Category Archives: Allgemein

Essen – Lichtburg *****

30.01.2016

Eins der großen alten Kinos, die noch Historie ausstrahlen und jeden Cineasten begeistern ist die Lichtburg in Essen. Ein Premieren-Kino, das schon sehr viele Größe des Film begrüßen durfte. Einmal im Monat kann man hinter die Kulissen schauen – und es lohnt sich sehr.

Kinosaal Lichtburg Essen 2x

Kinosaal Lichtburg Essen 3x

Dieses mannshohe Ungetüm ist ein Filmprojektor.
Sieht historisch aus, ist aber High Tech. Er kann analoge Filme von der Rolle, Digitalaufzeichnungen vom Server und 3D mit Shutter-Brille (!) wiedergeben.
Filmprojektor x
Auf dem mittleren Teller liegt übrigens „The Hateful Eight“.
Quentin Tarantino hat den Film in „alter“ 70mm-Analog-Technik gedreht, also noch mit richtigem Filmaterial. Es gibt in Deutschland nur noch vier Kinos, die über die entsprechende Technik verfügen, diesen Film wiederzugeben.
Etwas für echte Cineasten 🙂 Digital kann jeder.

Film x

 

 

Haltern – Westruper Heide

09.09.2015

Der Sommer ist zu Ende, es wird morgens später hell und abends merklich kühler, auch wenn die Sonne versucht den Tag noch ein wenig aufzuwärmen.

Heute war der Morgen zum ersten mal trüb und diesig und die ersten Nebelschwaden waberten durch die Straßen. Sehr stimmungsvolles Wetter für einen Ausflug in die Heide. Ich brauche gar nicht weit fahren, direkt am Halterner Stausee gibt es eine kleine Heidelandschaft, die Westruper Heide im Naturpark Hohe Mark. Groß genug für einen Sonntagsausflug und für hinterher gibt es ein paar Ausflugslokale drum herum.

Sandige Wanderwege
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Spinnennetze glitzern voller Morgentau
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Haltern_Hohe_Mark_15_09_129x windige Plätze

Haltern_Hohe_Mark_15_09_081x lauschige Plätze

Meine Wertung: ***** nett
Haltern
Hullerner Str. 107

Großbritannien – Oxford ****

28.09.2015

Es war ganz einfach, ich habe mich morgens um sieben ins Auto gesetzt, bin vier Stunden durch Holland, Belgien und Frankreich gefahren und schon war ich in Dünkirchen am Ärmelkanal. Dann habe ich mir ein Fährschiff ausgesucht und saß kurze Zeit später an Bord auf dem Weg nach Großbritannien. Es war nicht sehr voll, ich habe einen Außensitz gefunden und es mir gemütlich gemacht. Die dicken Dieselmotoren geben ein tiefes Grummeln und Rumoren von sich, das ich bis in den Bauch spüre. Die Gischt spritzt in hohem Bogen auf, aber auf dem Oberdeck bleibt es trocken. Mit lautem Geschrei und atemberaubenden Flugkünsten umkreisten die Möwen die Passagiere, in der Hoffnung, etwas zu ergattern. Die Sonne scheint warm und ich werde schläferig und schlummere einen Teil der Überfahrt leicht vor mich hin.
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Knapp zwei Stunden später steuere ich schon auf die Steilküste von Dover zu, die weißen Kreidefelsen leuchten mir bei strahlend blauem Himmel schon von Weitem entgegen.
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Ab jetzt muss ich links fahren. Besonders die vielen Kreisverkehre fordern meine volle Konzentration. Knapp drei Stunden dauert die Fahrt, die in einem großen Bogen um London herum führt. Nach den obligatorischen Staus bei Heathrow komme ich in Oxford an. Auf den ersten Blick eine typische englische Kleinstadt mit den Reihenhaussiedlungen, die es in vielen Städten Großbritanniens gibt. In einem dieser Häuser finde ich auch meine Bed and Breakfast – Unterkunft, weder schön, noch chic, noch preiswert. Angeblich ist Oxford nach London die teuerste Stadt Grosbritanniens. (Das Frühstück bestand übrigens aus gefriergetrocknetem Kaffee, den ich mir in meinem Zimmer selber zubereiten durfte und drei kleinen, in Plastik verpackten Keksen).
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Übrigens war J.R.R. Tolkien Professor für englische Sprache in Oxford, vielleicht hat er hier seine Inspiration für die Hobbit Höhlen gefunden?
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Oxford gefällt mir sehr gut, mit seinen große breite Straßen, von Prachtbauten gesäumt, auf denen Doppeldeckerbusse fahren.
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Aber ebenso gefallen mir die kleineren Straßen mit originellen Geschäften, Kneipen und Restaurants.
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Es gibt auch spannende Entdeckungen zu machen, zum Beispiel dieser unscheinbare Buchladen,
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der allerdings eine der weltweit größten Buchhandlungen ist. Das Geheimnis liegt unter der Erde. In den unterirdischen Verkaufsräumen verstrecken sich mehr als 5 km Bücherregale.

