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Mit dem Wohnmobil durch Italien – Kalabrien

Tag 24 Villapiana Scalo

Da nach knapp 3 Wochen unterwegs jetzt große Wäsche angesagt ist, spanne ich alles, was ich an Leinen habe, zwischen die Bäume und hänge meine frischgewaschene Kleidung in Sonne und Wind. Nun habe ich genügend Zeit und Muße, ab und zu aufs Meer zu schauen, zu lesen und zu faulenzen. Nachmittags ist alles trocken und wieder in die Schränke geräumt.

Ich gönne mir abends noch eine vom Wirt angepriesene Pizza frisch aus dem Ofen, unterhalte mich im Lokal mit anderen Campern und tausche Reiseziele und Informationen aus.

 

Tag 23 Villapiana Scalo

Es ist einfach ein wunderbarer Blick auf die Bergwelt, da möchte ich noch ein bisschen bleiben. Ich fahre noch weiter ins Gebirge hinein, durch die Örtchen Pazzano und Bevongi und habe unterwegs immer wieder tolle Aussichten auf steile Felsen, Kapellen auf Gipfeln, Schluchten und die Straße, die sich in Kehren die Berge hinauf und hinab schlängelt.

In der Nähe gibt es einen weiteren Nationalpark, den `Parco Nationale Dell Pollino´, durch den ich Richtung Ostküste fahre. Hier sind die Berge nicht so waldbestanden, dafür gibt es auf den Terrassen und Ebenen wieder Wein, Obstplantagen und Olivenbäume.

An der Ostküste führt eine Bahnstrecke direkt am Meer entlang. Um auf meinen Campingplatz für heute Nacht zu kommen, muss ich über diese Gleise gelangen. Mein Navi möchte mich immer wieder durch viel zu niedrige Unterführungen schicken, da frage ich doch lieber einen netten Menschen am Straßenrand. Und dann bin ich auch angekommen, in Villapiana Scalo stehe ich unter Bäumen direkt am Meer.

Tag 22 Stilo

Ich genieße noch ein letztes mal den Blick aufs Meer, dann fahre ich weg von der Küste ins Gebirge, in den Nationalpark Parco Nationale Dell Aspromonte. Noch daheim habe ich den Tipp bekommen, dass es dort landschaftlich besonders schön ist. Ich folge der engen Straße, die sich durch das Gebirge schlängelt, immer weiter die Berge hinauf.

Unterwegs liegen kleine Orte terrassenförmig an den Berg geschmiegt, durch eine tiefe Schlucht fließt ein Fluss, von dem nur ein schmales Rinnsal in einem breiten, schottrigen Flussbett übrig ist, am Straßenrand blüht es üppig in allen Farben.

Ich freue mich, in dieser Jahreszeit zu reisen. In dem Bergdorf Stilo

mache ich Rast, parke mein Wohnmobil am Straßenrand und schlendere durch den Ort.

Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Alte Männer sitzen in einer Bar

neben einer der vielen Kirchen beim Kartenspiel, `Donne‘ spazieren, die Handtasche am Arm, eingehakt durch die Straßen. Ich steige die engen Gassen hoch,

vorbei an Häusern, die hier schon ewig stehen, Die vielen Kirchen mit ihren verwitterten Kirchtürmen und uralten Holztüren sind leider verschlossen.

Über einen schmalen Pfad mit einem verfallenem Geländer laufe ich am Berg entlang zu einer kleinen Grotte mit einer Kapelle.

Abends trifft sich das halbe Dorf auf den Straßen und in den kleinen Bars. Man begrüßt sich fröhlich und ausgelassen mit Küsschen rechts und Küsschen und tauscht Neuigkeiten aus. Ich tauche in das bunte Treiben ein und lasse den Tag in einer Bar ausklingen.

Da ich direkt vor der `Policia Kommunale´ geparkt habe, ist es anschließend eine angenehm ruhige Nacht. Und der frühe Morgen belohnt mich mit einem Sonnenaufgang über der Stadt!

