracht, dem wunderschönen blauen Sternenhimmel in der Basilica und den prachtvollen Gemälden, Skulpturen, dem Gold und dem Prunk überwältigt. Das Ganze mal zwei, denn es gibt die Kirche in 2 Etagen und außerdem kann man auch noch die Krypta besichtigen. Franz von Assisi hat Armut und ein Leben nach den Vorgaben der Bibel gepredigt. Ich komme beim Anblick dieser so prunkvoll ausgestatteten Basilica schon ins Grübeln, wie sich diese weltlichen Güter mit seiner Einstellung vereinbaren lassen. Wie in fast allen Kirchen, werden auch hier etliche Gruppen durch die Basilica geführt, häufig von Franziskaner-Mönchen, die mittels Headsets mit ihren Gruppen kommunizieren. Lustig ist, dass die Ordner immer wieder über Lautsprecher ein „Pschhh“ durch die Basilica schicken. Das ist lauter, als sich Gruppen unterhalten!

Ich schlendere durch den Ort und möchte zum „Rocca Maggiore“, eine Festung hoch über Assisi. Mönche und Nonnen aus der ganzen Welt gehören hier einfach zum Stadtbild.

Unterwegs komme ich an der Kirche „Maria del Rose“ vorbei. Hier finde ich eine kleine  Ausstellung von einem Künstler, der ganz besondere Marienskulpturen ausgestellt hat. Diese Figuren liegen als „Handschmeichler“ in der Hand und heben sich in ihrer Schlichtheit und Modernität wohltuend von den anderen religiösen Exponaten in den Andenkengeschäften ab.

„Die Erde, die Fruchtbarkeit. Das Glas, das Licht. 33 Hölzer, das Alter ihres Sohnes auf Erden. Maria zwischen Alpha und Omega.“

„Die Hände sind ein Ruhepunkt, durch den ich lerne, dich anzusehen.“

Unterwegs immer wieder Bars und Gelaterias mit leckerem Granite und Riesenbaisern in allen Farben.

Dann habe ich die Rocca Maggiore erreicht. Der Ausblick über Assisi ist beeindruckend.

Der Abstieg vorbei an vielen schönen alten Gebäuden weckt bei mir den kleinen Hunger. In einem Ristorante auf dem Weg kehre ich ein und setze mich auf die schöne Terrasse mit dem fantastischen Ausblick über Assisi. Da muss ich die Pappschüssel mit Plastikgabel, in der das Essen serviert wird, einfach in Kauf nehmen!

 

Tag 39 Assisi

Genug Berge, Landschaft, Natur, ich möchte zurück in das städtische Leben und mache mich auf den Weg nach Assisi. Unterwegs fahre ich durch den Nationalpark Monti Sibillini, ich möchte mir den Lago di Fiastra ansehen, der mir als besonders schön beschrieben wurde. Aus dem Nationalpark Gran Sasso heraus, werden die Berge  flacher, die Ebenen wieder kultiviert. Getreidefelder wechseln sich mit Weinreben und Olivenbäumen ab. Aber schon bald erheben sich die ebenfalls mit Schneeresten bedeckten Gipfel im Monti Sibillini. Die Region ist von dem Erdbeben 2016 stark betroffen. Bei einem Einkaufsstopp in der Nähe des Lago di Fiestra finde ich noch alle Geschäfte in Containern untergebracht. Die Häuser sind nicht bewohnbar, mit Holz- oder Metallstützen vor dem endgültigen Zusammenbrechen bewahrt. Nur vereinzelt sind einige Gebäude wieder sehr schön hergerichtet. Alle anderen warten wohl auf die von der Regierung zugesagte Unterstützung.

