Author Archives: vaneerd

Scheveningen ***

August 2018

Ich hatte in Den Haag zu tun und da es sonnig und heiß war, hat es mich an den Strand gelockt. Ich wusste nicht genau wohin, doch dann habe ich mich erinnert, dass es in Scheveningen, einem Vorort von Den Haag, einen tollen Pier gibt. Ein bisschen in der Sonne liegen, ein bisschen auf dem Pier bummeln, das klang nach einer guten Idee.

Es hat sich seit meiner „Sturm- und Drang-Zeit“ sehr verändert, aber das ist natürlich auch schon mehr als 40 Jahre her. So bummle über den Pier, vorbei an vielen kleine Ständen, Geschäften und Cafés, aber so richtig gut gefällt es mir nicht. Um mich herum sind viele sind jedoch viele fröhliche und gut gelaunte Urlauber, die an den Andenkenläden, Eisständen, Fritten- und Kibbelingständen vorbeischlendern.
  
Direkt neben dem Pier, auf Holzpfählen ins Wasser gebaut, steht ein Riesenrad, von oben har man sicher eine tolle Aussicht.

Wer es mag, kann man sich auch an einem Bungy-Seil in die Tiefe stürzen

oder an einer Zipline aus 60 Metern Höhe hinunter zum Strand sausen.

Der breite Strand am Pier ist bei dem heißen Wetter leider auch ganz schön voll, es ist halt Sommerferienzeit.

Gegenüber des Piers sehe ich das altehrwürdigen Fünf-Sterne Grand Hotel, das, umringt von Spielcasino, Aquarium, Shopping Mall, Vergnügungszentrum und vielen anderen Hotels, seine exclusive Ausstrahlung verloren hat.

Der Rummel ist mir doch Zuviel, deshalb mache ich mich auf den Weg und laufe am Strand entlang Richtung Fischereihafen. Der Himmel ist strahlend blau, auf dem Meer sind kaum Wellen, hier sind am Strand mehr Möwen als Urlauber. Ich setzte mich in den Sand, schaue den Möwen zu, die laut kreischend über mir kreisen oder im seichten Wasser nach Beute suchen.
 
Langsam geht der Tag zur Neige und der Himmel färbt sich rosa und orange und rot. Weit draußen vor dem Strand liegen einige große Schiffe vor Anker. Sie warten wohl darauf, in Rotterdam be- oder entladen zu werden.

Ich laufe weiter, bis ich eine gemütliche Strandbar finde. Bei Fisch und kühlem Weißwein lasse ich den Tag ausklingen

und erlebe dabei einen traumhaften Sonnenuntergang.

Meine Wertung: ***** ein Stück entfernt vom Pier ist es schön

Den Haag
Scheveningen 

Xanten ****

August 2018

Hier, mitten in Xanten starte ich mit meiner kleinen Radtour.

Zuerst geht es über den kleinen Marktplatz, vorbei an Ständen mit den ersten Sonnenblumen des Jahres und blühenden Astern, an einem Stand mit herrlich duftenden frischem Bauernbrot, dort ein Stand aus dem nahen Holland mit vielen verschiedenen Käsesorten, die um die Wette ihren aromatischen Duft ausströmen. Ich kann nicht widerstehen und kaufe ein etwas Proviant für unterwegs ein.

Direkt neben dem Markt steht der Xantener Dom, der Grundstein wurde 1263 gelegt.

Mit einem malerischen Kreuzgang

Dann steige ich aufs Rad und fahre über die alte Bahntrasse in nördlicher Richtung nach Marienbaum.

Von dort aus geht es in östliche Richtung nach Obermörmter, durch schattige Alleen bis zum Rhein
 
Auf dem Rückweg Richtung Xanten fahre ich vorbei an der Xantener Nordsee und an der Südsee. Natürlich gönne ich mir hier eine kleine Pause und genieße das quirlige Treiben am Strand und auf dem Wasser.

Für einen Besuch des Archäologischen Parks auf dem Gelände der ehemaligen römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana fehlt mir heute leider die Zeit, da werde ich noch einmal wiederkommen.