Tag 21 Scilla

Heute Morgen fahre ich mit dem Rad in den Ort, suche mir eine stabile Laterne zum Radparken und erklimme die steilen Treppen quer durch den Ort, an kleinen Häuschen mit blätternder Fassade, Ruinen, bunten Blumen in Pflanztöpfen bis zum Kastell. Der Ausblick hoch über dem Ort ist phantastisch!
Wieder zurück am Strand, habe ich mir nach der Treppensteigerei einen Faulenzertag am Meer verdient. Ausgerüstet mit Badehose, Handtuch und Buch lege ich mich entspannt auf eine der bereitsstehenden Liegen.

Den Abend verbringe ich einfach mit Zuschauen wie es dunkel wird …

 

 

Tag 20 Scilla

Der Tag beginnt wie die anderen vorher auch, nieselig, bewölkt, kühl. Ich breche auf, um noch ein letztes Mal an die Küste zu fahren. Mein nächstes Ziel ist Taormina, mal sehen, ob sich die Sonne dort zeigt! Die Vulkanlandschaft verschwindet, ich fahre an der Steilküste über in den Berg geschlagene Straßen, durch Terassen, bis ich in Taormina ankomme, wo sich der Touristenstrom bündelt: die Straßen sind verstopft, riesige Parkplätze für Busse, Parkhäuser für PKWs – aus der Ferne liegt der Ort malerisch am Berg, von Nahem winden sich Autos und Menschen durch die engen Strassen. Das lockt nicht zum Bleiben.

Ich fahre weiter nach Messina, auf die Fähre zum Festland.
Das die Meerenge so schmal ist, hätte ich nicht erwartet. Ich kann die Häuser gegenüber auf dem Festland von hier aus gut erkennen. Die Überfahrt dauert auch nur eine gute 1/2 Stunde, dann bin ich an der Steilküste Kalabriens angekommen.

Ich fahre noch bis Scilla ein malerischer Ort, von einem Kastell gekrönt.

Der Stellplatz hoch über dem Meer ist spartanisch eingerichtet, aber die Aussicht! Die entschädigt für alles. Ich schaue über die Meerenge bis Sizilien und zur anderen Seite auf das steil an der Felswand gebaute Örtchen Scilla mit seinem Kastell. Scilla hat einen ganz besonderen Touristendienst: Ich werde mit einem Elektrocaddy am Stellplatz abgeholt und am Strand abgesetzt. Ich schaue noch einmal aus der Nähe in den Ort, dann setze ich mich in eins der hübschen Strandrestaurants, bekomme fangfrischen Schwertfisch serviert, schaue aufs Meer und werde später auch wieder mit dem Caddy zum Stellplatz gebracht. Meinen Campingstuhl stelle ich an die Holzabsperrung und beobachte die Sonne, wie sie im Meer versinkt…

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Sizilien

Tag 19 Ätna

Bei strahlendem Sonnenschein fahre ich die Bergstraße zur Kabinenbahn „Funnivia Dell Etna“ hoch. Die Gegend ist atemberaubend: riesige schwarze Lavabrocken, mit knallgelben Blumen

und grünem Buschwerk und Bäumen bewachsen.

Unterwegs nimmt die Bewölkung zu und die Landschaft erinnert mich immer mehr an das Land Mordor aus dem Herrn der Ringe. An einem Aussichtspunkt blicke ich auf ein halb im Lavastrom versunkenes Gebäude.

An der Seilbahn

die üblichen Touristenattraktionen, Andenkenläden, Pizzabuden und Verkaufsstände für warme Jacken. Etliche Besucher sind nämlich in kurzen Hosen und Flipflops angereist. Die Temperatur an der Talstation beträgt aber nur noch 7 Grad, wie kalt mag es da weiter oben sein?
Inzwischen liegt die Bergbahn in den Wolken, beim Aussteigen sehe ich schon die Allradbusse zurück zur Station kommen. Auf den Berg hinauf fahren sie wegen des Wetters nicht.

