Mit dem Wohnmobil durch Italien – und plötzlich in Österreich

Tag 49 Großglockner

Von der angekündigten Bewölkung und Regen ist noch nichts zu sehen. Das Thermometer klettert schon wieder auf 34 Grad. In der näheren Umgebung war ich vor einigen Jahren schon einmal, damals allerdings auf Schusters Rappen. Deshalb möchte ich heute mit dem Wohnmobil über die Passstraße zum Großglockner. Dafür geht es wieder ins Gebirge, am sagenumwobenen Jungfernsprung halte ich an und klettere ein Stück den Berg hinauf. Wie überall an solchen Landmarken rankt sich auch hier eine Sage um die schöne Sennerin, die vom Teufel verführt werden soll und sich durch einen Sprung den Wasserfall hinunter vor seinen Nachstellungen rettet.

Weiter hoch auf der Passstraße ist der Blick ins Tal und auf den Stausee atemberaubend.

Erschrocken bin ich vom Anblick des Gletschersees, in dem nur noch einige Eisschollen des ehemals 200 m höheren Gletschers schwimmen.

Der Blick auf den Grossglockner mit dem ehemals vorhandenen Gletscher ist  trotzdem beeindruckend.

Vom Parkplatz aus laufe ich die Straße weiter hoch. Immer wieder sind Sichtfenster in der Mauer zum Tal, von denen aus der steile Abhang zum Gletschersee und der Wanderweg ins Tal zu sehen ist. Und dann balgen sich vier Murmeltiere unterhalb der Mauer.

Das Aufziehen von Regenwolken konnte ich schon seit einiger Zeit beobachten, aber ich bin immer noch im Sonnenschein gelaufen. Dann grollte schon ein Donner und ehe ich mich versehen habe, ist das Unwetter über mir. Gerade noch rechtzeitig schaffe ich es zum Wohnmobil, dann schüttet es wie aus Kübeln, graupelt und hagelt. Die Temperatur sinkt schlagartig auf 11 Grad.

Tag 48 Flattach

In der Nacht herrschte eine angenehme Temperatur, ich habe wunderbar geschlafen. Ich habe unter einer Fichte geparkt, die Sonne ist hinter meiner Ilse aufgegangen und zum Frühstück sitze ich in angenehmen Schatten. So soll es heute bleiben, ich folge dem Schatten der Fichte und relaxe abwechselnd auf der Wiese im Schatten oder im Liegestuhl – auch im Schatten.

 

Tag 47 Flattach

Schon früh werde ich heute wach, der Stellplatz lädt nicht zum Stühle ´rausstellen und gemütlich frühstücken ein. Kurz darauf fahre ich los, weiter ins Gebirge hinein. Es soll weiterhin so heiß bleiben, schon um 10.00 Uhr zeigt das Thermometer 34 Grad an. Da habe ich meine Ziele, die Gärten von Schloß Trauttmansdorff in Meran, Hafflingen, Meran 2000,die ich eigentlich in den nächsten Tagen anfahren wollte, erst einmal gecancelt. Ich mache mich auf zur Passstrasse zu den Drei Zinnen. Dort oben möchte ich übernachten und einen Sonnenauf- und untergang auf fast 2500 mtr Höhe erleben.

Unterwegs halte ich in Toblach, bummele durch den Ort und frühstücke in einem der hübschen Cafes.

Schon der Weg zu drei Zinnen führt mich durch eine beeindruckende Bergwelt.

Je näher ich dem Abzweig zur Passtrasse komme, umso voller werden die Straßen. Und dann – die Zufahrt zu den drei Zinnen ist von Carabinieri gesperrt! Auf meine Frage, warum, erhalte ich die Antwort: wegen Überfüllung, der Stellplatz oben sei voll und sie wüßten nicht, wann wieder ein Wohnmobil die Straße passieren darf.

Bin ich enttäuscht! Ich hatte es mir wunderbar vorgestellt, dort oben zu stehen. Aber warten, ob ich in den nächsten Stunden oder Tagen Gelegenheit habe, möchte ich auch nicht. Dafür warten zu viele Autos und Wohnmobile auf den Stellplätzen entlang der Straße.  Ich werde irgendwann einen neuen Versuch starten, außerhalb der Hauptsaison!

In den Bergen möchte ich bleiben, aber die italienischen Alpen sind mir inzwischen zu voll. Ich fahre weiter nach Österreich, nach Kärnten. Unterwegs sehe ich zufällig das Hinweisschild auf die Raggaschlucht in Flattach. Das ist eine schöne Alternative, in einer kühlen Schlucht zu wandern. Spontan biege ich ab, finde einen Parkplatz unterhalb der Schlucht und laufe durch den Eingang an der Ragga entlang. Ich bin überwältigt von dem wilden Raggabach, der sich durch das Gebirge geschnitten hat und stellenweise als Wasserfall durch die Schlucht fließt. Über steile Holztreppen und gewundene Wege am Berg entlang steige ich bis zum Ende der Schlucht hoch. Es geht immer über dem Wasser entlang, der Wasserfall sprüht mich beim Hochsteigen nass, aber die kühle Luft in der Schlucht ist richtig erfrischend. Herunter geht es über einen ebenfalls sehr steilen Waldweg, bis ich wieder im Tal angekommen bin.

Hier finde ich auch den schönen Stellplatz Alpencamping Bidner, auf einer großen Wiese hinter dem Gasthof, direkt an der Möll. Hier stehen nicht einmal eine Hand voll Wohnmobile. Der Abend ist angenehm kühl, die gut gepflegten, neuen Duschen und Sanitäranlagen machen den Aufenthalt entspannt, auf der Terrasse des Gasthauses gibt es österreichische Spezialitäten wie Kaiserschmarrn und Wiener Schnitzel!