Aber was Oxford wirklich zu einem besonderen Ort macht, ist seine Universität. Sie ist DIE führende Elite-Universität Großbritanniens und steht im weltweiten Vergleich auf Platz 4. Es gibt sie seit dem 12. Jahrhundert; sie umfasst heute 38 Colleges und es studieren hier über 20.000 Studenten aus aller Welt. (An der RUB sind übrigens 42.000 Studenten eingeschrieben und sie steht im Ranking irgendwo im zweihunderter Bereich.) Billig ist es nicht, dazuzugehören, pro Semester sind mindestens 15.000 Euro an Gebühren fällig, plus Miete und Lebenshaltungskosten.

Jedes College zeichnet sich durch beeindruckende historische Gebäude aus, mit Gärten und Kapellen oder Kirchen und großen Hallen und Bibliotheken. Wenn nicht gerade Studenten die Gebäude bevölkern, können sie besichtigt werden. Ich bin von College zu College geschlendert, habe hier die Stille einer Kirche genossen, dort die Größe einer Halle bewundert, in einem der gepflegten Innenhöfe oder Gärten die Sonne genossen oder die Studenten bewundert, die sich hier mit einer selbstverständlichen Lässigkeit bewegen.
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DSC_3391 hier übt ein Musikstudent
DSC_3434 die Mensa des Christ Church College diente als Vorlage für den großen Speisesaal von Harry Potter’s Hogwart. Die Professoren sitzen auf einer Empore vor Kopf. Besichtigung natürlich nur außerhalb der Essenszeiten ;-). Viele Harry Potter Filmszenen wurden in Oxford gedreht.

Meine Wertung: ***** sehenswert
Fähre nach Großbritannien: ca 60 Euro
Linksfahren: gewöhnungsbedürftig
Hotels in Oxford: sehr teuer, Bed and Breakfast mit Etagendusche ab 80 Euro

Bochum – Kunst am Baum ***

Bochum-Linden ist um eine Attraktion reicher. Die Bäume mussten weg, aber ein bisschen Kunst ist geblieben. Die meisten Menschen gehen achtlos daran vorbei, nur selten bleibt jemand stehen und schenkt den kleinen Kunstwerken einen abschätzenden Blick. Mir gefallen sie.

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Meine Wertung: ***** nett
Hattinger Str. 765-831
Bochum

Etschtal-Radweg

Der Etschtal-Radweg beginnt am Reschenpass und führt über Meran und Trento bis nach Verona. Von hier aus fließt die Etsch weiter bis in die Adria. Der Radweg ist für ungeübte Stadtmenschen geeignet, führt er doch überwiegend bergab. Ich habe den Weg meinen Vorstellungen angepasst. Ich werde in Meran starten, einen Schlenker über Kaltern machen, bei Rovereto den Etschtal-Radweg verlassen, am Gardasee entlang radeln und erst bei Verona wieder auf die Etsch treffen.

Eigentlich wäre der Zug das Einfachste, aber in der Vergangenheit habe ich keine guten Erfahrungen mit der Bahn gemacht (siehe Alpenüberquerung) und so entscheide ich mit für das Auto. Das werde ich dann in Meran stehen lassen und von Verona mit dem Zug zurück nach Meran fahren, um das Auto wieder abholen. Außerdem will ich noch ein paar Tage Badeurlaub an der Adria machen, dahin werde ich mit dem Auto fahren.

