Monthly Archives: Juni 2022

Frankreich – Entlang der Atlantikküste

Frankreich – Entlang der Atlantikküste

 

19. Tag

Weil es so schön ist fahren wir heute noch einmal mit den Rädern in das kleine Fischerdorf L‘Herbe mit seinen typischen Holzhäusern.

Haben wir uns in den letzten Tagen noch gefragt wofür die vielen Holzstecken im Wasser stehen,

sehen wir heute, weil nämlich Ebbe ist, ihren Zweck. Es sind Abgrenzungen für die Austernfelder. Die Austern werden in Gitterboxen gezüchtet, zur Ernte werden die Boxen, sie sind ungefähr 50 x 100 cm groß, eingesammelt und in Meerwasserbecken bei den Restaurants zwischengelagert, bis sie dann frisch auf den Teller kommen. Eine Auster braucht übrigens 3-4 Jahre bis sie groß genug zum Verzehr ist.

Aber, Austern gab es gestern schon, heute probieren wir mal Schnecken mit Knoblauchmajonaise.

Waren auch gut, aber die Austern waren besser.

 

18. Tag

Die Tage am Truc Vert mit der ruhigen Atmosphäre und den duftenden Pinien verleiten dazu, es ganz gemütlich angehen zu lassen. Mittags haben wir uns mit den Rädern auf den Weg nach L‘Herbe gemacht, einem kleinen Dorf auf der Innenseite des Arcachon Beckens, wo die Austernzüchter zu finden sind. An der kleinen Straße reiht sich ein Austernzüchter an den anderen, und die meisten haben auch eine Degustation oder ein kleines Restaurant direkt am Meer. Dieses hier, direkt am Strand, gefällt uns besonders gut.

Die Karte ist nicht sehr umfangreich,

aber das Essen außergewöhnlich, Austern, Crevetten, gesalzene Butter.

Und abends lud das schöne Wetter zu einem Picknick am Strand ein.

 

17. Tag

Die Sonne lacht und wir machen einen Ausflug zum südlichsten Zipfel der Landzunge, zum Cap Ferret. Durch den herrlich duftenden Pinienwald, führen markierte Radwege. Wir radeln vom Zirpen der Zirkaden begleitet.

Am südlichsten Zipfel der Landzunge steht der sehr schönen Leuchtturm, den man auch besteigen kann – leider waren wir in der Mittagspause da.

Also radeln wir noch ein Stückchen bis ganz an die Spitze, ‚Bellevue‘. Von dort aus kann man über die Buch hinüberschauen auf die Häuser von Arcachon und auch die große Sanddüne ‚Dune du Pilat‘.

Aber wofür stecken diese Stecken im Wasser? Die Auflösung folgt am Tag 19.

 

16. Tag

Auch wenn die Sonne nicht scheint, ist es wunderbar am Strand, es ist ist warm, der Sand ist weich und die Wellen hoch, kleine Strandbars und ein paar Mutige, die sich zum Surfen in die aufschäumende Gischt der hohen Wellen stürzen.

 

15. Tag

Gestern Abend fing es schon an zu regnen, über Nacht hat es dann ordentlich auf das Wohnmobil geprasselt, eigentlich ein schönes Geräusch wenn man gemütlich im Bett liegt. Aber heute früh hat es immer noch geregnet und die Wettervorhersage sagt für die nächsten Tage auch keine Besserung voraus. Also, getreu dem Motto „follow the sun“ sind wir innerhalb einer halben Stunde abfahrbereit und fahren weiter Richtung Süden. Unser Ziel ist Lacandau. Der in den 70-er Jahren geschaffene Badeort Lacandau-Océan ist unser nächstes Ziel. Hier wollen wir auf einen schönen Campingplatz. Das haben wir allerdings nicht erwartet: ein Retortenort, bei dem jede noch so kleine Hütte mit dorischen Säulen ausgestattet ist, Souvenirshops, Rummel. Hier wollen wir nicht bleiben!
Also fahren wir weiter, Über kleine Straßen durch ein riesiges Waldgebiet, es duftet herrlich nach Pinien und Kräutern. Nach einer knappen Stunden, kurz vor Cap Ferret, finden wir den schönen Camping de Truc Vert, mitten im Wald gelegen und nur wenige Meter vom Meer entfernt. Hier bleiben wir.