Also nehme ich meine Beine in die Hand und laufe 500 Höhenmeter bis zum Endpunkt der Allradbusse. Hier stehen Carabinieri, die niemanden weiter hoch laufen lassen. Ab hier könnte ich nur noch mit einem Guide weiter zum Krater, wegen des schlechten Wetters warten die aber alle in der Bergstation auf Wetterbesserung. Noch während ich mit den Carabinieri spreche, fällt der erste Schnee. Sehen kann ich von den Erruptionen des Vulkans zwar leider nichts, aber das ständige Grollen und Knallen ist schon sehr beeindruckend und sehr nah. Einer der Carabinieri gib mir den Tipp, von dem Standort auf knapp 3000 m wieder bergab zu laufen und in der 3. Kehre links querfeldein abzubiegen. Dort wäre eine Plattform, von der aus ich den Lavastrom sehen könne. Inzwischen schneit es aber so heftig, dass ich auch von dort, außer meiner Hand vor Augen, nichts erkennen kann.

Durch den Nebel höre ich das Grummeln und Rumoren aber so nah, als ob der Lavastrom direkt neben mir fließen würde. Mitten im Sommer ist das Schneetreiben so heftig, dass sich die schwarzen Lavafelsen ringsherum in eine weiße Winterlandschaft verwandeln.

Bis zur Bergstation der Seilbahn auf ca. 2500 m liegt auf meinem Rückweg eine geschlossene Schneedecke. Bei solchem Wetter fährt dann auch die Seilbahn nicht mehr. Wie im Winterurlaub auf einer roten Piste fahre ich im Unimog-Allradbus zur Talstation der Seilbahn.

 

Tag 18 Syracus

Gut, dass ich so früh unterwegs bin! Noch sind die Ausgrabungsstätten um die beiden Amphitheater, das römische

und das griechische,

noch gut zu überschauen, aber hinter mir rollen schon Schulklassen und Busse mit asiatischen Touristen an. Ich bin tief beeindruckt von den monumentalen Bauten, die in der Antike mit aus den Kalkfelsen gehauenen Steinen errichtet wurden. Im römischen Theater kann ich den Raum für die Bühnenmaschinerie erkennen, auch die Zugänge zu den Plätzen der Zuschauer, die Gitter für die Tiere, die Zugänge der Gladiatoren sind gut erkennbar. Der ganze Raum konnte mit einem ausgeklügelten System geflutet werden, so wurden auch Seeschlachten nachgestellt. Außerdem ist das ganze Gelände gut gepflegt und trotzdem von vielen Pflanzen bewachsen.
Weiter geht es zum griechischen Amphitheater, das mich wegen seiner Größe Platz für 15.000 Zuschauer, beeindruckt. Allerdings wird es auch heute für Aufführungen genutzt, weshalb die antiken Sitzreihen zum großen Teil mit Holz bedeckt sind. Der angrenzende Steinbruch, in dem Griechen und Römer die Steine für die Theater gehauen haben, ist von riesigen Höhlen durchzogen, die beim Abbau entstanden sind.


Noch scheint die Sonne, aber schon ziehen erste Wolken auf und ich beschließe, weiterzufahren. Ich finde den kleinen, noch recht neuen Campingplatz „Mons Gibel Camping Park“ am Rande des Ätna-Nationalparks.

 

Tag 17 Syracus

Es hat nachts so heftig geregnet und gestürmt, dass ich die Fenster am Wohnmobil schließen musste, sonst hätte es ´reingeregnet. ich mache mich zum südlichsten Ort Italiens auf, Portopalo di Capo Passero und zum südlichsten Punkt, Cappo delle Correnti. Und auch hier – Regen.

Aber der Ort ist hübsch, bunt bemalte Häuser, kleine Cafes und Restaurants haben Terassen in die Strassen gebaut, die Straßen gehen steil zum Meer hinab und erinnern mich deshalb an San Francisco. Ich möchte Italien vom südlichsten bis zum nördlichsten Ort bereisen, mal schauen, was mir auf meinem Weg alles noch so begegnet.