Schon von Weitem erkenne ich Assisi, die schönen großen Gebäude und Kirchtürme liegen am Berg in Sichtweite von der Straße aus. Hier habe ich mir den Campingplatz Green Village ausgesucht, weil er nicht nur einen Pool hat, sondern auch Waschmaschine und Wäschetrockner – ich muss endlich einmal wieder einen Waschtag einlegen! Von meinem Stellplatz aus habe ich einen schönen Blick auf Assisi – und dabei belasse ich für heute meinen „Kulturausflug

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Abruzzen

Tag 38 Gran Sasso Nationalpark

Der Campingplatz Funivia del Gran Sasso liegt direkt gegenüber der Seilbahn, bei der die Bergstation der Ausgangspunkt für Hochgebirgswanderungen ist. Schon die Fahrt mit der Seilbahn ist ein Erlebnis, immer die noch mit Schneeresten bedeckten knapp 3000m hohen Berge vor mir und unter mir der Fußweg, schmal und steil und durch Schluchten.

Oben angekommen, habe ich in alle Richtungen eine wunderbare Aussicht

 

Tief unten im Tal liegt irgendwo L’Aquila

Ich mache mich auf, die Hütte Refugio Duca degli Abruzzi in 2488 m Höhe zu erreichen. Das Hinweisschild spricht von 40 min Fußweg.

Geschafft! Von hier aus habe ich einen unglaublichen Rundumblick, auch auf beide Bergseiten, grandios und beeindruckend.

Auf der Hütte komme ich mit zwei Italienern ins Gespräch. Sie haben eine große Portion Polenta mit Tomatensoße und Salsiccia-Würsten vor sich und essen hingebungsvoll. Das sei das Nationalgericht in den Abruzzen, behaupteten sie. Dazu trinken sie Rotwein, gemischt mit Zitronenlimonade, angeblich lecker und erfrischend. Bei Gelegenheit probiere ich das auch einmal – ich bin aber skeptisch, ob mir das schmeckt!

 

Tag 37 L´Aquila

Auch heute ist der Weg das Ziel. Wie wunderbar wild ist diese Bergwelt, über die enge Straße erreiche ich schon bald das nächste Tal mit dem Lago die San Domenico, seitlich fließt aus einem tiefen Spalt ein wilder Wasserzulauf, über eine Brücke über den See erreiche ich die Grotte eines Eremiten.

Es sind nicht viele Menschen unterwegs, auf den Straßen kommen mir selten Fahrzeugen entgegen, die Orte wirken verschlafen, ja fast ausgestorben. Aber diese Bergwelt!

Auf den steilen Bergen liegen noch Schneereste, unterwegs fahre ich an tiefen Schluchten vorbei, auch die Straße ist häufig in den Berg gefräst. Einige „Tunnel“ sind Felsüberhänge, unter der die Straße herführt.

Ich fahre immer weiter die Bergstraße hoch, bei 1700 m ändert sich die Vegetation, die Bäume werden weniger und es gibt auf einem Plateau weite Wiesen, auf denen auch Kühe grasen.

Im Ort Rocca di Mezzo mache ich eine kleine Pause in einer Bar gegenüber einem großen Kastell. Wie immer, sitzen die alten Männer des Ortes vor der Bar zum täglichen Schwatz. Der Rotwein wird hier mit Zitronenlimonade getrunken, Kick und erfrischend 😉 – ich überlege mir, das mal auszuprobieren.

Ich umrunde das Kastell,

laufe durch die alten Gassen und fahre weiter in Richtung D´Aquila. Die ganze Gegend ist vom Wintersport geprägt. Ich sehe viele Neubauten, die offensichtlich leer stehen und wohl als Ferienapartments gebaut wurden. Auch die Pisten kann man auf den Bergen gut ausmachen, an den Stellen gibt es keine Vegetation.

In D´Aquila finde ich direkt am Stadteingang einen öffentlichen Stellplatz für mein Wohnmobil, Bäume spenden Schatten und eine Servicestation gibt es auch. Ich lasse mein Wohnmobil hier stehen und laufe in die Altstadt. Wie sieht es denn hier aus? In der gesamten Altstadt sind Bauzäune vor den Gebäuden, eingerüstete Fassaden und jede Menge Baukräne. Wahrscheinlich sind das immer noch Restaurierungsarbeiten des schweren Erdbebens von 2009.