Zur Orientierung nehme ich mein iPhone mit. Ich habe verschiedene Produkte zur Fahrrad-Navigation ausprobiert. Naviki gefällt mir ganz gut, hat mich aber zuhause oftmals über winzige Trampelpfade jenseits der Zivilisation geführt. Da ich lieber ab und zu einen netten Gasthof finden und auf breiten Radwegen bleiben möchte, werde ich Navigon benutzen, das kann ich auch auf Fahrrad-Navigation umstellen.

Tag 1 – Anreise nach Meran

Mit dem Auto geht es nach Meran. Hier werde ich einmal übernachten und morgen beginnt die Tour.
Das mondäne Kurhaus und die Laubengänge mit vielen kleinen Geschäften, lauschigen Hinterhöfen und gemütlichen Restaurants.
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Tag 2 – von Meran nach Kaltern

Aus Meran heraus führt der Weg an der Etsch entlang, sehr angenehm zu fahren, keine Steigerung und gut ausgebaut. Es geht an endlosen Apfelplantagen vorbei und auch manchmal hindurch.
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Nach einem Abstecher nach Terlan (berühmt für seinen Terlaner Weißwein) und nach Lagrein (berühmt für seinen Lagreiner Rotwein) werden aus den Apfelplantagen riesige Weingüter. Hier verlasse ich den Radweg an der Etsch entlang und fahre den Berg hinauf in Richtung Kaltern. Leider nur noch Bergauf.
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Die frühe Abend verzaubert die Berge und das Tal mit eine romantischen Stimmung.
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Tag 3 – von Kaltern nach Trento

Endlich geht es wieder bergab. Mein erstes Tagesziel ist der Kalterer See. Leider kann man nicht am See entlang fahren, da die Weingüter bis zum Ufer hinunter reichen. Am Campingplatz weist man meinen Wunsch ans Ufer zu kommen auch ab, da ich kein Gast bin. So muss ich leider ein paar Kilometer auf einer engen, vielbefahrenen Straße fahren bis ich an ein Café mit einer Seeterrasse komme .
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Kurz darauf erreiche ich wieder den Etschtal-Radweg, breit und bequem schlängelt er sich neben dem gemächlich dahinfließendem Fluss entlang.
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Ab und zu mache ich einen Abstecher in eins der kleinen Dörfer die am Wegesrand liegen. Je weiter ich komme, desto „italienischer“ werde sie.
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Am frühen Nachmittag erreich ich Verona. Eine tolle Stadt, überall kann man gemütlich sitzen und einen Hugo oder ein Glas Wein trinken, dazu werden kleine Knabbereien gereicht, Nüsse, Chips, kleine Wraps oder Mini-Wurstbrote. Straßenmusiker geben ihr Bestes, aus dem Dom klingt Orgelmusik, ich schlendere durch die engen Gassen der Altstadt, hier könnte ich bleiben.
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Tag 4 – von Trento nach Riva del Garda

Bis Rovereto fahre ich noch an der Etsch entlang, zweige ab und fahre über einen Pass, dann sehe ich ihn auch schon, den Gardasee. Traumhaft schön.

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Abends lädt die Stadt zum Bummeln ein oder am Ufer sitze und etwas essen oder einfach nur die Stimmung genießen.
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Tag 5 – von Riva del Garda nach Malcesine

Die Fahrt nach Malcesine ist nicht wirklich schön. Der Blick auf den See und die Berge ist fantastisch aber leider gibt es keinen Radweg. Ich muss über die einzige enge Uferstraße fahren und sie mir mit vielen rasenden Autos und einigen bedrohlich großen Lastern teilen. Besonders bei der Durchfahrt der unbeleuchteten Tunnel fühle ich mich nicht sehr wohl.
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Tag 6 – Malcesine – Ausflug auf den Monte Baldo

Heute mal ohne Fahrrad. Mit der Seilbahn fahre ich hinauf auf den Monte Baldo, gehe dort wandern und fahre dann mit der Seilbahn wieder herunter. Ein toller Ausflug.
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Auch Stöckelschühchen gab es ….
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Tag 7 – Mit dem Schiff von Malcesine nach Gargnano

Heute mache ich es mir ganz gemütlich, fahre mit dem Rad auf eins der vielen Fährschiffe und lasse mich an andere Ufer nach Gargnano bringen.
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und dann … tue ich nichts mehr 🙂
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Tag 8 – Gargnano – Ausflug nach Gardone Italia – Heller Garden

