Mit dem Wohnmobil durch Italien – Kalabrien

Tag 24 Villapiana Scalo

Da nach knapp 3 Wochen unterwegs jetzt große Wäsche angesagt ist, spanne ich alles, was ich an Leinen habe, zwischen die Bäume und hänge meine frischgewaschene Kleidung in Sonne und Wind. Nun habe ich genügend Zeit und Muße, ab und zu aufs Meer zu schauen, zu lesen und zu faulenzen. Nachmittags ist alles trocken und wieder in die Schränke geräumt.

Ich gönne mir abends noch eine vom Wirt angepriesene Pizza frisch aus dem Ofen, unterhalte mich im Lokal mit anderen Campern und tausche Reiseziele und Informationen aus.

 

Tag 23 Villapiana Scalo

Es ist einfach ein wunderbarer Blick auf die Bergwelt, da möchte ich noch ein bisschen bleiben. Ich fahre noch weiter ins Gebirge hinein, durch die Örtchen Pazzano und Bevongi und habe unterwegs immer wieder tolle Aussichten auf steile Felsen, Kapellen auf Gipfeln, Schluchten und die Straße, die sich in Kehren die Berge hinauf und hinab schlängelt.

In der Nähe gibt es einen weiteren Nationalpark, den `Parco Nationale Dell Pollino´, durch den ich Richtung Ostküste fahre. Hier sind die Berge nicht so waldbestanden, dafür gibt es auf den Terrassen und Ebenen wieder Wein, Obstplantagen und Olivenbäume.

An der Ostküste führt eine Bahnstrecke direkt am Meer entlang. Um auf meinen Campingplatz für heute Nacht zu kommen, muss ich über diese Gleise gelangen. Mein Navi möchte mich immer wieder durch viel zu niedrige Unterführungen schicken, da frage ich doch lieber einen netten Menschen am Straßenrand. Und dann bin ich auch angekommen, in Villapiana Scalo stehe ich unter Bäumen direkt am Meer.

Tag 22 Stilo

Ich genieße noch ein letztes mal den Blick aufs Meer, dann fahre ich weg von der Küste ins Gebirge, in den Nationalpark Parco Nationale Dell Aspromonte. Noch daheim habe ich den Tipp bekommen, dass es dort landschaftlich besonders schön ist. Ich folge der engen Straße, die sich durch das Gebirge schlängelt, immer weiter die Berge hinauf.

Unterwegs liegen kleine Orte terrassenförmig an den Berg geschmiegt, durch eine tiefe Schlucht fließt ein Fluss, von dem nur ein schmales Rinnsal in einem breiten, schottrigen Flussbett übrig ist, am Straßenrand blüht es üppig in allen Farben.

Ich freue mich, in dieser Jahreszeit zu reisen. In dem Bergdorf Stilo

mache ich Rast, parke mein Wohnmobil am Straßenrand und schlendere durch den Ort.

Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Alte Männer sitzen in einer Bar

neben einer der vielen Kirchen beim Kartenspiel, `Donne‘ spazieren, die Handtasche am Arm, eingehakt durch die Straßen. Ich steige die engen Gassen hoch,

vorbei an Häusern, die hier schon ewig stehen, Die vielen Kirchen mit ihren verwitterten Kirchtürmen und uralten Holztüren sind leider verschlossen.

Über einen schmalen Pfad mit einem verfallenem Geländer laufe ich am Berg entlang zu einer kleinen Grotte mit einer Kapelle.

Abends trifft sich das halbe Dorf auf den Straßen und in den kleinen Bars. Man begrüßt sich fröhlich und ausgelassen mit Küsschen rechts und Küsschen und tauscht Neuigkeiten aus. Ich tauche in das bunte Treiben ein und lasse den Tag in einer Bar ausklingen.

Da ich direkt vor der `Policia Kommunale´ geparkt habe, ist es anschließend eine angenehm ruhige Nacht. Und der frühe Morgen belohnt mich mit einem Sonnenaufgang über der Stadt!

Tag 21 Scilla

Heute Morgen fahre ich mit dem Rad in den Ort, suche mir eine stabile Laterne zum Radparken und erklimme die steilen Treppen quer durch den Ort, an kleinen Häuschen mit blätternder Fassade, Ruinen, bunten Blumen in Pflanztöpfen bis zum Kastell. Der Ausblick hoch über dem Ort ist phantastisch!
Wieder zurück am Strand, habe ich mir nach der Treppensteigerei einen Faulenzertag am Meer verdient. Ausgerüstet mit Badehose, Handtuch und Buch lege ich mich entspannt auf eine der bereitsstehenden Liegen.

Den Abend verbringe ich einfach mit Zuschauen wie es dunkel wird …

 

 

Tag 20 Scilla

Der Tag beginnt wie die anderen vorher auch, nieselig, bewölkt, kühl. Ich breche auf, um noch ein letztes Mal an die Küste zu fahren. Mein nächstes Ziel ist Taormina, mal sehen, ob sich die Sonne dort zeigt! Die Vulkanlandschaft verschwindet, ich fahre an der Steilküste über in den Berg geschlagene Straßen, durch Terassen, bis ich in Taormina ankomme, wo sich der Touristenstrom bündelt: die Straßen sind verstopft, riesige Parkplätze für Busse, Parkhäuser für PKWs – aus der Ferne liegt der Ort malerisch am Berg, von Nahem winden sich Autos und Menschen durch die engen Strassen. Das lockt nicht zum Bleiben.

Ich fahre weiter nach Messina, auf die Fähre zum Festland.
Das die Meerenge so schmal ist, hätte ich nicht erwartet. Ich kann die Häuser gegenüber auf dem Festland von hier aus gut erkennen. Die Überfahrt dauert auch nur eine gute 1/2 Stunde, dann bin ich an der Steilküste Kalabriens angekommen.

Ich fahre noch bis Scilla ein malerischer Ort, von einem Kastell gekrönt.

Der Stellplatz hoch über dem Meer ist spartanisch eingerichtet, aber die Aussicht! Die entschädigt für alles. Ich schaue über die Meerenge bis Sizilien und zur anderen Seite auf das steil an der Felswand gebaute Örtchen Scilla mit seinem Kastell. Scilla hat einen ganz besonderen Touristendienst: Ich werde mit einem Elektrocaddy am Stellplatz abgeholt und am Strand abgesetzt. Ich schaue noch einmal aus der Nähe in den Ort, dann setze ich mich in eins der hübschen Strandrestaurants, bekomme fangfrischen Schwertfisch serviert, schaue aufs Meer und werde später auch wieder mit dem Caddy zum Stellplatz gebracht. Meinen Campingstuhl stelle ich an die Holzabsperrung und beobachte die Sonne, wie sie im Meer versinkt…