So habe ich mir diesen Nachmittag nicht vorgestellt! Schnell entschlossen fahre ich noch ein paar Kilometer weiter und bleibe finde einen Campingplatz im Gran Sasso Nationalpark.

 

Tag 36 Scallo

Weiter geht es hinein in die Abruzzen. Bisher habe ich ja nur Hasen, Vögel und Frösche gesehen. Dabei gibt es doch in dieser wilden Gegend auch Bären, Wölfe, Luchse…
Immer wieder halte ich am Straßenrand an, um die wilde Landschaft zu bewundern und zu fotografieren. Schroffe, hohe Berge, dichte Wälder und kaum Besiedlung.

Nur ab und zu ein einsames Örtchen hoch in den Bergen. Die Straße ist ausnahmsweise einmal gut befahrbar, relativ wenige und nicht ganz so tiefe Schlaglöcher. Es geht bis auf 1700 m hinauf, auf der Passhöhe Godi grasen einige Kühe und in einiger Entfernung sehe ich Schafe und Ziegen auf der Weide.

Überall stehen Hinweisschilder, die auf Bären, Wölfe und Luchse hinweisen.

Da müsste ich vielleicht doch einmal in aller Herrgottsfrühe aufstehen, um eines der wilden Tiere zu sehen – oder ich warte, ob sie an die WoMo-Tür klopfen…

Mein Ziel für heute ist das malerische Örtchen Scallo, es liegt auf 1000 m Höhe und schmiegt sich mit seinen schönen alten Häusern eng an den steilen Berg. Zwischendurch öffnet sich der Blick in den Nebensträßchen auf die Bergwelt, in der ich etliche Skilifts erkennen kann. Es geht wie immer steil bergab oder bergauf, aber ich werde in einer Bar mit einem Cappuccino belohnt und erfrischt.

Der Campingplatz hoch über dem Lago di Scallo liegt wieder landschaftlich sehr schön auf einer großen Wiese und ist menschenleer. Außer mir sind noch 2 andere Camper in Sichtweite. Ich genieße den Blick auf die umliegende Bergwelt und den grünen See.

 

Tag 35 Barrea

Der Platzbesitzer erklärt mir, wie ich am See entlang nach Barrea laufen kann. Über Schotter, durch ein Wäldchen, über eine Brücke, immer wieder an Pferdekoppeln entlang, erreiche ich den Ort.

 

Die Sonntagsruhe von gestern ist in eine Mittagsruhe von jedem Tag übergegangen. Eine einzige Autofahrerin, die ihren Wagen gerade parkt, frage ich nach einer Bar. Die gibt´s aber nur, wenn ich mich an den Aufstieg über die mindestens 1000 Treppenstufen in die obere Stadt mache.

Also halte ich mich an mein Wasser aus dem Rucksack. Auf dem Rückweg bekomme ich doch noch eine Stärkung: unterwegs hat eine kleine Bar mit einem großen Garten geöffnet.

Abends fache ich wieder mein Lagerfeuer an und schaue auf den ruhigen See und die schön beleuchtete Stadt. Dann erinnere ich mich an meine Kindheit, da war doch was mit Kartoffeln, die man einfach in die heiße Glut legt. Ich probiere es aus, suche mir aus meinem Vorrat eine dicke Kartoffel und lege sie vorsichtig in die heiße Glut. Nach einer halben Stunde schneide ich sie auf und – mhhhh ein köstlicher Duft strömt mir entgegen. Sie schmeckt einfach nur lecker, nach Kindheit und Erinnerungen.

 

Tag 34 Barrea

Genug Meer, genug große Hitze, heute Morgen fahre ich los in die Berge. 