Morgenstimmung beim Frühstück am Seeufer.
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Nachdem ich ein paar Kilometern den Berg hinaufgefahren bin, werde ich mit einer sensationellen Aussicht belohnt.
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Ganz in der Nähe hat André Heller (okay, die älteren kennen ihn vielleicht noch) den sehr schönen Garten Gardone Italia „komponiert“. Auf gewundenen Wegen spaziere ich durch ein Meer von blühenden und duftenden Pflanzen und entdecke immer wieder neue Kunstwerke namhafter Künstler wie Roy Lichenstein, Keith Harring und vieler mehr. Manchmal hängen sphärische Klänge in der Luft, manchmal nur das Gurgeln eines kleines Baches. Hinter jeder Wegbiegung erwartet mich eine neue Überraschung.
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Tag 9 – von Gargnano über Sirmione nach Bardolino

Die Fahrt geht weiter, die Berge werden immer flacher bis die letzten Ausläufer der Alpen schließlich flachem Land weichen. Die steilen Ufer werden weniger steinig und sind immer öfter sandig und mit Schilf bewachsen.
Sirmione ist sehr schön mit einer beeindruckenden Burganlage, aber so voller Touristen, das ich mit dem Rad nicht in die Altstadt kommen kann.
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Also steige ich wieder auf mein Fahrrad und radle noch ein paar Kilometer weiter nach Bardolino. Hier fühle ich mich wohler, weniger Touristen, weniger voll und auch eine hübsche Altstadt. Bardolino ist bekannt für seinen guten Rotwein, was ich nicht wusste, das es auch einen tollen Rose gibt, den Bardolino Chiaretto. Am Hafen sitzen, ein Glas kühlen Wein bestellen und dazu diese „Naschereien“ als Beigabe zu bekommen, kann ich schon sehr genießen.
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Tag 10 – von Bardolino nach Verona

Ein paar Kilometer nur, dann treffe ich wieder auf die Etsch und den dazugehörigen Radweg. Nach mehr als dreihundert Kilometern ist der Fluss breit und gemächlich geworden. Er führt mich fast direkt zur Arena von Verona.
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Verona gefällt mir sehr gut. Ein paar Schritte neben den touristischen Routen und Sehenswürdigkeiten gibt es viele kleine romantische Gassen und nette Bars und Restaurants.
Der Garten von Romeo und Julia mit dem berühmten Balkon ist natürlich ein Muss.
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Mal schauen, ob es mit der Liebe besser klappt als mit dem Geld. In Bremen soll man viel Geld bekommen, wenn man dem Esel der bronzenen Bremer Stadtmusikanten an den Fuß fasst. Habe ich ausprobiert, hat leider nicht geklappt. Wer der Julia-Statue an den Busen fasst, den erwartet angeblich großes Glück und ewige Liebe. Ist ja eh wichtiger als Geld, deshalb habe ich mal ein bisschen mit ihr geschmust.
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Fast 350 km habe ich auf dem Sattel gesessen, ich habe viel gesehen, viel erlebt und es hat sehr viel Spaß gemacht.

Morgen werde ich das Auto in Meran abholen und dann noch ein paar Tage ans Meer fahren und in der Sonne liegen und nichts tun.

Alpe-Adria-Trail

Tag 1

Vom Ewigen Eis des Großglockners, quer durch die Alpen, über Österreich, Slowenien und Italien, führt seit 2011 der Alpe-Adria-Trail in 43 Etappen über 750 km bis zur Adria.

Hört sich doch ganz interessant an – oder? Ich probiere ihn einfach mal aus, mal schauen wie weit ich in 14 Tagen komme.

Ein erstes Ziel ist Heiligenblut in Österreich, ein kleines beschauliches Dorf am Fuße des Großglockner. Man kann es in einem großen Bogen über die Autobahn Salzburg/Spittal erreichen, per Autoverladung mit dem Zug über Mallnitz oder über die Großglockner-Hochalpenstraße. Alle Wege sind jedenfalls kostenpflichtig.