Jetzt geht es weiter nach Siracusa, auf einen Stellplatz direkt neben dem Theatro Grecco. Von hier aus fahre ich mit dem Rad in die Altstadt auf der Insel Ortygia.

Die Radfahrt durch die engen Gassen mit unübersichtlicher Straßenführung, kreuz und quer fahrendenden Autos und einem Gewirr von Einbahnstraßen stellt schon eine Herausforderung dar. Hier gründeten die Griechen bereits in der Antike die Stadt, hier befindet sich ein großer Teil der historischen Bauten. Ich schlendere über eine der Brücken, mit denen Ortygia mit dem Festland verbunden ist, vorbei an Ausgrabungsstellen, durch die engen Gassen mit hübschen Geschäften, Lokalen, die Tische und Stühle auf die Strasse gestellt haben, um Gerichte mit frischem Fisch anzubieten. Ich bleibe in einem mit hausgemachter Pasta und Sardellen – köstlich!

 

Tag 16 Marina di Ragusa

Es bleibt aber nicht schön, der Himmel ist grau und bewölkt, den geplanten Strandtag widme ich in einen Fahrtag um.

Unterwegs besuche ich die Steilküste „Scala dei Turchi“, unbedingt sehenswert! Die Felsformation strahlt weiß, sieht wie Salz aus und führt terrassenartig bis ans Meer. Woher der Name kommt, ob die weißen Steine an Pamukkale in der Türkei erinnern, oder ob die Sizilianer die sarazenischen Piraten, die hier ihr Unwesen trieben, mit Türken verwechselten…

Ich fahre weiter Richtung Südwesten, die Berge verschwinden langsam und in den Ebenen und an den Hängen entlang wabert ein Meer aus Folien. Hier ist der ganze Landstrich unter Gewächshäusern verschwunden, selbst Wein wird unter Folie angebaut. Schön sieht das nicht aus! Da stellt sich mir schon die Frage, wo da Insekten leben, Vögel Futter finden, die Bewässerung mit Pumpen aus Flüssen nicht dem Regen überlassen wird?


Inmitten der Gewächshäuser steht ein Hinweisschild auf einen Campingplatz `Agritourismo´. Mitten im Nirgendwo, aber direkt am Strand, finde ich neben Tomatengewächshäusern mein Stellplatz für diese Nacht, in Marina di Ragusa.

 

Tag 15 Capo Bianco

Selinunte bei Triscina


Weiter an der Küste entlang, gelange ich schon bald an ein weiteres Zeugnis der bewegten Vergangenheit Siziliens, an die Ausgrabungsstätte der antiken griechischen Stadt Selinus, die im 7. Jhd.v.Chr. von den Griechen gegründet wurde. Die wiederaufgebauten Tempel, die größtenteils durch Erdbeben in früheren Jahrhunderten zerstört wurden, liegen auf einer Anhöhe oberhalb des Mittelmeers. Ich hatte eine wunderbare Aussicht. Auf dem Gelände sind Kunstobjekte installiert, es lohnt, den Park zu besuchen.

