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Gardasee ***

Juni 2021

Immer noch Corona, immer noch Maske und Vorsichtsmaßnahmen, und das ist auch gut so.

Aber die Inzidenz-Werte sind inzwischen so niedrig, das wir es wagen, wieder in Urlaub zu fahren. Nicht so weit und auch nicht so lange, aber 10 Tage am Gardasee erlauben wir uns, zumal wir mit dem Wohnmobil fahren und damit relativ autark sind. Wir haben uns für das steilere Westufer entschieden. Ein paar Kilometer südlich von Limone haben wir einen kleinen, ruhigen Campingplatz gefunden. Er liegt direkt am Strand, einen der beliebten Stellplätze in der ersten Reihe haben wir nicht mehr ergattern können, aber auf dem erhöhten, terrassierten Platz haben wir einen wunderschönen Blick über den See, das gegenüberliegende Ufer und die hohen Berge dahinter. Wir stehen im Schatten von uralten Olivenbäumen, unter denen wir es trotz der Sommerhitze gut aushalten können, denn es weht fast immer ein frischer Wind vom See herauf. Überall sind blühende Büsche, Jasmin und Oleander, und der sanfte Wind bringt einen verführerischen Duft nach Sommer mit sich.

Dolce far niente (süßes Nichtstun)

Mit dem Fahrrad machen wir heute einen kleinen Ausflug nach Limone, mal schauen, wie viele Menschen dort unterwegs sind. Da das Radwegenetz am Gardasee ständig ausgebaut wird, kommen wir nach kurzer Zeit schon in Limone an, ohne über die vielbefahrene Gardesana zwischen ungeduldigen PKW und wagemutigen Kleinlastwagen fahren zu müssen. Das ist wirklich schön, der Radweg schlängelt sich vorbei an Hotels und alten Häusern direkt zum Hafen. Die vielen Restaurants und Eisdielen sind nur mäßig gefüllt, es gibt überall genügend Abstand und die Kellner tragen alle Masken. Viele Touristen ebenfalls, einige aber auch nicht, aber von denen halten wir uns fern. Auf den Plätzen und am Hafen fühlen wir uns wohl, lediglich in den engen kleinen Gassen der Altstadt ist es voller.

 

Heute geht es in die Berge

Zuerst ein paar Kilometer mit dem Rad

Dann einen schönen Weg am Fluß entlang

… und da der spektakuläre Wasserfall

tosend und wild schäumend stürzten sich die Wassermassen aus 10 Metern Höhe in die Tiefe … vielleicht ist ja gerade Trockenzeit, jedenfalls eher ein gemütliches Plätschern.

Zuguterletzt gab es in der Nähe aber noch ein nettes kleines Restaurant mit einem tollen Blick über den See.

 

Auf der westlichen Seite des Gardasees verläuft ein besonders enger, kurvenreicher Abschnitt der berühmten „Gardesana“ mit vielen roh behauenen und unbeleuchteten Tunneln und endlosen Kurven. Die Fahrt ist abenteuerlich, aber vor der nächsten Kurve oder nach einem Tunnel kann man einen schnellen Blick auf den in der Sonne flirrenden See und die gegenüberliegenden Berge erhaschen.

Deshalb waren wir besonders auf den neuen, wie ein Balkon an den Fels gebauten Radweg gespannt, der den Weg von Limone nach Riva zu einem entspannten Vergnügen machen soll. Auf nach Riva, knapp 13 km sind es von Limone aus, bummeln gehen, etwas Leckeres im Hafen essen und dann wieder zurück.

In Limone mussten wir den Einstieg in den Radweg erste einmal finden, Markierungen fehlen noch und auch das Fahrradnavi tat sich schwer. Erst über die Hauptstraße, dann durch die engen Gassen der Altstadt, ein wenig bergab und viel bergauf. Aber endlich fanden wir den neuen Radweg. Und unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt, wie in einer Klamm schlängelt sich der Weg dicht gedrängt an den Fels hoch über dem See entlang und bietet traumhaft schöne Aussichten.

So fuhren wir und freuten uns über die schöne Strecke, doch plötzlich, nach vielleicht einem drittel der Strecke, Gitter, Absperrungen, Gedrängel von Radfahrern, verunsicherte Gesichter, verärgerte Stimmen. Der Weg war einfach zu Ende und der Zugang zur Straße durch ein Gitter versperrt, schlichtweg eine Sackgasse.

Man half sich gegenseitig und gemeinsam wurden die Räder über die Absperrung auf die Straße gehoben. Und dann ging es auf der alten Gardesana weiter nach Riva, hupende Autos in dunklen Tunneln, Todesangst jedesmal, wenn man von einem Laster überholt wurde und den Gegenverkehr kommen sah.

