Wohnmobil

Januar 2018

Ich habe Einiges von der Welt gesehen und jetzt, als Rentner, möchte ich nicht die Füße hochlegen und bestenfalls ab und zu den Rasen mähen.
Ich brauche ein neues Abenteuer! Also tue ich, was zur Zeit sehr viele tun, gerade Menschen in meiner Lebenssituation.

Ich habe mir ein Wohnmobil bestellt.

Angefangen hat es mit der Idee, einen alten VW-Bus selber auszubauen, da ich genügend Zeit habe und handwerklich nicht ganz unbegabt bin. Werbefotos versprachen die große Freiheit an einsamen Orten, die untergehende Sonne vom Strand aus beobachten mit einem Glas Rotwein vor dem Campmobil, so meine Vorstellung von künftigen Ausflügen. Tagelang habe ich nach gebrauchten und neuen Bussen und nach entsprechenden Ausbausätzen geschaut. Das war sehr ernüchternd, denn der Preis für alte wie neue VW-Busse ist schwindelerregend hoch und liegt weit über meinem Budget.

Dann entdeckte ich den Campster von Pössl. Vergleichbar groß, allerdings nicht so ‚cool‘ wie ein alter VW-Bus, aber dafür komplett ausgestattet und fix und fertig und fahrbereit. Womit ich nicht gerechnet habe: Viele Menschen haben gerade die gleiche Vorstellung von Urlaub im Campmobil, die Lieferzeit beträgt 12 Monate und mehr, gebrauchte Camper kosten unwesentlich weniger als neue, haben aber höchsten einen E5-Dieselmotor.

Es ist schon seltsam, wenn man plant, sich ein rotes Auto zu kaufen, sieht man plötzlich überall ganz viele rote Autos. So ging es mir auch mit der Idee ein Wohnmobil zu haben. Es gab auf einmal viele Gespräche und Diskussionen mit Freunden, Bekannten und Nachbarn, und tausend Anregungen, Ideen und kontroversen Diskussionen.

Daraufhin erschien mir der Campster doch ein wenig zu klein. Das Aufstelldach zum Schlafen könnte bei länger anhaltendem Regen schnell ungemütlich klamm werden. Dann ist entweder gemütliches Sitzen möglich, oder es steht Umbauen zum Schlafen an. Eine Waschgelegenheit und Toilette wäre auch nicht übel für künftige Abenteuer in der Wildnis, fernab der Zivilisation.

Da bietet sich ein Kastenwagen regelrecht an. In dem kann ich stehen, es ist eine komplette kleine Wohnung mit Schlaf- und Wohnzimmer, Küche und Bad, alles vorhanden, was man braucht, nur eben auf 8 bis 10 qm. Tage-, ja wochenlang habe ich Prospekte gewälzt und Ausstellungen und Händler besucht. Welches Basisfahrzeug, wieviel PS, welche Farbe, welche Polster, 5,40 oder 6,30 mtr lang, Pössl oder Hymer oder Weinsberg oder oder oder….

Juni 2018

Die Entscheidung fällt auf den 5,40 mtr langen Citroen Jumper Kastenwagen von Clever Van. Groß genug für alles was ich brauche und doch klein genug um damit bequem in der Stadt oder einem kleinen Dörfchen zu rangieren. Weiß und glänzend steht er nun vor meinen Haus, das Wohnmobil ist endlich da. Wenn ich die Schiebetür öffne, riecht es noch sehr nach neuem Auto. Ich habe nach langer Suche einen Händler gefunden, der tatsächlich bereits nach 5 Monaten liefern konnte. In der Zwischenzeit hat sich in meinem Zimmer ein kleines Warenlager gebildet: Töpfe, Teller, Gläser, Oberbetten und Kissen, Gartenstühle und ein Tisch, Chemie für Toilette und Wasser, Wasserschlauch, Kabeltrommel, ein mobiler WLAN-Router und etliches mehr.  Nach und nach räume ich Alles ein, bin mir aber sicher, es fehlt noch Einiges. Ganz egal, jetzt geht es los …

 

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