 

14. Tag

Der Himmel sieht dramatisch aus, aber wir lassen uns von einer Fahrradtour nach Saint Martin de Ré nicht abhalten.

Die Befestigungsanlage aus dem 17. Jhd. rund um den kleinen Ort in Form eines Sterns ist heute UNESCO Weltkulturerbe. Sie wurde erbaut, um die Bevölkerung im Falle einer feindlichen Anlandung zu schützen. Durch das Stadttor radeln wir in den Altstadtbereich.

Mit 2700 Einwohnern ein kleiner, verschlafener Ort….

Doch die vielen kleinen Gassen voller Geschäfte und Bars und Restaurants lassen auf die vielen Touristen schließen, die hier in der Reisezeit erwartet werden.

Der Hafen ist das touristische Zentrum.

Vor dem Stadttor grasen die Esel, die hier gezüchtet werden.

Aus ihrer Milch wird unter anderem eine besondere Seife hergestellt, die neben dem Salz von den Salzwiesen überall gekauft werden kann. Touristen können auch Ausritte auf Eseln machen. Da es sehr viel Mücken gibt, die die Esel gerne in die Beine stechen, zieht man den Eseln kurzerhand ‚Hosen‘, Stoffstreifen, die über die Beine gezogen und auf dem Rücken verknotet werden, an.

 

13. Tag

Mit dem Fahrrad geht es durch das kleine Örtchen mit seinen engen Gassen und weißen, blumengeschmückten Häusern

hinaus zu den Salzwiesen. Ähnlich wie bei einem Kartoffelbauern werden hier Felder angelegt, die aber mit Meerwasser gefüllt.

Durch die Sonneneinstrahlung verdunstet ein Teil des Wassers und eine feine Salzschicht bleibt auf dem verbleibenden Wasser übrig, die wird dann abgeschöpft, also wie Kartoffeln geerntet.

 

12. Tag

Über Nacht fing es an zu regnen und zu gewittern und das Frühstück fand heute nicht im Freien statt. Gegen Mittag wurde es wieder schöner und wir konnten endlos lang am Strand spazieren gehen und faul in der Sonne liegen und dösen oder lesen.

 

11. Tag

Wir verabschieden uns von Quiberon und fahren an der ‚wilden’ Westküste entlang. Heute ist mal wieder ein Reisetag, aber mit einigen spannenden Zwischenstopps. Entlang der steilen Klippen kann man wunderbar wandern und immer wieder auf die schäumenden Wellen blicken. Wohnmobile haben hier schlechte Karten, einen Parkplatz zu finden. Alle Parkplätze sind mit einer Durchfahrtshöhen-Schranke versehen, ab 2,10m Höhe kommt man nicht mehr drauf!

Neben ‚Moules‘ und ‚Galettes’ gibt es hier ein weiteres kulinarisches Highlight: Ölsardinen in Dosen! Entlang der Küste stehen die Fabriken, wo diese Delikatesse in verschiedenen Geschmacksrichtungen verkauft werden, angeblich je älter je besser. Wir werden später vom mutigen Selbstversuch berichten!

 

Für dieses Probiersortiment haben wir 16 Euro bezahlt.

Dann ging es weiter nach Carnac, dem Ort mit den 10000 . Bis heute ist nicht ganz klar, welche Bedeutung sie für die Menschen vor mehr als 7000 Jahren hatten.

Obwohl – wir vermuten ja, dass Obelix etwas damit zu tun hat …

Dann endlich sind wir an unserem heutigen Ziel, der Ile de Re, angekommen und freuen uns auf den angekündigten bereiten Sandstrand. Aber auch hier gibt es Gezeiten und jetzt gerade ist Ebbe!

Abends sind wir mit dem Rad in das kleine Örtchen La Couarde sur Mer gefahren. Kleine, weiße Häuschen, Stockrosen, blühender Oleander und an diesem Abend auch noch zufällig ein Stadtfest! Superstimmung, überall Bänke und Tische draußen, Live-Musik, Fisch vom Grill, Muscheln mit Frites,  Bier und Cidre und total voll, aber schön.