Mein nächstes Ziel sind die Abruzzen, da erhoffe ich mir in luftiger Höhe etwas Abkühlung. Zurück über Neapel geht es erst einmal in die Ebene, die von bereits abgeernteten Getreidefeldern durchzogen ist. In der Ferne sehe ich die ersten Berge und schon bald wird die Gegend einsamer, die Wälder dichter und das Gebirge höher.

Überrascht werde ich von der Basilica dell’Addolorata di Castelpetroso, das große Gebäude steht weitab von jeder Ortschaft mitten im Gebirge.

Es ist Ausflugs- und Wallfahrtsort für viele Italiener. Auf dem Parkplatz stehen allein 8 Reisebusse.
Die Straße gibt immer wieder den Blick auf die beeindruckende Bergwelt der Abruzzen. Es geht immer weiter bergauf und schon nach kurzer Zeit sehe ich auf den hohen Bergen Schneereste blitzen. Mein Ziel ist der Lago Barrea im Teil L´Aquila der Abruzzen.
Barrea liegt wie ausgestorben, Sonntagsruhe im ganzen Ort.

Ich finde den Campingplatz Colle Ciglio und bin hellauf begeistert: direkt am See, auf einer riesengroßen Wiese, ist das Camparreal. Außer mir ist noch ein schwedisches Paar dort, und weit hinten, hinter Büschen, zeltet wohl noch jemand. Ich schaue vom Wohnmobil direkt auf den See, die Berge und Barrea.

Auf der großen Wiese sind einige Feuerstellen vorbereitet. Abends kann ich beim Platzbesitzer Feuerholz kaufen. Es wird nämlich empfindlich kühl, aber am Lagerfeuer, mit entsprechender Kleidung, ist es wunderbar romantisch. Die Grillen zirpen, die Frösche stimmen ein Froschkonzert an, eine einsame Kuhglocke bimmelt und, um es perfekt zu machen, geht der Vollmond hinter den Büschen auf.

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Kampanien

Tag 33 Sorrento – Amalfi

Der Himmel ist heute Morgen von einer dünnen Wolkenschicht überzogen, aber ich lasse mich nicht abhalten, heute möchte ich mit dem Schiff an der Amalfiküste entlang fahren. Am Hafen von Sorrento gibt es Schalter, an denen ich meine Fahrt buchen kann.

Ich bekomme einen Platz auf der Landseite am geöffneten Fenster des Schiffes und kann so die atemberaubende Amalfiküste sehen. Steile, schroffe Felswände ragen ins Wasser, an jeder möglichen und auch unmöglichen Stelle sind Häuser und kleine Ortschaften wie angeklebt an den Felsen. Ich frage mich, was die Menschen bewogen hat, hier zu siedeln?

Das Schiff legt nach 1-stündiger Fahrt in Amalfi an.

 

Der Ort liegt wie Sorrento direkt an den steilen Felsen.

An der beeindruckenden Kathedrale vorbei

geht es über enge Treppen in die nächsten Etagen. Ich kann gar nicht unterscheiden, wann ich die nächste Hausebene erreicht habe. Und auch dieser Ort ist touristisch voll erschlossen, ein Restaurant reiht sich an die nächste Eisbar, an den nächsten Souvenirshop.

So schön ich die Architektur finde, ich bin froh, als ich mit dem Schiff die Rückfahrt antrete.

Abends wage ich endlich den Abstieg über eine schmale Treppe zur kleinen Bucht der Fischer von Sorrento, Marina Grande.

Direkt am Meer liegen einige Lokale, Wohnhäuser sind um die Kirche gruppiert, da es Samstag ist, flanieren Gruppen von jungen Frauen, Familien mit kleinen Kindern vorbei, ein paar Jugendliche flirten außerhalb des Lichtes in der Nähe der Felsen, die die Bucht begrenzen. Angler stehen am Strand, werfen ihre Angeln aus. Im Lokal „die 5 Schwestern“ werde ich mit leckeren Speisen verwöhnt. Die Karte gibt die Fangerfolge der Fischer wieder: ich esse Sardinen und Schwertfisch, fangfrisch und köstlich.