Zum Abschied passiere ich eines der alten Stadttore, das Klever Tor

mit der Kriemhild Mühle. Sie ist noch in Betrieb und kann besichtigt werden.

Eine schöner Tag mit vielen Erlebnissen. Ich komme sicher wieder, allein schon, um den Archäologischen Park zu besichtigen!

Mein Wertung: ***** erlebenswert
Tourist Information Xanten GmbH
Kurfürstenstraße 9
46509 Xanten
Tel.: 02801 772-200

Rursee / Monschau

Juli 2018

Auf geht´s zur 2. Tour. Da die erste ans Meer führte, soll es nun ein Ziel im Mittelgebirge sein. Da bietet sich ein Campingplatz am Rursee in der Eifel an, an dem ich die Selbstversorgung ausprobieren möchte. Eigener Strom, Gas, Wasser aus dem Tank, Toilettennutzung – alles zum ersten mal.

Mein Stellplatz ist schön beschattet und in idyllischer Lage an einem kleinen Bach, der nur ein paar Meter weiter in den Rursee mündet. Hier treffen sich viele Holländer, Belgier und Deutsche, besonders Familien mit Kindern, da der See zum Planschen, Standup-Paddeling und Kanufahren einlädt.

Ankommen, Stühle und Tisch auspacken, Markise ausfahren – fertig. Schon beginnt die Entspannung mit Lesen, Spielen, Essen und einer kalten Flasche Weißwein aus dem Kühlschrank. Ziemlich optimal alles.

Die wald- und wasserreiche Umgebung lädt ein zu ausgedehnten Wanderungen und Radtouren.
 

Zwanzig Kilometer entfernt liegt die mittelalterliche Stadt Monschau, die sich mit ihren vielen Fachwerkhäusern an der Rur entlang schlängelt. Enge Kopfsteinpflastergassen, kleine Läden und einige hübsche Restaurants laden zum bummeln und verweilen ein.

Auch als Nichtkirchengänger kann ich es nicht lassen ab und zu einmal in eine Kirche hineinzuschauen. Ich habe in zwei Kirchen hineingeschaut und ich wurde beide Male positiv überrascht.
Hier durch die ungewöhnliche Anordnung der Sitzbänke, die im Halbkreis um den Altar angeordnet sind

und hier durch eine lesenswerte Texttafel im Eingangsbereich (ich hoffe die Stadtkirche Monschau ist mit der Publikation dieses Textes einverstanden).


Rufsee-Touristik GmbH
Seeufer 3
52152 Simmerath-Rurberg
Telefon: 02473 – 93770

NL Elkersee

Juli 2018

Jetzt geht es endlich los, die erste kleine Tour mit dem neuen Wohnmobil.

Die Grundeinrichtung, Töpfe, Teller, Gläser, Bettwäsche und noch Vieles mehr ist bereits verstaut, die letzten Vorbereitungen sind schnell erledigt. Ein bisschen Wäsche, ein paar T-Shirts und vielleicht etwas Warmes für abends sind flott aus dem einen Schrank (in der Wohnung) in den anderen Schrank (im Wohnmobil) geräumt. Ein paar Lebensmittel noch und innerhalb einer Stunde bin ich abfahrbereit. Genau so habe ich es mir vorgestellt.

An das Fahren mit dem großen Auto habe ich mich schnell gewöhnt, ich sitze sehr komfortabel in meinem Cockpit-Sitz und schaue von oben auf den Verkehr herab. Kurze Zeit später bin ich auf der Autobahn Richtung Holland. Südholland, die Scheldemündung, Scharendijke, Elkersee ist mein Ziel. Freunde haben mir einen kleinen und sehr schönen Campingplatz bei einem „Kartoffelbauern hinterm Haus“ empfohlen.

In der Nähe des alten Hühnerstall gibt es einen ruhigen Stellplatz.
Ab ins süße Nichtstun …
 
Zeit für lange Strandspaziergänge, für faul im Sand liegen, für Matjes und Kippeling und Frikandel Spezial; und Abends vorm Wohnmobil sitzen und während die Sonne untergeht und der Abend kühler wird, den Tag ausklingen lassen.