 

10. Tag

Wir wollen uns Quiberon noch einmal in der Woche mit geöffneten Geschäften ansehen. An der Strandpromenade entlang und in der kleinen Innenstadt reihen sich hübsche Geschäfte mit höherwertiger Kleidung aneinander, unterbrochen von Cafés und Restaurants

Und kleinen Skulpturengärten, in denen großformatige Fotos von des  letzten und vorletzten Jahrhunderts berichten.

Abends genießen wir die schöne Stimmung im Segelhafen von Quiberon.

 

9. Tag

In der Nacht ist aus dem Wind ein kräftiger Sturm geworden, das Wohnmobil wurde kräftig gerüttelt und geschüttelt. In den Morgenstunden kam dann noch direkt über uns ein Gewitter und wolkenbruchartiger Regen hinzu. Aber wir haben trotzdem gut geschlafen und nach einem gemütlichen Frühstück bei prasselndem Regen klarte es auf. Mit den Rädern sind wir trocken und im Sonnenschein nach Quiberon geradelt. Ein hübsches Städtchen mit vielen Läden, Creperien und Restaurants, am Hafen kann man das Einlaufen und Abfahren der Fähre nach Belle-Ile-en-Mer beobachten.

Der Abend beschert uns noch einen schönen Sonnenuntergang am Meer.

 

8. Tag

Wir machen einen Zwischenstopp in dem hübschen Städtchen Quimper, das zum Bummeln durch die Altstadt mit seinen vielen Fachwerkäusern einlädt. Beim Bummel durch die überdachte Markthalle erledigen wir die Einkäufe für den heutigen Abend, Wein, Käse, Schinken und Baguette.

Dann geht es weiter nach Quiberon. Kurz vor dem Ziel machen Surfschulen und -shops Lust auf hohen Wellengang am Atlantik. Bei 31 Grad, strahlend blauem Himmel und mildem Lüftchen liegt das Meer aber spiegelblank vor uns!

Schon am Abend schlägt das Wetter um und da sind sie, die Wellen mit Schaumkronen und die steife Brise!

 

7. Tag

Die Reise geht weiter, unsere neues Ziel ist der westlichste Zipfel Frankreichs, der Point du Raz. Unterwegs kommen wir immer wieder durch schöne, kleine Orte mit den typischen Natursteinhäusern und beeindruckenden Kirchen. Und dann sind wir am Parkplatz vor dem Aussichtspunkt angekommen – und müssen 8 € Parkgebühr zahlen! Die Aussicht ist allerdings traumhaft: man sieht an den vorgelagerten Inseln, wie die Strömungen aufeinandertreffen und das Wasser an den Klippen hochsteigt, aber das Meer liegt ganz ruhig und tiefblau vor uns.

 

6. Tag

Heute geht es mit den Rädern entlang der Küste und quer durch Landesinnere an den nördlichen Teil der Côte de Granit Rose, nach Trégastel und Ploumanac´h. Fast 20 km geht es bergauf und bergab, immer um die Flussarme herum. Und dann blicken wir auf die beeindruckenden, riesigen Felsen. Dieser sieht aus wie ein Steinbock, einer wie ein Kopf mit Baskenmütze.

Andere Formationen sind zwar nicht rosa, aber dafür 50 mtr hoch und sehen aus wie übereinander gestapelte Pfannekuchen.

Im Hafen – wie immer ist Ebbe und die Boote liegen im Trockenen – finden wir ein kleines Straßencafé und genießen eine weitere regionale Spezialität: Bretonische Würstchen und Galette mit Nüssen und Ziegenkäse und Honig.

 

5. Tag

Vom Campingplatz führt ein steiler Weg an den Strand und von dort aus immer oberhalb des Meeres bis zum Hafen von Trebeurden. Wir sind auf dem alten Zöllnerweg unterwegs, sehr anspruchsvoll, weil wir immer mal wieder über die Felsen klettern müssen! Aber dann laufen wir an der neuen Promenade am Strand entlang bis zum Hafen.

Unser Ziel ist der Hafen von Trébeurden.

Hier haben sich einige Wenige mit Badekleidung am Strand eingerichtet, aber sonst ist es menschenleer.  Im Hafen liegen viele Boote, aber die Restaurants und  Strandbuden entlang der Promenade sind geschlossen, weil heute Mittwoch ist? Direkt am Hafen haben wir dann doch noch nettes Restaurant gefunden und Gerichte der Region probiert: Galette und Muscheln, lecker und empfehlenswert!