Ich habe mich für die Großglockner-Hochalpenstraße entschieden und bereue es nicht. Über endlose Serpentinen, Brücken und Tunnel windet sich die Straße bis auf über 2500 mtr hinauf.
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Die Aussicht ist traumhaft.
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Heiligenblut, morgen geht es von hier aus weiter …
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Tag 2

Mit 3798 mtr ist der Großglockner der höchste Berg Österreichs. Mit dem Großglocknerbus kommt man von Heiligenblut zur Kaiser-Franz-Josef-Höhe auf 2369. Die ist zwar nicht auf dem Großglockner, aber man sieht ihn von hier, er ist genau auf der anderen Seite des Tals. Durch das Tal fließen die kläglichen Reste des einst imposanten Pasterze Gletscher. Einsamkeit und Hüttenromantik findet man hier nicht, dafür viele Reisebusse, Japanerinnen mit tief ins Gesicht gezogenen Hüten und Handschuhen um sich vor der Sonne zu schützen, Restaurants und Andenkenläden.
(Der Großglockner ist übrigens der spitze Berg links unter dem Wölkchen.)
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Hier beginnt der Alpe-Adria-Trail und schon nach wenigen Schritten ins Tal, zum Gletscher hinab, verebbt das Stimmenwirrwarr und das Brummen von Autos und Motorrädern.
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Entlang des Gletschersees windet sich der Weg über blühende Wiesen und rauschende Bäche wieder hinab ins Tal, zurück nach Heiligenblut.
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Tag 3

Ein landschaftlich schöner und angenehm zu laufender Weg auf halber Berghöhe, bringt mich heute von Heiligenblut nach Döllach.
Unterwegs komme ich an den Apriacher Stockmühlen vorbei. Acht Getreidemühlen, die sich, wie an einer Perlenkette aufgereiht, den Berg hinunter schlängeln. Eine Erinnerung an die Zeiten, als hier noch Getreide angebaut wurde. Heute wird die Landschaft durch Viehzucht dominiert.
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Tag 4

Der Teufel war hinter der hübschen Jungfrau her, aber sie ist über den Wasserfall gesprungen und ihm entwichen, da musste der Teufel sich teuflisch ärgern. Deshalb heißt der Wasserfall „Jungfernsprung“.
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Drumherum ist es auch sehr schön.
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Tag 5

Das ist eine Stockmühlen, kein Mühlrad sondern etwas ähnliches wie eine Schiffsschraube.
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Angetrieben wird die Mühle vom Gartl-Wasserfall.
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Tag 6

Hoch hinauf zur Rangerdorfer Hüte. Von weitem schon ruft mir der Wirt, als er mich mit meinem Rucksack kommen sieht, zu ob ich denn ein Bier wolle. Fünf Minuten später prosten wir uns zu und ich erzähle woher und wohin ich unterwegs bin. Die Hütte hat nur drei Kammern, aber ich habe Glück, eine ist für mich frei. Es ist schön, abends vor der Hütte zu sitzen und zuzuschauen wie der Tag zu Ende geht.
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Tag 7

Früh morgens (na ja 09:00 Uhr) geht es weiter und die Sonne freut sich mich zu sehen und strahlt.
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Ganz rechts in der Ferne noch, erkennt man die Wallfahrtskirche Materle und direkt daneben gibt es eine gute Brettljause.
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Tag 8

Die Mölltal-Gletschbahn, eine Standseilbahn, bringt mich zur Bergstation in 2200 mtr Höhe. Von hier aus führt ein Sessellift noch bis auf 2800 mtr hinauf, aber das ist eigentlich nur etwas für Skifahrer, denn von dort oben kommt eine schöne breite Piste wieder herunter.
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Zu Fuß wandere ich wieder hinunter zur Mittelstation der Gletscherbahn, mal über ausgedehnte Schneefelder mal über steile Kletterstellen.
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Ein paar Bergschafe begleiten mit ein Stück.
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Die letzten Meter gehen über eine steile Skipiste, im Winter mit Schnee und auf Ski wäre es ein Vergnügen, so ist es echt anstrengend.
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Tal 9

Entspannter, aber nicht weniger spektakulär, die Raggaschlucht.
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Tag 10

Einfach nur schön, der Stappitz-See.
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Tag 11