Wohnmobil

Januar 2018

Ich habe Einiges von der Welt gesehen und jetzt, als Rentner, möchte ich nicht die Füße hochlegen und bestenfalls ab und zu den Rasen mähen.
Ich brauche ein neues Abenteuer! Also tue ich, was zur Zeit sehr viele tun, gerade Menschen in meiner Lebenssituation.

Ich habe mir ein Wohnmobil bestellt.

Angefangen hat es mit der Idee, einen alten VW-Bus selber auszubauen, da ich genügend Zeit habe und handwerklich nicht ganz unbegabt bin. Werbefotos versprachen die große Freiheit an einsamen Orten, die untergehende Sonne vom Strand aus beobachten mit einem Glas Rotwein vor dem Campmobil, so meine Vorstellung von künftigen Ausflügen. Tagelang habe ich nach gebrauchten und neuen Bussen und nach entsprechenden Ausbausätzen geschaut. Das war sehr ernüchternd, denn der Preis für alte wie neue VW-Busse ist schwindelerregend hoch und liegt weit über meinem Budget.

Dann entdeckte ich den Campster von Pössl. Vergleichbar groß, allerdings nicht so ‚cool‘ wie ein alter VW-Bus, aber dafür komplett ausgestattet und fix und fertig und fahrbereit. Womit ich nicht gerechnet habe: Viele Menschen haben gerade die gleiche Vorstellung von Urlaub im Campmobil, die Lieferzeit beträgt 12 Monate und mehr, gebrauchte Camper kosten unwesentlich weniger als neue, haben aber höchsten einen E5-Dieselmotor.

Es ist schon seltsam, wenn man plant, sich ein rotes Auto zu kaufen, sieht man plötzlich überall ganz viele rote Autos. So ging es mir auch mit der Idee ein Wohnmobil zu haben. Es gab auf einmal viele Gespräche und Diskussionen mit Freunden, Bekannten und Nachbarn, und tausend Anregungen, Ideen und kontroversen Diskussionen.

Daraufhin erschien mir der Campster doch ein wenig zu klein. Das Aufstelldach zum Schlafen könnte bei länger anhaltendem Regen schnell ungemütlich klamm werden. Dann ist entweder gemütliches Sitzen möglich, oder es steht Umbauen zum Schlafen an. Eine Waschgelegenheit und Toilette wäre auch nicht übel für künftige Abenteuer in der Wildnis, fernab der Zivilisation.

Da bietet sich ein Kastenwagen regelrecht an. In dem kann ich stehen, es ist eine komplette kleine Wohnung mit Schlaf- und Wohnzimmer, Küche und Bad, alles vorhanden, was man braucht, nur eben auf 8 bis 10 qm. Tage-, ja wochenlang habe ich Prospekte gewälzt und Ausstellungen und Händler besucht. Welches Basisfahrzeug, wieviel PS, welche Farbe, welche Polster, 5,40 oder 6,30 mtr lang, Pössl oder Hymer oder Weinsberg oder oder oder….

Juni 2018

Die Entscheidung fällt auf den 5,40 mtr langen Citroen Jumper Kastenwagen von Clever Van. Groß genug für alles was ich brauche und doch klein genug um damit bequem in der Stadt oder einem kleinen Dörfchen zu rangieren. Weiß und glänzend steht er nun vor meinen Haus, das Wohnmobil ist endlich da. Wenn ich die Schiebetür öffne, riecht es noch sehr nach neuem Auto. Ich habe nach langer Suche einen Händler gefunden, der tatsächlich bereits nach 5 Monaten liefern konnte. In der Zwischenzeit hat sich in meinem Zimmer ein kleines Warenlager gebildet: Töpfe, Teller, Gläser, Oberbetten und Kissen, Gartenstühle und ein Tisch, Chemie für Toilette und Wasser, Wasserschlauch, Kabeltrommel, ein mobiler WLAN-Router und etliches mehr.  Nach und nach räume ich Alles ein, bin mir aber sicher, es fehlt noch Einiges. Ganz egal, jetzt geht es los …