Nach soviel Kultur freue ich mich schon auf die Fahrt durch die wunderschöne Küstenlandschaft. Richtung Südosten wird es wieder hügeliger, in den weiten Tälern liegen endlose Olivenplantagen, abgewechselt vom sizilianischen Wein. Am Straßenrand blühen jetzt Mohnblumen, blaue Zaunwinden, Bouganvillea-Hecken und Oleander. Die Restaurants und Unterkünfte entlang der Küste machen sich für den kommenden Touristenstrom bereit, Terassen werden frisch gestrichen, Campingplätze haben ihre „Aperto“-Schilder ausgehängt. Und immer wieder Hinweise auf Agritourismo-Unterkünfte, Urlaub auf Bauernhöfen, Weingütern, bei Olivenbauern. Von einer kleinen Anhöhe aus habe ich einen wunderbaren Blick ins Tal, durch das der Fluss Piatani fliesst und ins Meer mündet. Dann erreiche ich auch schon den kleinen Ort Ericlea Minoa und folge den Hinweisschildern zum Campingplatz. Was für ein Ausblick! In einem Pinienwald kann ich mein Wohnmobil direkt ans Meer lenken, mein Stellplatz ist 10 m vom Strand entfernt. Rechter Hand erhebt sich eine helle Steilküste, die diesem Abschnitt wohl den Namen gegeben hat. Aus meinem Fenster blicke ich aufs türkisfarbene Meer. Wenn das Wetter weiterhin so schön bleibt, bleibe ich hier auch ein paar Tage.

 

Tag 14 Triscina

Mit kleinen Unterbrechungen regnet es den ganzen Tag. Sowie es mal für eine halbe Stunde aufhört, nutze ich es für einen kleinen Strandspaziergang, ansonsten habe ich es in meinem Wohnmobil sehr gemütlich und mit einem spannenden Buch wird es auch nicht langweilig.

Tag 13 Triscina

In der Nacht hat es angefangen zu regnen. Es stürmt und gewittert und das soll laut Wetterbericht auch die nächsten Tage so bleiben. So fahre ich an der Küste entlang Richtung Westen, durch Marsala und Mazara del Vallo. Ende Mai ist hier anscheinend noch keine Saison und Strände, Hotels und Ferienhäuser, die sich entlang der Küste aneinander reihen, sind menschenleer, Bars und Restaurants noch geschlossen. Vielleicht ist es ja dem Regenwetter geschuldet, aber Vieles sieht heruntergekommen und verfallen aus, das macht mich traurig und läd nicht zum verweilen ein.

Aus dem Internet habe ich mir einen Stellplatz direkt am Meer ausgesucht. Der Platz ist sehr schön und ich stehe direkt am Meer, das bei diesem stürmischen Regenwetter sehr wild und aufgewühlt ist.

Tag 12 Trapani

Spontan biege ich von der Landstraße entlang der Westküste ab in eine winzige Seitenstraße, denn im Vorbeifahren hatte ich aus dem Augenwinkel ein Schild wahrgenommen: Camping in der Villa Maria, ein „Agriturismo-Betrieb“, das hörte sich spannend an. Ich fahre ein paar Kilometer zwischen Salinen hindurch und dann durch endlose Olivenplantagen.In der Hofeinfahrt des schönen Herrenhauses liegt ein riesiger Hund vor der Eingangstür und beobachtet mich gelangweilt. Ein altes Ehepaar mit von Sonne und Arbeit gegerbter brauner Haut tritt heraus und begrüßt mich herzlich, stellen sich als Maria und Leonardo vor und erzählen beide sehr viel in italienisch – ich verstehe kaum ein Wort. Dann steigt die alte Dame auf ein mindestens genauso altes Fahrrad und winkt mir, ihr hinterher zu fahren. Kreuz und quer geht es durch einen wunderschönen Pinienwald und irgendwo mittendrin bleibt sie stehen, hier soll ich parken. Da stehen schon zwei andere Wohnmobile, davor sitzen ein paar Leute bei einer Flasche Wein. Die alte Dame stahlt stolz und zufrieden und radelt wieder davon.

Schnell komme ich mit den Nachbarn ins Gespräch und muss feststellen, das meine Idee eine mehrwöchige Italien-Rundreise zu machen gar nicht so einzigartig ist. Schon auf der Fähre lernte ich ein Schweizer Ehepaar kennen, die wie ich Renter sind, ein neues Wohnmobil hatten und ohne Plan für mindestens acht Wochen durch Italien fahren wollen. Und hier, irgendwo im nirgendwo treffe ich wieder ein Rentnerpaar aus Köln und eins aus Berlin, die genau das gleiche vorhaben. Ich liege anscheinend voll im Trend, Reisen mit dem Wohnmobil wohin und so lange ich möchte.