 

Tag 32 Sorrento

Heute hat es mir der Pool angetan, ich verbringe den Vormittag faul auf einer der Liegen.
Am Nachmittag fahre ich mit dem Rad in den Ort, schaue dem bunten Treiben zu, erkundige mich schon einmal, wo ich Tickets für eine Schifffahrt entlang der Küste bekomme. Im Hafen natürlich, zu dem eine steile Serpentinenstraße von einer Kreuzung in der Ortsmitte führt.

 

In Sorrento haben sich Vespa-Fans verabredet. Die ganze Straße ist zugeparkt mit wunderschönen alten Vespas, an denen stilgerecht auch entsprechend alte Helme angebracht sind. Mein Vater hat sie Salatschüsseln genannt.

 

Tag 31 Sorrento

Der Stellplatz in Pompeji liegt zwar direkt gegenüber der Ausgrabungsstätte, ist aber ein typischer Cityplatz, stark frequentiert und nicht gemütlich. Ich fahre deshalb am nächsten Morgen weiter an die Amalfiküste nach Sorrento. Oberhalb des Meeres liegt der Campingplatz Nube D´Argento, hier habe ich einen schönen Blick auf das Meer und der Platz hat einen Pool.

Sorrento ist wie alle Küstenorte an der Amalfiküste, steil, fast senkrecht am Hang gebaut. Auch der Campingplatz ist über die in den Berg gebaute Serpentinenstraße zu erreichen.

Die Hotels sind mondän, das Publikum international und der Ort ist sehr, sehr voll.

 

 

Oberhalb des Hafens entdecke ich zufällig einen wunderschönen Innenhof, der wohl zu einem ehemaligen Kloster gehört. Heute ist dort ein Ausstellungsort, aktuell für Fotos aus dem italienischen Leben und über Sophia Loren. Auf der Terrasse hängt an einer riesigen Pinie eine Schaukel, auf der lt. den Fotos in der Ausstellung schon Nonnen geschaukelt haben!

Von der Terrasse aus habe ich einen wunderbaren Blick aufs Meer.

 

Tag 30 Pompeji

Warm war´s heute Nacht! Aber die Duschen funktionieren gut, erfrischt fahre ich mit dem Rad zum nächsten Supermercado und bekomme sehr leckere Brötchen. Der Straßenbelag besteht aus großen, blankpolierten Quadern, das rappelt ordentlich! Aber Pompeji ist ja auch ein historischer Ort, da kann ich mich auf die Besichtigung der im Ascheregen versunkenen Stadt einstellen. Der Ausgrabungsort liegt direkt gegenüber dem Campingplatz, nach dem Frühstück mache ich mich auf, in das Leben, wie es 79 n.Chr. stattgefunden hat, hineinzufinden. Die Stadt ist riesengroß, hier haben einst mehr als 10.000 Menschen gelebt.  In den aus dem Ascheregen und Lavastrom ausgegrabenen Ruinen der ehemaligen Bürgerhäuser kann ich erahnen, wie angenehm die Bewohner damals gelebt haben, wenn sie dieser wohlhabenden Schicht angehörten.


Es gibt fast in jedem der palastähnlichen Ruinen große Regenwasserbehälter, einer der Guides erklärt, dass schon damals die desinfizierende Wirkung von Ammoniak bekannt war und deshalb in die Regenwasserbehälter gepinkelt wurde – allerdings wohl nur von den Sklaven.

Beeindruckender sind aber die Reste von Wandgemälden, die schönen Mosaike, das Thermalbad mit beheizbaren Wänden – die Technik ist in dem restaurierten Bad gut zu erkennen.

Die Wohnhäuser wechseln mit historischen „Malls“, Straßen, in denen Kaufleute ihre Ware feilboten. Ich bin beeindruckt, wie hochentwickelt die Menschen damals gelebt haben.

Besonders betroffen macht mich jedoch die Tatsache, das hier Menschen gelebt haben, die diese Katastrophe im Schlaf überrascht hat und das schreckliche Schicksal erleiden mussten, vom Ascheregen auf grausame Weise konserviert zu werden.

