Costa Rica

Tortuguero

Auf dem Flughafen erwartete mich bereits die „Superachttrudelmaschine“ (danke Janosch, Traumstunde für Siebenschläfer), ein abenteuerliches, kleines Flugzeug, das mich an die Ostküste bringen solle, in den Nationalpark Tortuguero.
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Unter mir erstreckte sich über viele Kilometer dichter Regenwald.
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Am Flughafen wurde ich mit einem Boot abgeholt und zum Hotel gebracht, Landstraßen gab es keine, alles wurde auf dem Wasser transportiert.
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Zwei Meter neben dem Landungssteg wartete schon das Begrüßungskomitee.
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Das Hotel bestand aus einem Haupthaus mit Rezeption und Restaurant und einigen einzeln im Regenwald verteilten kleinen Bungalows. Es empfing mich eine Geräuschkulisse, wie ich sie noch nie gehört habe. Hunderte von Vögeln zwitscherten, piepsten und kreischten in den Bäumen, begleitet von Scharen von Affen die sich laut kreischend durch die Baumkronen schwangen, übertönt vom lauten Geschrei der Brüllaffen.

Direkt am Hotel begann ein Wanderweg, der, vorbei an kleinen Hütten, direkt in den dichten Regenwald und auf einen kleinen Berg führte.
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Dicke Kröten saßen träge in der heißen Sonne.
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Pfeilgiftfrösche (kleiner als 1 cm) warteten auf unachtsamen Wanderer (anfassen ist angeblich schon gefährlich).
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Neugierige Affen in den Bäumen begleiteten mich.
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Handtellergroße Spinnen haben ihr Netze quer über den Weg gesponnen.
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Darunter die Straße der Blattschneiderameisen.
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Streckte mir da jemand die Zunge heraus?
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Exotische Pflanzen, wohin ich schaute.
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Nassgeschwitzt vom feuchten Klima kam ich auf dem Gipfel an, die Luft fühlte sich an, als ob man sie schneiden könne, aber die Mühe hat sich gelohnt, der Blick hinunter war beeindruckend.
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Ein besonderes Highlight hatte Tortuguero in der Nacht zu bieten: Riesenschildkröten, die zur Eiablage aus dem Meer an den Strand kamen.
Der Strand war naturbelassen, keine Sonnenschirme, keine Strandbuden, kaum ein Mensch zu sehen.
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Während einer Strandwanderung konnte ich einige Nester von geschlüpften Schildkröten entdecken.
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Nachts ging es mit einer Hand voll anderer Gäste und einem  Guide noch einmal zum Strand. Schön, dass Costa Rica hier einem überbordenden Tourismus einen Riegel vorgesetzt hat und viele Touren nur mit speziellen Guides erlaubt sind. Im Dunklen, unter einem fahlen Mond, stolperte ich hinter unserem Guide her. Durch die Luft schwirrten Fledermäuse und Insekten und eine leise, aber allgegenwärtige Geräuschkulisse von nachtaktiven Tieren machte die Wanderung etwas unheimlich. Da fiepte etwas, dort raschelte es, dann ein Zischeln und in der Ferne brüllte ein großer Affe. Die Augen gewöhnten sich an die Dunkelheit und als wir am Strand ankamen, empfing uns ein rauschendes, schäumendes Meer, dessen Gischtkronen im Mondschein leuchteten.
Wir setzten uns in den warmen Sand und warteten still. Ab und zu wurde leise gelacht und unser Guide raunte uns zu, still zu sein, da die Schildkröten sehr scheu wären. Als wir nach einer dreiviertel Stunde schon fast aufgeben wollten, schob sich aus der Brandung eine riesige Schildkröte langsam an Land. So groß wie ein Küchentisch kroch sie mit ihren Schwimmflossen schwerfällig über den Strand. Leise begleiteten wir sie im Abstand von zwei, drei Metern, bis sie eine Stelle gefunden hatte, dir ihr für ihr Nest geeignet erschien. Mit ihren schaufelgroßen Schwimmflossen schob sie mühsam den Sand zur Seite und buddelte ein Loch von etwa einem Meter Durchmesser und fünfzig Zentimeter Tiefe. Beleuchtet wurde die ganze Szene nur vom Mond, der ab und zu hinter den Wolken hervorkam. Wir hielten uns in einiger Entfernung, um die Schildkröte nicht zu stören. Dann drehte sie sich um und hielt ihr Hinterteil über das Loch und plopp, plopp, plopp fielen die hühnereigroßen Eier in das Loch. Der Guide hatte eine rot leuchtende  Taschenlampe dabei und meinte, jetzt würde das Licht sie nicht mehr stören. Nach einer viertel Stunde lagen wohl 50 Eier in der Kuhle. Die Schildkröte schaufelte Sand über das Gelege und verschwand grußlos im Meer. Ich stand noch eine ganze Weile mit den anderen Gästen andächtig am Strand und wir unterhielten uns leise über dieses beeindruckende Naturereignis.

 

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