 

4. Tag

Vom Klosterberg, der noch in der Normandie liegt, geht es heute weiter in die Bretagne. Unser Ziel ist das Département Côtes d’Armor mit der Côte de Granit Rose, den rosa Granitfelsen.

Die gut 200 km fahren wir in Nähe der Küste durch idyllische kleine Örtchen. Überall die schönen Natursteinhäuser, häufig mit den typischen blauen Fensterläden und Hortensien als Hecken oder im Garten. Solche Blütenfarben haben wir bisher noch nicht gesehen, blau in allen Variationen! Und in jedem noch so kleinen Ort finden wir große Kirchengebäude.

 

3. Tag

Wir radeln mit den Fahrrädern entlang des Flusses Couesnon, der vor dem Mont Saint-Michel ins Meer mündet, bis zur Brücke, die das Festland mit dem Klosterberg verbindet. Wegen der vielen Besucher ist hier ein Shuttlebus eingesetzt, der regelmäßig hin- und zurückfährt. Wir radeln aber über die Brücke, weil es heute nicht so voll ist, und parken unsere Räder direkt am Eingang.

Der Eintritt auf den Klosterberg ist kostenfrei, lediglich der Besuch der Abtei ist kostenpflichtig. Wir sind pünktlich zu Beginn der Mittagszeit da, viele Besucher stürmen eines der vielen Lokale. Deshalb steigen wir über endlos viele Treppen zuerst zur Abtei hinauf  – hier ist es jetzt tatsächlich nicht so voll – und bummeln anschließend durch die Altstadt hinunter.

Der Aufstieg ist mühsam, aber er lohnt auf jeden Fall, denn die Abtei mit den vielen Räumen und verwinkelten Gängen ist sehr sehenswert. Im Audioguide erfahren wir von den vielen Wandmalereien, die die Räume ursprünglich schmückten. Leider  ist davon und auch von den ursprünglichen Bodenbelegen nichts mehr vorhanden.

Auch der Ausblick auf die Küste und das Meer ist lohnenswert.

Der Abstieg durch die verwinkelten Gassen mit den vielen Geschäften erinnert ein bisschen an die Winkelgasse aus Harry Potter.

 

2. Tag

Der Weg in die Normandie führt uns über Le Havre und die spektakuläre Brücke Pont du Normandie.

Am frühen Nachmittag kommen wir an unserem ersten Ziel an, dem Mont Saint-Michel, dem spektakulären Klosterberg auf einem Granitfelsen, der aus dem Meer ragt. Die Sonne scheint, wir nehmen die Räder und fahren für einen ersten Eindruck zur Insel hinüber. Früher konnte man den Klosterberg zu Fuß nur bei Ebbe erreichen, bei Flut war die kleine Insel vom Wasser umspült. Heute geht das ganz entspannt, denn die Insel ist über einen langen Steg mit dem Festland verbunden. Ein Tribut an die 3.5 Millionen Touristen die die Insel pro Jahr besuchen.

 

1. Tag

Es ist soweit, wir starten endlich unsere Frankreich-Tour. Wir wollen an der Atlantikküste entlang bis nach Südfrankreich fahren. Durch Belgien und dann in die Normandie und unser erstes Ziel ist Mont Saint-Michel.

Den ersten Campingplatz in der Nähe des Mont Saint-Michel haben wir ab Sonntag gebucht. Wir fahren schon am Samstagnachmittag los und am frühen Abend, nachdem wir die französische Grenze passiert haben, fahren wir von der Autobahn ab in ein kleines Städtchen. Dort gibt es einen kleinen Stellplatz auf dem wir die Nacht verbringen wollen. Der Stellplatz liegt inmitten kleiner Siedlungshäusern aus rotem Backstein und erinnert an uns an die Bergarbeitersiedlungen im Ruhrgebiet! Schon etwas müde machen wir uns auf die Suche nach einem Lokal, aber entweder sind sie schon lange geschlossen oder sie haben ausgerechnet heute zu. In einem Hinterhof finden wir die kulinarische Herausforderung dieses kleinen französischen Ortes. Keine Austern, kein Wein, aber dafür Currywurst mit Pommes und dazu belgisches Bier.