Der Ankogel ist 3252 mtr hoch und ich bin von der Talstation auf 1281 mtr Höhe fast bis zum Gipfel auf 2636 mtr Höhe mit der Seilbahn hinaufgefahren. Hinunter bin ich dann wieder gelaufen.
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Der Weg bergab führt zur Hannoverschen Hütte, dann über den Grat und biegt dann nach rechts ab.
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Da haben Spaßvögel den Weg markiert. Das Ergebnis ist übrigens 502.
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Der Weg ist nicht zu unrecht als schwierig ausgeschildert. Mal ging es über Schnee- und Geröllfelder, mal musste ich den Berg auf allen Vieren hinaufklettern.
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Tag 12

Heute geht es weiter nach Obervellach
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und von dort mit dem Postbus zurück nach Heiligenblut. Mein Auto steht immer noch im Parkhaus und jetzt geht es wieder nach Hause.

Aber … nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub 😉

Bochum – Lost Places / Lost Things ****

24.04.2015

Falls ihr es noch nicht wissen solltet, es ist wunderschön mit dem Fahrrad an der Ruhr entlang zu fahren. Der Weg führ direkt am Ufer der Ruhr entlang und ausser der schönen Landschaft kann man Burgen und wilde Stiere entdecken.
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Ich bin schon sehr oft an diesem Stück der Ruhr entlang gefahren, aber erst beim letzten Mal ist mir die alte Diesel-Lokomotive aufgefallen, die dort im Gebüsch steht.
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Es ist eine alte V200, die von Kraus-Maffei in der Zeit von 1953 bis 1958 gebaut wurde. 1984 wurde sie von der Bundesbahn ausgemustert.
Sie verrottet hier vor sich hin, irgendjemand hat sie mit Graffiti „verschönert“, ist in ihre Eingeweide hineingeklettert und hat herausgerissen, was noch zu gebrauchen war, oder es einfach nur aus Spaß zerstört und demoliert.
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Der Blick aus dem leeren Fahrerhaus.
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Anschlüsse, durch die kein Diesel mehr fließt und Schrauben, die nichts mehr halten.
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Es ist gleichzeitig ein schöner Gegensatz und ein harmonisches Zusammenspiel von Industrie und Natur. Ruhrgebiet im wahrsten Sinne des Wortes, das idyllische Ruhrtal und ein Stück vergangene Industriekultur.
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Meine Wertung: ***** sehenswert
Mit dem Fahrrad auf dem Leinpfad
Ruhrbrücke in Hattingen Richtung Essen
51°23’31.7″N 7°09’49.5″E

 

Gelsenkirchen – Halde Rheinelbe ****

23.04.2015

Schon 1861 nahm die Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen ihren Betrieb auf, sie wurde aber bereits 1928 wieder geschlossen. Als Hinterlassenschaft hat sie eine ca. 100 mtr hohe Abraum-Halde aufgeschüttet und natürlich steht oben auf der Halde eine Landmarke, die Himmelstreppe.

Zur Halde hinauf führen drei Wege die sich spiralförmig zum Gipfel drehen. Schöne Wege durch einen lichten Wald,
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gesäumt von einigen Skulpturen.
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Dann öffnet sich der Wald und lässt den Blick frei auf den kahlen Gipfel der Halde, auf dem die Himmelstreppe thront.
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Eine 12 mtr hohe Formation aus 35 bis zu 18 Tonnen schweren, übereinander gestapelten Betonquadern. Übrigbleibsel einer ehemaligen, inzwischen abgerissenen Zeche.
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Je näher ich komme, desto bedrohlicher wirken die groben Betonblöcke auf mich. Die letzten Meter führen über eine Treppe hinauf. Aus dieser Perspektive lässt sich auch die Form einer Treppe erkennen.
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Aufeinandergestapelt wirken die Betonblöcke fast spielerisch, filigran.
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Umkippen kann allerdings nichts, die Blöcke sind mit massiven Stahlelementen verschraubt.
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Meine Wertung: ***** sehenswert
Leithestraße / Kreuzung Hövelmannstraße
45884 Gelsenkirchen

 

Essen – Halde Schurenbach ****

14.04.2015

Im Essener Norden liegt die (angeblich) meistbesuchte Halde des Ruhrgebiets, die Schurenbachhalde. Sie wurde in den 70iger Jahren von der Zeche Zollverein mit Abraum aufgeschüttet. Heute ragt Sie über 50 mtr in die Höhe und obenauf steht natürlich eine Landmarke, ein Bramme aus Stahl. Bester Ruhrgebietsstahl, 67 Tonnen ragen 14,5 mtr in die Höhe und sind 13,5 mtr tief im Boden verankert, 4,5 mtr breit aber nur 10 cm schmal.

