Monthly Archives: November 2021

Müngstener Brücke *****

Oktober 2021

 

Wir wollten das schöne Wetter und den goldenen Oktober nutzen und noch ein bisschen Entspannung und Abenteuer finden. Unser Ziel war gar nicht so weit entfernt, die Müngstener Brücke in der Nähe von Solingen. Und da drängt sich schon die Frage auf, was ist an der Müngstener Brücke so besonders. Zum einen ist sie die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands und zum anderen kann man sie seit ein paar Wochen besteigen. Das hört sich spannend an.

Wir sind mit dem Wohnmobil gefahren und haben einen schönen Stellplatz in Solingen – Glüder gefunden. Sehr schön an der Wupper gelegen, leider waren die Stellplätze direkt am Fluß, ob des Hochwassers von ein paar Wochen, noch nicht nutzbar.

So haben wir es uns gewünscht, ein schöner Stellplatz, Sonnenschein und Morgennebel über der Wupper.

 

Schloss Burg

Einen schönen Tag muss man einfach mit einer schönen Radtour krönen. Wir fahren einfach los, soweit es geht, direkt an der Wupper entlang. Es gestaltet sich teilweise ein wenig schwierig, da einige Uferweg noch unter den Folgen des Hochwassers leiden und nicht befahrbar sind. Wir fahren ohne bestimmtes Ziel los, der Weg führt durch den herbstlichen Wald und plötzlich sind wir in Unterburg. Ein kleines verschlafenes Örtchen mit einer Besonderheit, eine alte kleine Seilbahn führt über die Wupper hinauf nach Schloss Burg.

Schloss Burg ist ein sehr beliebtes Ausflugsziel, man kann die Burg besichtigen, Kunsthandwerk und für die Kinder Holzschwerter kaufen. Es gibt ein paar Restaurants, die die berühmte Westfälische Kaffeetafel“ anbieten, eine Kombination aus Pumpernickel und butterweichem Stuten mit Schinken und Käse und Marmelade, aber auch Kuchen Torte und jede Menge Kaffee gehören dazu. Das war mit entschieden zu viel und so begnügte ich mich mit einer Waffeln mit Kirschen, Sahne und Milchreis.

 

Müngstener Brücke

Mit 107 mtr ist sie die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands, überspannt mit einer Länge von 465 das Tal der Wupper und verbindet die beiden Städte Solingen und Remscheid. Die Müngstener Brücke wurde 1897 fertiggestellt und ist ähnlich wie der Pariser Eifelturm eine reine Stahlkonstruktion. Über 5.000 Tonnen Stahl wurden verbaut und zusammengehalten wird sie durch über 950.000 Nieten. Die letzte Niete die eingeschlagen wurde war angeblich eine goldene. Bis heute hat sie niemand gefunden.

Eigentlich wollten die deutschen Ingenieure ja nur beweisen, das sie es besser können als die Franzosen, die 1889 den Eifelturm mit 324 mtr Höhe gebaut haben. Einfach nur höher war ihnen jedoch zu einfach, deshalb entstand die Idee zu dieser beeindruckenden Brücke.

Seit einigen Wochen gibt es den Brückensteig über den man die Brücke besteigen kann, angeseilt, über Leitern und Treppen und immer gut gesichert.

Nach dem Check In und einigen Sicherheitshinweisen gingen wir zum „Einkleiden“, jeder bekam einen professionellen Klettergurt mit Klettersteigausrüstung und einem besonderen Sicherheitskarabiner.

So ausgerüstet und einem Sturzhelm auf dem Kopf ging es noch 10 Minuten durch den Wald, begleitet von neugierigen Blicken der entgegenkommenden Wanderer.

Am Fuß des Brückenbogens mussten wir noch über eine paar Leitern klettern und dann hatten wir den Startpunkt erreicht. Mit dem Spezialkarabiner klinkten wir uns in das Sicherheitsseil ein, und dann ging’s los!

Über extrem steile Stiegen und Treppen ging es Stufe für Stufe den Brückenbogen hinauf. Bei dem tollen Wetter und der herbstlichen Färbung der Wälder, war die Aussicht über das weite Tal sehr spektakulär. Ab und zu brauste eine S-Bahn über die Brücke, man hörte es laut rumpeln und spürte eine leichte Vibration.

Am obersten Punkt des Brückenbogens in über 100 mtr Höhe war es beim Blick nach Unten schon ein beruhigendes Gefühl angeseilt zu sein.