 

Toskana Rundreise

Mai 2018

Florenz

Ich bin mit dem Auto nach Florenz gefahren und habe das Auto in der Nähe des Flughafens auf einem bewachten Parkplatz abgestellt, dann die Satteltaschen auf das Fahrrad geschnallt und mich durch das italienische Verkehrsgewirr zu meiner ersten Unterkunft in Florenz gewuselt. Da ich ein bisschen von Land und Leuten sehen wollte, habe ich mit von den großen Hotels ferngehalten und mich an „Agriturismo“-Unterkünften orientiert. Das sind Bauernhöfe oder Weingüter in einer tollen Lage, familiär geführt und häufig mit Produkten aus dem eigenen Betrieb. Man kommt schnell ins Gespräch mit den Inhabern und anderen, oftmals internationalen Gästen.

Sehr gemütlich und mit dem Fahrrad bin ich in 15 Minuten an der Ponte Vecchio, der Brücke der Schmuckhändler

Was von weitem sehr malerisch aussieht, erweist ich aus der Nähe, es war nicht anders zu erwarten, als sehr touristisch und sehr voll.

Es muss nicht ausdrücklich erwähnt werden, Florenz ist eine wunderschöne Stadt, voller beeindruckender Paläste und Kathedralen und Museen aber leider auch mit stundenlangen Warteschlangen davor.

Pistoia

Über Prato geht es sehr entspannt weiter nach Pistoia.


 

Montecantini Terme

Durch verschlafene Dörfer, durch blühende Wiesen und über sanfte Hügel geht es weiter zu dem kleinen eleganten Termalbad Montecantini Terme.

Promenade

Kurhaus

Montecantini Alto

Während Montecantini Terme im Tal liegt, erstreckt sich Montecantini Alto über den nahegelegenen Hügel. Mit einer kleinen Standseilbahn kommt man bequem hinauf.

 
 
 

Lucca

Über teilweise recht abenteuerliche Radwege geht es weiter, immer wieder laden kleine Bars und Restaurants zu einer kleinen Pause ein.

Porta San Gervasio

 

Piazza Antifeatro

Pisa

Er ist wirklich schief und besonders lustig sind die vielen Menschen, die versuchen in irgendeiner Weise mit ihm zu Posen.

Calambrone

Nach so vielen Kirchen und Palästen habe ich mir ein paar Tage Ruhe am Meer verdient.

Friedhof

Marina di Pisa

Einsame Strände (es mag am Wetter gelegen haben) aber sehr schön für lange Spaziergänge.

oder auch zum Sonnenbaden

Die Fischer fahren nicht hinaus sondern werfen ihre Netze von kleinen Inseln aus in die Strömung.

Empoli

Auf dem Rückweg nach Florenz noch einmal Toskana von ihrer schönsten Seite.


Und dazu auch noch eine tolle Unterkunft mit einem vorzüglichem Restaurant.
 

Fast 400 wunderschöne Kilometer, tolle Landschaften, wunderschöne Restaurants, ein paar Kirchen und Paläste, Meer und keinen einzigen Regentag. Was will man mehr?

Triglav Nationalpark

Juni 2017
Meine Route

Im Nordwesten Sloweniens, direkt an den Grenzen zu Italien und zu Österreich, liegt ein kleiner, mir bis dahin ziemlich unbekannter Nationalpark. Benannt ist er nach dem höchsten Berg des Parks, dem 2864 m hohen Triglav. Bereits 1908 gab es Bestrebungen, die Region zu schützen und zu einem Nationalpark zu machen; bis zur Realisierung dauerte es jedoch bis 1924. Im Laufe der Jahre wurde der Park immer wieder vergrößert und umfasst heute 29.430 Hektar (294,3 qkm). Der Park ist gut erschlossen, es gibt 7000 km markierte Wanderwege, einige Klettersteige, Gasthöfe, Schutzhütten und Biwak-Lager in den Bergen.

 

Kranjska Gora

Ausgangspunkt meiner Tour ist der kleine Ort Kranjska Gora (5000 Einwohner). Mir erscheint der Ort ziemlich langweilig. Dominiert von einem großen Hotel einer internationalen Kette und ein paar anderen, teilweise sehr hässlichen, größeren Hotels.