An diesem Nachmittag bin ich vom vielen Laufen ziemlich erschöpft und verbringe den Rest des Tages gemütlich auf dem Campingplatz.

 

Tag 29 Pompeji

Heute Morgen ist die Entscheidung gefallen, ich fahre weiter. So schön wie ich das Campen direkt am Meer finde, nach einem Strandtag möchte ich wieder unterwegs sein. Auf geht´s in die Bergwelt des Foresta Umbra. Immer wieder schimmert das Meer durch die Bäume entlang der Straße, hoch auf den Klippen reihen sich Ferienhaussiedlungen an Hotels, an Campingplätze, steil gehen die Wege bergab, um zu den jeweiligen Ferienorten zu gelangen. Ich fahre weiter in den Nationalpark hinein, die Straße wird leerer, der Wald ist wunderbar sonnig durchflutet, Laubwald, den mag ich am liebsten. Unterwegs mache ich Rast an einem kleinen See.

Weiter geht es in Richtung Pompeji, das soll mein Ziel für heute sein. Die Berge verschwinden, eine weite Ebene tut sich auf. Die Felder sind bereits abgeerntet und Olivenplantagen sehe ich keine mehr. Dann taucht wieder Gebirge auf, die Autobahn bringt mich fast bis nach Pompeji, der Verkehr und die regellose Fahrweise der Italiener erfordert meine ganze Konzenntration, es scheint jeder zu fahren, wie er will – aber dann erreiche ich den Campingplatz Pompei. Der Platz ist gut besucht, aber es herrscht eine schöne Abendstimmung. Nebenan campen Franzosen, Holländer, Italiener und Deutsche, man geht duschen, richtet das Abendessen – ich fühle mich wohl!

 

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Apulien

Tag 28 Vieste

Tja, Mücken gibt´s hier natürlich auch. Aber heute Nacht habe ich ruhig geschlafen und wurde nicht zerstochen. Die Stimmung heute Morgen ist friedlich, einsame Jogger, einige mit Hunden, sind am Strand unterwegs, die Strandbudenbesitzer säubern ihren Strandabschnitt und ich fahre mit dem Rad zum Alimentari an der nächsten Kreuzung, vorbei an den Strand Cafés, um frische Brötchen zu kaufen. Heute pflege ich mich und meine gute Laune, ich lege mich an den Strand, beobachte die wenigen Touristen und halte meinen Bauch in die Sonne.

Nachmittags radele ich in den Ort, den ich schon vom Strand aus auf dem Felsen gesehen habe, und bummele durch die Gassen, die ich nur über eine Unzahl von Treppen erreiche.

Ist das ein schöner Ort! Gekrönt von einem Kastell, das allerdings nicht zugängig ist (militärisches Sperrgebiet) liegen die Straßen entlang einer kleinen Zunge steil am Meer entlang. Kleine Geschäfte, gemütliche Restaurants auf jedem Platz, der sich auftut, alles sehr gepflegt, italienisches Leben, wie ich es mir vorgestellt habe!

Tag 27 Vieste

Soviel Autan, um die 1000 Mücken direkt um meine Ilse herum abzuwehren, kann ich gar nicht versprühen. Deshalb duschen, packen und los. Ich freue mich jedes Mal, wie unkompliziert das Ankommen und Abfahren ist. Tisch und Stühle eingepackt, Markise eingefahren, Fahrrad auf den Ständer – fertig zur Abfahrt. Weiter geht es durch den Nationalpark „Parco Nationale del Gargano“ nach Vieste, einem Ort an der Küste.

Der Campingplatz liegt direkt am Meer, durch das kleine Restaurant komme ich an den Privatstrand, an dem der Wirt auch Liegestühle stehen hat.

