Mit dem Wohnmobil durch Italien – Kampanien

Tag 33 Sorrento – Amalfi

Der Himmel ist heute Morgen von einer dünnen Wolkenschicht überzogen, aber ich lasse mich nicht abhalten, heute möchte ich mit dem Schiff an der Amalfiküste entlang fahren. Am Hafen von Sorrento gibt es Schalter, an denen ich meine Fahrt buchen kann.

Ich bekomme einen Platz auf der Landseite am geöffneten Fenster des Schiffes und kann so die atemberaubende Amalfiküste sehen. Steile, schroffe Felswände ragen ins Wasser, an jeder möglichen und auch unmöglichen Stelle sind Häuser und kleine Ortschaften wie angeklebt an den Felsen. Ich frage mich, was die Menschen bewogen hat, hier zu siedeln?

Das Schiff legt nach 1-stündiger Fahrt in Amalfi an.

 

Der Ort liegt wie Sorrento direkt an den steilen Felsen.

An der beeindruckenden Kathedrale vorbei

geht es über enge Treppen in die nächsten Etagen. Ich kann gar nicht unterscheiden, wann ich die nächste Hausebene erreicht habe. Und auch dieser Ort ist touristisch voll erschlossen, ein Restaurant reiht sich an die nächste Eisbar, an den nächsten Souvenirshop.

So schön ich die Architektur finde, ich bin froh, als ich mit dem Schiff die Rückfahrt antrete.

Abends wage ich endlich den Abstieg über eine schmale Treppe zur kleinen Bucht der Fischer von Sorrento, Marina Grande.

Direkt am Meer liegen einige Lokale, Wohnhäuser sind um die Kirche gruppiert, da es Samstag ist, flanieren Gruppen von jungen Frauen, Familien mit kleinen Kindern vorbei, ein paar Jugendliche flirten außerhalb des Lichtes in der Nähe der Felsen, die die Bucht begrenzen. Angler stehen am Strand, werfen ihre Angeln aus. Im Lokal „die 5 Schwestern“ werde ich mit leckeren Speisen verwöhnt. Die Karte gibt die Fangerfolge der Fischer wieder: ich esse Sardinen und Schwertfisch, fangfrisch und köstlich.

 

Tag 32 Sorrento

Heute hat es mir der Pool angetan, ich verbringe den Vormittag faul auf einer der Liegen.
Am Nachmittag fahre ich mit dem Rad in den Ort, schaue dem bunten Treiben zu, erkundige mich schon einmal, wo ich Tickets für eine Schifffahrt entlang der Küste bekomme. Im Hafen natürlich, zu dem eine steile Serpentinenstraße von einer Kreuzung in der Ortsmitte führt.

 

In Sorrento haben sich Vespa-Fans verabredet. Die ganze Straße ist zugeparkt mit wunderschönen alten Vespas, an denen stilgerecht auch entsprechend alte Helme angebracht sind. Mein Vater hat sie Salatschüsseln genannt.

 

Tag 31 Sorrento

Der Stellplatz in Pompeji liegt zwar direkt gegenüber der Ausgrabungsstätte, ist aber ein typischer Cityplatz, stark frequentiert und nicht gemütlich. Ich fahre deshalb am nächsten Morgen weiter an die Amalfiküste nach Sorrento. Oberhalb des Meeres liegt der Campingplatz Nube D´Argento, hier habe ich einen schönen Blick auf das Meer und der Platz hat einen Pool.

Sorrento ist wie alle Küstenorte an der Amalfiküste, steil, fast senkrecht am Hang gebaut. Auch der Campingplatz ist über die in den Berg gebaute Serpentinenstraße zu erreichen.

Die Hotels sind mondän, das Publikum international und der Ort ist sehr, sehr voll.

 

 

Oberhalb des Hafens entdecke ich zufällig einen wunderschönen Innenhof, der wohl zu einem ehemaligen Kloster gehört. Heute ist dort ein Ausstellungsort, aktuell für Fotos aus dem italienischen Leben und über Sophia Loren. Auf der Terrasse hängt an einer riesigen Pinie eine Schaukel, auf der lt. den Fotos in der Ausstellung schon Nonnen geschaukelt haben!