 

Immer wieder komme ich auf meinen Wanderungen spontan mit interessanten Menschen ins Gespräch, so auch hier.

Nach dem Essen setze ich mich auf einen der Gartenstühle unter der Markise, bestelle ein Glas Aperol-Spritz. Die untergehende Sonne lässt die wenigen Wolken im gleichen Farbton wie mein Getränk erstrahlen. Meine Tischnachbarn fragen mich, was ich denn da gerade trinke, so kommen wir ins Gespräch. Sie sind aus England, sehr bereist und haben schon fast überall auf der Welt für zwei, drei Jahre gelebt. Jetzt arbeiten sie ihre Bucket-Liste (Dinge, die sie noch erleben möchten, bevor sie „den Löffel (Bucket) abgeben“.) ab. Sie kommen gerade aus Süddeutschland und sind auf dem Weg nach Italien, wo sie sich langsam von Nord nach Süd viele schöne Regionen und Städte anschauen wollen. Ich bin beeindruckt und frage höflich nach ihrem Alter, „siebzig“ ist die Antwort. Das beeindruckt mich noch mehr, bis mir klar wird, dass uns so viele Jahre gar nicht trennen! Es wird gemütlich, wir diskutieren darüber, ob man besser in Cambridge oder in Oxford studiert und wo auf dieser Welt es doch am schönsten sei. Zuletzt landen wir bei Australien, da kann ich gut mitreden, da war ich schon, und über Neuseeland, das steht auf meiner Reise-Liste ganz oben. Aber, meinen die Beiden, Neuseeland sei gar nicht so toll, fast wie Europa, wie die Schweiz… Da mischt sich plötzlich von der anderen Seite eine junge Frau ein. Sie komme aus Neuseeland, mache gerade eine dreimonatige Europa-Rundreise, und könne diese Aussage nicht so stehen lassen. Neuseeland sei völlig anders und schön und toll und absolut erlebenswert.

So verbringe ich einen fröhlichen Abend mit spannenden Geschichten und lustigen Erlebnissen von unseren Reisen, die wir uns gegenseitig zu berichten wissen. Und mein Wunsch, nach Neuseeland zu fahren, wird nur noch bestärkt.

 

Jasna See

Als ich den Ort in Richtung Süden verlasse, werde ich von einem traumhaft schönen See und einer mehr als beeindruckenden Bergkulisse entschädigt, dem Jasna See mit dem 2574 m hohem Prisojnik.

Direkt am Seeufer, zwischen den Bäumen, finde ich eine kleine Holzhütte mit Sonnensegeln und Liegestühlen, kalten Getränken und chilliger Musik. Genau mein Ding. Sollte ich nicht einfach hier sitzen bleiben, später mal ein Bier trinken, zuschauen wie der Wind den kristallklaren See kräuselt, dem Zwitschern der Vögel lauschen, beobachten wie sich die Schatten auf dem Gipfel verändern, spüren wie der Tag vergeht?

 

Russische Kapelle

Auf halbem Weg zum Vršič-Pass liegt auf 1200 m Höhe die Russische Kapelle. Sie wurde im Gedenken an russische Kriegsgefangene erbaut, die im Rahmen des ersten Weltkrieges zwischen 1914 und 1916 die Passstraße als Militärstraße errichten mussten.

Mal ist der Weg breit und führt durch lichten Wald, mal muss ich ihn suchen, weil er nur noch ein schmaler Trampelpfad ist. Es gibt viele plätschernde, aber auch reißende Bäche und manchmal eine verfallene Brücke, die ich mit Skepsis betrete. Meistens balanciere ich aber über glitschige Steine oder mache einen beherzten Sprung in der Hoffnung, nicht in dem eiskalten Wasser zu landen.

 

Da, wo der Wald eine Lichtung bildet, lege ich mich einfach in die Wiese, höre dem Summen und Brummen und Sirren der vielen Insekten zu, die zwischen den Blüten hin und her fliegen und genieße den Blick in den weiten, endlos blauen Himmel.