An einem strahlend blauen Frühlingstag bin ich den kurzen Weg hinaufgelaufen. Die Treppe war leider nicht zugänglich, am Fuß der Treppe befindet sich nämlich eine riesige Baustelle für die Emscher-Renaturalisierung.
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Ich bin dann ein paar Schritte um die Halde herum und den Waldweg hinauf gelaufen DSC_0639 DSC_0642

Oben auf der Halde angekommen, erwartet mich eine kahle, graue, unwirkliche Mondlandschaft, die von einem Monolithen gekrönt wird. Ich bin sofort an den Film 2001:Odyssee im Weltraum erinnert, in dem auf dem Mond ein schwarzer Monolith entdeckt wird.

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Auch aus der Nähe ist die simple Stahlplatte mit ihrer massiven Präsens und dem gleichzeitig filigranen Aussehen absolut beeindruckend.
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Die Aussicht hat mich begeistert, ich konnte in alle Richtung schauen, dort die Bottroper Skihalle, der Tetraeder, die Schalke-Arena, der Herkules im Gelsenkirchener Nordsternpark.

Meine Wertung: ***** sehenswert
45329 Essen
Emscherstraße, Kreuzung Eickwinkelstraße 

Gescher – Glockenmuseum ***

13.04.2015

Auf meinem Weg nach Gescher war ich überrascht, dass das Münsterland gar nicht so platt ist, wie ich dachte, es gibt tatsächlich ein paar Hügel. Die Bezeichnung Baumberge brachte mich aber trotzdem zum Schmunzeln.
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Ich finde es erstaunlich, dass es in Deutschland noch acht Glockengießereien gibt. Eine davon ist in Gescher, die man aber leider nicht besichtigen kann. Aber es gibt ein kleines Glockenmuseum. , das mit vielen Informationen über die Herstellung und Historie von Glocken aufwartet.

Glocken aus Bronze gab es bereits mehrere Jahrhunderte vor Christi, aber erst im dritten Jahrhundert nach Christi Geburt entdeckte die Kirche das einst verrufene heidnische Gerät für ihre eigenen Zwecke. Als Instrument, um die Gläubigen in die Kirche zu rufen, aber auch um ihrem Klang schützende Wirkung zuzusprechen. Nun ja, man muss seine Meinung auch schon mal den Gegebenheiten anpassen.
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In den Anfängen der Glockengießerei gingen die Handwerker zu ihren Kunden (Kirchen und Gemeinden) und die Glocke wurde dann vor Ort gegossen. Dadurch vermied man den schwierigen Transport der großen, schweren Glocken. Um einen Holzrohling wurden in mehreren Lagen Hanfseile gewickelt, die immer wieder mit Lehm verschmiert wurden, bis die Form dem Innenraum der Glocke entsprach. Darauf wurde aus Bienenwachsplatten der eigentliche Glockenkörper modelliert und dieser wieder mit Hanfseilen und Lehm umwickelt. Oben und unten wurden Ein- und Austrittslöcher ausgespart. Zuletzt wurde flüssige Bronze eingefüllt, der Wachs schmolz und lief ab und die Bronze hat den so entstandenen Hohlraum ausgefüllt. Nachdem die äußere und innere Lehmform entfernt worden war, blieb die Bronzeglocke übrig. Ganz einfach. Beeindruckend, dass sie so toll klingen.
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Später wurden nacheinander drei Lehmformen gebrannt, wobei die mittlere der gewünschten Glocke entsprach. Die mittlere Form wurde dann entfernt und der so entstandene Hohlraum mit Bronze ausgegossen.
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Auch meine Stadt Bochum hat in der Geschichte der Glocken eine sehr bedeutende Rolle gespielt. Die Gußstahlfabrik „Bochumer Verein“ (die es auch heute noch gibt) hatte 1850 ein neues Verfahren zum Stahlformguss entwickelt.

Meine Wertung: ***** interessant
Deutsches Glockenmuseum e. V.
Lindenstraße 2
48712 Gescher

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