Von der Terrasse aus habe ich einen wunderbaren Blick aufs Meer.

 

Tag 30 Pompeji

Warm war´s heute Nacht! Aber die Duschen funktionieren gut, erfrischt fahre ich mit dem Rad zum nächsten Supermercado und bekomme sehr leckere Brötchen. Der Straßenbelag besteht aus großen, blankpolierten Quadern, das rappelt ordentlich! Aber Pompeji ist ja auch ein historischer Ort, da kann ich mich auf die Besichtigung der im Ascheregen versunkenen Stadt einstellen. Der Ausgrabungsort liegt direkt gegenüber dem Campingplatz, nach dem Frühstück mache ich mich auf, in das Leben, wie es 79 n.Chr. stattgefunden hat, hineinzufinden. Die Stadt ist riesengroß, hier haben einst mehr als 10.000 Menschen gelebt.  In den aus dem Ascheregen und Lavastrom ausgegrabenen Ruinen der ehemaligen Bürgerhäuser kann ich erahnen, wie angenehm die Bewohner damals gelebt haben, wenn sie dieser wohlhabenden Schicht angehörten.


Es gibt fast in jedem der palastähnlichen Ruinen große Regenwasserbehälter, einer der Guides erklärt, dass schon damals die desinfizierende Wirkung von Ammoniak bekannt war und deshalb in die Regenwasserbehälter gepinkelt wurde – allerdings wohl nur von den Sklaven.

Beeindruckender sind aber die Reste von Wandgemälden, die schönen Mosaike, das Thermalbad mit beheizbaren Wänden – die Technik ist in dem restaurierten Bad gut zu erkennen.

Die Wohnhäuser wechseln mit historischen „Malls“, Straßen, in denen Kaufleute ihre Ware feilboten. Ich bin beeindruckt, wie hochentwickelt die Menschen damals gelebt haben.

Besonders betroffen macht mich jedoch die Tatsache, das hier Menschen gelebt haben, die diese Katastrophe im Schlaf überrascht hat und das schreckliche Schicksal erleiden mussten, vom Ascheregen auf grausame Weise konserviert zu werden.

An diesem Nachmittag bin ich vom vielen Laufen ziemlich erschöpft und verbringe den Rest des Tages gemütlich auf dem Campingplatz.

 

Tag 29 Pompeji

Heute Morgen ist die Entscheidung gefallen, ich fahre weiter. So schön wie ich das Campen direkt am Meer finde, nach einem Strandtag möchte ich wieder unterwegs sein. Auf geht´s in die Bergwelt des Foresta Umbra. Immer wieder schimmert das Meer durch die Bäume entlang der Straße, hoch auf den Klippen reihen sich Ferienhaussiedlungen an Hotels, an Campingplätze, steil gehen die Wege bergab, um zu den jeweiligen Ferienorten zu gelangen. Ich fahre weiter in den Nationalpark hinein, die Straße wird leerer, der Wald ist wunderbar sonnig durchflutet, Laubwald, den mag ich am liebsten. Unterwegs mache ich Rast an einem kleinen See.

Weiter geht es in Richtung Pompeji, das soll mein Ziel für heute sein. Die Berge verschwinden, eine weite Ebene tut sich auf. Die Felder sind bereits abgeerntet und Olivenplantagen sehe ich keine mehr. Dann taucht wieder Gebirge auf, die Autobahn bringt mich fast bis nach Pompeji, der Verkehr und die regellose Fahrweise der Italiener erfordert meine ganze Konzenntration, es scheint jeder zu fahren, wie er will – aber dann erreiche ich den Campingplatz Pompei. Der Platz ist gut besucht, aber es herrscht eine schöne Abendstimmung. Nebenan campen Franzosen, Holländer, Italiener und Deutsche, man geht duschen, richtet das Abendessen – ich fühle mich wohl!