 

Am Ziel des Tages erwartet mich eine gemütliche Hütte. Die Verständigung mit der Hüttenwirtin gestaltet sich schwierig, wir finden keine gemeinsame Sprache. Was heißt Bretteljause auf Slowenisch? Wir lachen viel und mit Händen und Füßen klappt die Verständigung.


 

Böse Geister

Es gibt viele Sagen und Legenden, die in der Region des Triglav angesiedelt sind, und wie so oft geht es um Liebe und Verrat, um Gier und Vernichtung. Die wichtigste Sagengestalt ist der Zlatorog, ein wilder Gamsbock mit goldenen Hörnern. Es heißt, er habe hoch oben am Triglav einen Garten gehabt und sei zugleich Hüter eines verborgenen Schatzes gewesen. Ein habgieriger Jäger habe sich des Schatzes bemächtigen wollen, sich an Zlatorog herangeschlichen und ihn erschossen. Aus dem Blut des getöteten Gamsbockes sei auf der Stelle eine Wunderblume gewachsen, die Zlatorog das Leben zurückgegeben habe. In rasender Wut habe Zlatorog den Übeltäter getötet. Hernach habe er seinen Gebirgsgarten zerstört und ward nie mehr gesehen.

War hier sein Garten? Aber bei so vielen Steinmännchen droht mir hier wohl keine Gefahr.

 

Vršič-Pass

Der Vršič-Pass ist mit 1611 m der höchste Pass Sloweniens. Mit 50 Haarnadelkurven ist er ein Paradies für Motorradfahrer und eine harte Probe für Radfahrer, die sich alle hier auf der Passhöhe tummeln. Ein bisschen viel für meinen Geschmack und so mache ich mich wieder auf den Weg abseits der Straße in Richtung Triglav.

 

 

Soča-Quelle

Eine der schönsten Quellen in den Julischen Alpen ist angeblich die Soča-Quelle.
Der Weg beginnt ganz entspannt durch den Wald und überquert einige Male über wackelige Holzbrücken die Soča.

 

Ich komme zu einem kleinen Restaurant, wo ich, auf einer Holzbank sitzend, einen hausgemachten Apfelstrudel esse. Ab hier wird der Weg steiniger und steiler, der Fluss wilder und reißender, immer wieder von kleinen Wasserfällen gesäumt.

Hier beginnt dann auch der Klettersteig und es wird ein wenig abenteuerlicher.

 

Dann bin ich am Ziel, der unterirdischen Quelle der Soča. Wie durch ein Tor kann ich in eine Höhle mit einem unterirdischen See schauen. Der See läuft über und ergießt sich in einem Wasserfall durch eine schmale Schlucht ins Tal.

Ich gehe ganz nah an die Höhle heran, es ist glitschig und feucht und es kommt ein kalter moderiger Hauch aus der Höhle. Aus den Augenwinkeln bemerke ich ein Glitzern zwischen meinen nassen Schuhen, ich bücke mich und grabe zwischen den weißen Kieseln einen kleinen golden Ring heraus. Ich will ihn mir gerade in die Tasche stecken, damit ich ihn später genauer anschauen kann, da höre ich aus der Höhle ein leises, entferntes Jammern „mein Schatzzzzzz“… Ich werfe den Ring schnell wieder in den See in der Höhle und mache mich zügig auf den Rückweg.

Es ist Sonntag Nachmittag und als ich meine Tour fortsetze, komme ich an einem gemütlichen kleinen Haus vorbei.