Tag 11 Sferracavallo

Ein kleiner Fischerort, an dem der Tourismus bisher scheinbar vorbeigefahren ist. Ein kleiner Stellplatz unter uralten Olivenbäumen für maximal 20 Wohnmobile. Zu Fuß erreiche ich den kleinen Fischereihafen, nur wenige Kilometer vom Strand entfernt erheben sich imposante steile Berge.

 

Die Menschen sind freundlich und entspannt und sehr hilfsbereit. Als ich morgens den Bäcker suchte, hatte einer der Männer die vor einem Stand mit frischem Fisch standen, genügend Zeit mit mir um die Ecke zu gehen und mich zum Bäcker zu bringen. Einem Fischer schaute ich neugierig dabei zu wie er auf einem kleinen Tisch am Straßenrand ein Netz mit frischen Seeigeln bearbeitete. Er schnitt sie mit einem Messer auf, eine Hälfte wurde weggeworfen und aus der anderen Hälfte wird mit einem Löffel der rohe Seeigel gegessen. Natürlich durfte/musste ich auch probieren – es schmeckte richtig gut.

 

Tag 10 Fähre

Die Fähre entpuppt sich als riesiges Hotelschiff und so habe ich eine schöne Kabine mit einem großen Fenster und Blick aufs Meer. Die Fahrt ist ein wenig eintönig, rechts Meer, links Meer und hinten und vorne auch. Die Mahlzeiten und das Ambiente der Restaurants erinnert mich ein wenig an die Uni-Mensa. Leider gibt es auf Deck keine Sitzgelegenheiten oder gar Liegestühle, was bei dem überwiegend sonnigen Wetter besonders schade ist.

Dann endlich taucht Sizilien am Horizont auf.

Leider gibt es unter Deck bei der Ausfahrt noch einen Autounfall, die Auffahrt wird gesperrt und die Polizei wird gerufen um die Situation zu klären. Also noch ein bisschen länger warten. Nur gut, das ich mir ausnahmsweise einen Stellplatz vorgebucht habe, denn es ist inzwischen dunkel geworden und auf suchen hätte ich jetzt keine Lust mehr.

 

Tag 9 Genua

Eine große Stadt, eine Hafenstadt, chaotisch, hupend, laut. Aber auch eine Altstadt mit vielen verwinkelten engen Gassen, Wäsche die aus den Fenstern hängt, kleinen Bars und Restaurants, bunt, gemütlich, romantisch, morbid.

Am späten Nachmittag fahre ich dann in den Fährhafen

und musste einige Stunden warten bis es dann endlich los ging.

 

Tag 8 Genua

Nur noch wenige Kilometer und ich bin in Italien. Während es gestern auf der nördlichen Seite des Gotthard noch einstellige Temperaturen hatte, lacht heute die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel. Genua reizt mich jetzt nicht wirklich sehr, eine große laute Hafenstadt. Ich fahre an der Küste entlang ein paar Kilometer in westliche Richtung bis Vesima und suche mir einen Stellplatz direkt am Meer, lege mich in die Sonne und lasse mich von der Brandung einlullen.

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Auf dem Weg

Tag 7 Gotthard-Tunnel

Es wird Zeit, das ich mich von den Freunden und von Freiburg und dem Schwarzwald verabschiede. Am späten Nachmittag fahre ich los, die Autobahn durch Basel ist wirklich nicht sehr schön und ich vermeide auf jeden Fall auch nur einen Kilometer zu schnell zu fahren, denn in der Schweiz wird viel geblitzt und es ist sehr teuer. Kurz hinter dem Gotthard-Tunnel wird es dunkel und ich suche mir einen ruhigen Schlafplatz und genieße noch ein wenig die Aussicht auf die schneebedeckten Berggipfel.