Wir sind heil in Riva angekommen und haben dann unser geplantes Programm fortgesetzt, bummeln, essen, gucken und sich freuen.

Für den Rückweg haben wir uns dann doch lieber für das Schiff entschieden und waren nach einer knappen Stunde wieder wohlbehalten in Limone.

 

Wer lesen kann ist im Vorteil …

Heute stehet eine längere Fahrradtour auf unserem Programm. Wir wollen mit der Fähre über den See nach Malcesine, dann auf der Ostseite, weil dort ein schöner Radweg direkt am Seeufer entlang führt, bis nach Bardolino, dort nett etwas Essen und dann mit der Fähre zurück.

Hier ist unser ersten Ziel, mit der Fähre fahren wir nach Malcesine

 

Von Malcesine nach Bardolino führt ein schöner Radweg direkt am Ufer entlang. Es gibt nur ein paar wenige Stellen, an denen man auf die Straße ausweichen muss. Teilweise im Schatten blühender Sträucher und Bäume, dann wieder in der prallen Sonne. Viele Restaurants und Bars laden unterwegs ein, mal eine Pause zu machen. Etwas über 30 km und jetzt in der Vorsaison auch noch angenehm leer.

 

Aber es war auch sehr heiß und als wir dann kurz vor Bardolino ein hübsches Restaurant fanden, kehrten wir auch sofort ein und gönnten uns frischen Fisch aus dem Gardasee. Sehr lecker.

Als wir dann gegen 17:00 an der Fähre ankamen, wartete jedoch zwei Überraschungen auf uns. Zum einen hatte es angefangen zu regnen, das war nicht so schlimm, es war ja warm, aber um diese Zeit fuhr keine Fähre mehr! Auf dem Fahrplan war zwei kleine Anmerkungen. Zum einen nur in der Hauptsaison und die hatten wir nicht, zum anderen nur am Wochenende und das hatten wir auch nicht. Dumm gelaufen! Und nun? Mein erster Gedanke war, überhaupt kein Problem, ich habe meine Kreditkarte in der Tasche, wir suchen uns ein Hotel und nehmen die Fähre morgen.

Meine Frau hatte die alternative Idee, wir nehmen den Bus nach Riva und radeln von dort nach Limone. Schade, aber die Busse dürfen keine Räder mitnehmen. Aber wir hatten Glück, eine nette Busfahrerin hatte Mitleid und nahm uns samt Rädern mit nach Riva.

Der Regen war zwischenzeitlich zu einem heftigen Sturm geworden und so sehr wie ich mich über den Bus freute, so sehr graute es mir vor den 10 km von Riva nach Limone. Aber das Glück war uns hold, als wir nach eineinhalb Stunden endlich in Riva ankamen, hatte sich die Regenwolken verzogen und die Sonne schickte ein paar letzte Strahlen über die Bergkuppen. Wir traten kräftig in die Pedale und waren froh, nach 40 Minuten wieder an unserem Wohnmobil zu sein.

Schillig *

Mai 2021

Urlaub in Corona-Zeiten – wegen der hohen Ansteckungsgefahr waren alle Pläne für dieses Jahr gestrichen. Aber nun gehen die Ansteckungswerte zurück und deshalb wollen wir wenigstens an die deutsche Nordsee fahren. Meer und Sonne, am Strand liegen und Radfahren, Fischbrötchen und Krabben, all das stand auf unserer „to do Liste“. Die Idee hatten natürlich Viele, nachdem das Beherbergungsverbot ausgehoben und die Außengastronomie wieder geöffnet hat. Aber in Schillig in Ostfriesland hatten wir Glück und bekamen noch einen Stellplatz für unser Wohnmobil.

Steinmännchen – Wegmarkierung, damit man sich am Strand nicht verläuft, oder um böse Geister abzuhalten?

Früh morgens, vor dem Frühstück, war das Meer noch da. Aber nach dem Frühstück – weg war es! Dafür Watt und Schlamm und Schlick. Brandung, Wellen, Spaziergang durch das Wasser gab es leider nicht!

Hinter dem Deich, der sich die ganze Küste entlang zieht, sind saftige Wiesen und natürlich auch die dazugehörigen Deichschafe. Hier kann man wirklich schöne Radtouren in die benachbarten Örtchen machen.

Abends verabschiedete sich der Tag mit atemberaubend schönen Sonnenuntergängen.

 

Meine Wertung: ***** mit fehlte das rauhe Klima der holländischen Nordsee und auf´s Watt zu schauen hat mich fast depressiv gemacht.