Im Garten steht ein großer Tisch mit einigen Gläsern darauf. Fünf oder sechs Leute sitzen im Schatten auf einem Holzbalken an die Hauswand gelehnt, ein kleines Kind läuft zwischen den Erwachsenen herum und ein paar Hühner auch. In einer Hängematte lümmelt sich ein jüngerer Mann herum, der mich auf englisch anspricht und nach woher und wohin fragt und mir dann auch erklärt, dass ich mich gerade in der schönsten Gegend ganz Sloweniens befände. Ohne bisher viel von Slowenien gesehen zu haben, kann ich ihm nur zustimmen. Ich frage ihn, ob ich etwas zu trinken bekommen könne und er lädt mich ein, in den Garten zu kommen und mir ein Glas vom Tisch zu nehmen und dort drüben sei der Wasserhahn, da könne ich mich bedienen. Ich lasse mein Glas volllaufen, setze mich an den großen Tisch und genieße das eiskalte Wasser und die Umgebung und die Menschen, die einen faulen Nachmittag genießen. Ich frage, ob ich auch etwas zu Essen bekommen könne, woraufhin der junge Mann aus der Hängematte mit einer Frau, die er als seine Mutter vorstellt, spricht und kurz darauf bringt sie mir ein Stück Ziegenkäse und eine dicke Scheibe frisches Weißbrot. Es ist einfach nur köstlich. Als ich weiter will, bedanke ich mich herzlich, bezahle ein paar Euro und mache mich weiter auf in Richtung Triglav. Im Nachhinein frage ich mich, ob das tatsächlich eine Jausen-Station war, oder ob ich mich bei wildfremden Leuten einfach in den Garten eingeladen habe. So oder so – es war schön.

 

Triglav

Als ich anfing, die Tour zu planen, war ich noch so optimistisch, über den Triglav zu wandern zu wollen, er ist ja nur 2864 m hoch, keine große Herausforderung. Nachdem ich mich ein wenig mehr damit auseinandergesetzt hatte, reifte jedoch die Erkenntnis, dass ich nicht direkt über den Berg gehen wollte, 14 Stunden Laufzeit und ein großer Teil davon über Klettersteige. Da ich alleine unterwegs bin, erschien mir das ein wenig zu viel und zu unsicher. Also dann doch besser um ihn herum.

1000 m steile Wand und über 3000 m breit, das drittgrößte Massiv der Alpen.

 

Da war ein Spaßvogel unterwegs, 534 km sagt Google und 112 Stunden reine Laufzeit.

Ist das vielleicht Zlatorog? Ach ne, keine goldenen Hörner.

 

Vintgar-Klamm

So richtig spektakulär ist sie nicht, aber bei der großen Hitze ist es sehr angenehm durch die fast 2 km lange, schattige Schlucht, vorbei an fast 300 m hohen, steilen Felswänden zu laufen. Am Ende stürzt der Fluss in einen kleinen See.

 

Bled

Ein sehr schöner See, mit einer Burg, deren Grundsteine auf das Jahr 1004 zurückreichen sollen, einer Marienkapelle auf einer Insel mitten im See, zu der man sich mit Holzbooten hin rudern lassen kann. Und am Ostufer? Ein Hotel neben dem anderen…

 

Ghana Rundreise

Oktober 2016
ghana_map-2 Ghana ist ein tropisches Land in Westafrika am Altlantischen Ozean in der Nähe des Äquators. Die Nachbarstaaten sind Elfenbeinküste, Burkina Faso und Togo. Ghana ist ungefähr so groß wie Westdeutschland und hat 26 Millionen Einwohner. Nach langen Jahren unter Kolonialherrschaft, zuletzt der Briten, ist Ghana seit 1960 eine Republik. Trotz vieler Jahre verschiedener (auch Militär-) Regierungen setzt seit den 1990er Jahren eine Demokratisierung des Landes ein.

Ghana ist kein typisches Touristenziel, die Verkehrswege sind schlecht ausgebaut, viele Straßen sind festgefahrene Lehmpisten mit tiefen Schlaglöchern. Das Klima, Starkregen in der Regenzeit, Trockenheit, Hitze und heiße Sandstürme aus der Sahara während der trockenen Periode sorgen für schwierige Verhältnisse bei Baumaßnahmen. Reiseveranstalter haben Ghana nicht im Programm und Buchhandlungen führen lediglich einen veralteten Reiseführer in englischer Sprache. Warum fahre ich dann dort hin? Ganz einfach, meine Tochter lebt dort und das ist ja wohl Grund genug. Also auf nach Ghana … und, das vorausgenommen, es war ein tolle Zeit.

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