 

 

Tag 26 Alberobello

Diese Übernachtung war nicht sehr erholsam! Ganz in der Nähe hat eine Party stattgefunden, die gegen 4 Uhr in der Frühe endete. Da spare ich mir auch einen weiteren Besuch in Matera, ich hätte gerne noch einen Ausflug in die Schlucht neben der Altstadt gemacht.

Stattdessen nehme ich Kurs auf Alberobello, dort möchte ich die ganz besonderen Gebäude finden, die bereits ab dem 16. Jhd. dort gebaut wurden, die Trulli.
Die Fahrt und die Aussicht auf die karge, felsige und von tiefen Schluchten durchzogene Landschaft ist wieder spektakulär. Nach und nach wird es flacher, Felder und Olivenhaine sind von Natursteinmauern eingefasst und da sehe ich auch den ersten Trullo.

Der damalige Fürst ließ von seinen Bauern diese Häuser ohne Mörtel bauen, weil er für jedes feste Gebäude Steuern zahlen musste. Sobald sich ein Steuereintreiber ankündigte, wurden die „Häuser“ wieder zu Steinhaufen.
In Alberobello gibt es einen ganzen Stadtteil, in dem im 18. Jhd. die Häuser, nun mit einer rechteckigen unteren Etage versehen, in diesem Stil gebaut wurden.

Ich war von der angenehm kühlen Temperatur, die in den Häusern herrscht, ganz angetan.
Da draußen aber immer noch ca. 34 Grad herrschte, fahre ich weiter

nach Monopoli (kenne ich doch aus endlos langen Spieleabenden), wo ich einen Campingplatz direkt am Meer mit Pool finde. So kann ich´s aushalten…


Nur ans Meer komme ich nicht direkt heran, wenn ich die Straße überquere, stehe ich vor steilen Klippen. Die Aussicht ist schön, aber baden im Meer geht wegen der vielen steilen Felsen leider nicht.

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Basilikata

Tag 25 Matera

Schnell ist nach dem Frühstück meine „Ilse“ (mein WoMo) wieder gepackt, das Fahrrad ist zum Schluss auf den Träger gehoben, weiter geht es nach Matera.

Über die Stadt als UNESCO Kulturhauptstadt 2019 habe ich schon zuhause einen Bericht gelesen, in dem von der Sassi, den altertümlichen Höhlensiedlungen, die Rede war. Der erste Stellplatz in der prallen Sonne, direkt an der Schnellstraße, lud gar nicht zum Bleiben ein. Es war so heiß, kein Schatten und der Asphalt reflektierte die Hitze noch. Deshalb fuhr ich weiter ins Zentrum, fand einen normalen Parkplatz nahe der Sassi und nachdem ich mich in einem der vielen Cafes gestärkt hatte, bin ich in den Talkessel der Altstadt gestiegen – über gefühlt 500 Treppen.


Auf der Straße rund um die Altstadt werden überall Führungen zu den Sehenswürdigkeiten angeboten, mir macht es aber viel mehr Spaß, selber zu stöbern und abseits der Touristengruppen die Stadt zu erlaufen.

Dort finde ich auch eine kleine Bäckerei in der das typische Brot aus Matera gebacken wird. Es ist mindestens 5 kg schwer und schmeckt mit Olivenöl und ein wenig Salz einfach super lecker. Zum Glück gibt es auch kleine Versionen, sodass ich mir ein kleines Brot für heute Abend mitnehmen kann.

Nachdem ich mich durch die verwinkelten Gassen der Altstadt hindurchgewuselt habe, komme ich oberhalb der Stadt aus und habe einen tollen Ausblick auf die Schlucht und die Höhlenwohnungen in den Felsen.

Auch einen viel luftigeren Stellplatz habe ich gefunden: Direkt an der Gokart-Rennbahn, vollkommen unspektakulär, dafür aber auf dem Weg dorthin vorbei an den Schluchten mit Höhlen. Und der Wirt war supernett, fuhr mich und andere Gäste in der Dämmerung zu einer Aussichtsplattform mit traumhaften Blick auf Matera.

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