Hier kam der spektakulärste Punkt der Tour, denn zum Abstieg musste man auf die andere Seite der Brücke wechseln. Es gab eine kleinen Übergang und man musste über ein nach unten durchsichtiges Gitterrost „entspannt“ auf die andere Seite gehen. Für die ganz mutigen gab es einen 15 cm breiten Stahlträger über den man die Seite wechseln konnte. Solange man nach vorne schaut, sieht es gar nicht so schlimm aus, aber wenn man den Blick nach unten wendet, ist es schon atemberaubend.

Und dann ging es leider auch schon wieder Bergab oder treffender Brückab.

Ein tolles spannendes Erlebnis und nach dem Ablegen der Kletterausrüstung gab es im Restaurant nebenan eine wohlverdiente Stärkung.

 

Meine Wertung: ***** top … wenn man keine Höhenangst hat
Müngstener Brückenweg 71
42659 Solingen
Parkplätze sind aus allen Richtungen ausgeschildert
Ein Fußweg von gut 8 Minuten führt von den Parkplätzen bis zum Haus Müngsten.

Harz – Zipline *****

September 2021

Früher hatte ich, das muss ich zugeben, das Vorurteil, dass der Harz langweilig, staubig und spießig sei und eher eine Urlaubsregion für Rentner. Dieses Vorurteil habe ich inzwischen abgelegt, Vielleicht liegt es ja daran, dass ich zwischenzeitlich auch Rentner geworden bin, wahrscheinlich aber eher daran, dass ich viele Wanderungen, romantische Ort, nette Gasthöfe und freundliche Menschen gefunden habe.

Dieses mal werde ich meine guten Erfahrung noch durch ein spannendes Abenteuer erweitern.

 

Zipline

Eine Zipline findet man auf vielen Kinderspielplätzen, zwischen zwei Pfosten, der eine etwas höher als der andere, wird ein Seil gespannt, auf dem Seil läuft eine Rolle, daran kann man sich festhalten und rutscht so, durch den Höhenunterschied bedingt, von einem Ende des Seils zum anderen und wird dort mehr oder weniger abrupt gebremst.

In der verrückten Variante nimmt man ein 1 km langes Stahlseil und spannt es von einem Hügel über einen Stausee hinunter ins Tal. Dann professionalisiert man das ganze noch ein wenig und fertig ist der Adrenalinstoß für große Kinder. Verrückt aber megatoll!!!

Auf der einen Seite der Megazipline, am Westufer der Rappbodetalsperre, direkt neben der Staumauer hat man auf einem Hügel einen Turm erreichtet, das ist der Startpunkt.

Von dort aus hat man über die Rappbodetalsperre Talsperre ein Stahlseil gespannt, das nach mehr als einem Kilometer am gegenüberliegenden Ufer befestigt ist.

Zwischen Start und Ziel gibt es einen Höhenunterschied von 120 Meter. Die Geschwindigkeit die man auf dieser Strecke erreicht, beträgt bis zu 85 km/h. Das ist lang und viel und hoch und schnell.

Während man den Startturm erklettert

erhält man neben Informationen und Verhaltenshinweisen, auch die notwendige Ausrüstung, einen speziellen Sicherheitsgut mit jeder Menge Bändern und Karabiner mit denen man später in das Seil eingeklinkt wird. Dazu gibt es einen Helm, auf dem entweder eine eigene oder eine vor Ort gemietete GoPro installiert werden kann (es passt ausschließlich eine GoPro, ich hatte leide keine Chance meine Insta360 zu nutzen).

Wie man im Hintergrund sehen kann, genießt man die Fahrt liegend.

Und dann geht es auch schon los, man wird ins Seil eingehängt, legt sich in den Gurt, bekommt noch ein paar aufmunternde lockere Sprüche und einen Schubs und schon hängt man 20 mtr über dem Boden und wird von Sekunde zu Sekunde schneller.

Den Rückweg, muss man dann zu Fuß antreten, es dauert ungefähr 20 Minuten, aber es ist ein schöner Waldweg und führt zuletzt über die Staumauer zurück zum Startpunkt. Auf dem Weg gibt es auch eine Gelegenheit zur Einkehr.

 

Meine Wertung: ***** top 
Harzdrenalin Outdoorevents
Rappbodetalsperre (An der L96)
38889 Stadt Oberharz am Brocken (OT Rübeland)