 

Tag 6 Freiburg – Kander

Im südlichen Schwarzwald, nahe der schweizer und der französischen Grenze liegt das kleine Städtchen Kandern. Ein Attraktion, die sowohl Einheimische als auch Touristen aus der näheren und ferneren Umgebung anlockt ist die Kandertalbahn, ein liebevoll restaurierter Museumszug mit dem ich einen Ausflug in das ein paar Kilometer entfernte Nachbarstädtchen mache.

Ganz in der Nähe liegt etwas versteckt das kleines Bauerncafe Café Inka.

Es gibt nicht nur leckere Schwarzwäler-Kirsch-Torte, sondern auch eine Überraschung.
Als das Gebäude 1988 renoviert wurde fand man unter der Wandverkleidung eine Tapete aus dem Jahre 1819 einer Pariser Tapeten-Manufaktur, die Szenen aus dem Leben der Inkas zeigt.

 

 

Tag 5 Freiburg

Fauler Tag ohne Program.

 

Tag 4 Freiburg – Belchen

Die Sonne schein, die Vögel zwitschern, ideales Wetter für eine Wanderung auf den Belchen. Er ist der vierthöchste Berg des Schwarzwald und liegt am sehr schönen Münstertal. Vom Gipfel aus habe ich einen tollen Rundumblick über einen Großteil des Schwarzwald, die Vogesen und den Jura in Frankreich und bei dem tollen Wetter das ich heute habe, kann ich auch weit in der Ferne die Zugspitze und den Mont Blanc erkennen.

 

Tag 3 Freiburg – Breisach

Heute mache ich einen Ausflug nach Breisach, einem kleinem Städtchen am Oberrhein, geprägt durch das Stephansmünster aus dem 12. Jahrhundert, der Brücke über den Rhein als Zugang zum Elsass, ein großes Freilichttheater und sehr vielen Kunstobjekten die mir überall begegnen.

 

Tag 2 Freiburg

Nach Freiburg ist es von Darmstadt aus dann nicht weit. Vor 40 Jahren habe ich hier gelebt und ich liebe diese Stadt immer noch sehr. Um das Freiburger Münster herum drängeln sich die Touristen, in der Innenstadt sind einige alteingesessene Geschäfte Ketten gewichen, aber abseits der Touristenströme, während ich gemütlich an den Bächle entlang durch die kleinen Gässchen bummele, genieße ich hier und da die badische Küche und den badischen Wein.

Kein Geheimtipp mehr, aber von der Straße nicht zu erkennen und daher fast touristenfrei, ein neues Restaurant über den Dächern von Freiburg, das SKAJO. Ich finde sofort einen Platz und genieße die Aussicht über den Marktplatz mit dem Münster und die alten Stadttore bis weit in den Schwarzwald hinein.

 

Ich besuche Freunde aus alten Tagen und es gibt abends in der Straußenwirtschaft bei Schäufele und Spätburgunder viel zu erzählen. Hier bleibe ich ein paar Tage.

 

Tag 1 Darmstadt

Endlich ist es soweit, mein Abenteuer kann beginnen. Das Wohnmobil ist bepackt und betankt. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen, aber notfalls habe ich ja eine Kreditkarte und ich fahre ja auch nicht ans Ende der Welt.

Mein erstes Ziel ist gar nicht so weit weg. Meine Tochter lebt in Darmstadt, hat dort ihre erste Wohnung und den ersten Job. Das möchte ich mir natürlich alles anschauen.

Das Stadtbild wird durch die vielen Studenten geprägt, jung und bunt. Rund um das Schloss gibt es viele gemütliche Kneipen. Natürlich musste ich auch Handkäs mit Musik probieren – sehr lecker!

 

Mit dem Wohnmobil durch Italien – Planung

Planung

Bald geht es los, ich feile noch an der Planung. Mein Ziel ist der südlichste und nördlichste Ort Italiens und dazwischen viele nette Menschen kennenzulernen, schöne Orte und Strände und Berggipfel zu finden, typisch italienische Köstlichkeiten zu genießen und ganz viel mehr. Ich freue mich schon.

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