Monthly Archives: Januar 2019

Scheveningen – Silvester *****

Dezember 2018 / Januar 2019

Viele Jahre lang war ich zum Jahreswechsel in Valmorel in den französischen Alpen. Viel Schnee und Skifahren im Sonnenschein, von den Berggipfeln ins Tal schauen und zum Hüttenaben auch schon einmal auf dem Tisch tanzen. Anschließend dann im Dunkeln mit einer Fackel in der Hand wieder ins Tal abfahren. In diesem Jahr hatte ich die Fahrt in den Schnee in den Februar verschoben. Und was sollte ich nun an Silvester machen? Keinen Bock auf Party, aber auch nicht darauf, zuhause ‚rumzuhängen. Die zündende Idee kam dann von meiner Tochter: wie wäre es mit Den Haag, da soll es am Strand immer ein riesiges Freudenfeuer und eine noch riesigere Party geben. Aber im Winter an die Nordsee? Dort ist es kalt und stürmisch und regnerisch und überhaupt nur ungemütlich. Meine Vorurteile wollte ich gerne bestätigt haben, also, ab nach Scheveningen an den Strand.

Um es vorweg zu nehmen: ja, es war kalt, schließlich hatten wir Winter, aber dagegen hatte ich eine dicke Jacke, es war windig, aber nicht stürmisch, geregnet hatte es nicht, stattdessen sah ich häufig blauen Himmel zwischen den Wolken und ungemütlich war schon gar nicht. Es war ein schöner, erlebnisreicher Kurzurlaub, den ich bestimmt noch einmal wiederholen werde.

Das Strand und das Meer luden nicht zum Barfußlaufen ein, aber den Möwen war die Temperatur egal,

die Spaziergänger waren warm eingepackt und die Surfer trugen dicke Neopren-Anzüge.
 
Im kleinen Jachthafen waren die Boote noch weihnachtlich geschmückt und die Bars und Restaurants waren bei diesem kalten Wetter fast gemütlicher als im Sommer. Am Silvesterabend suchte man jedoch vergeblich ein geöffnetes Restaurant, da essen die Niederländer traditionell im Kreise ihrer Familien zuhause.

Zu Silvester gabt es am Strand ein ganz besonderes Ereignis, das sogar im Guinness Buch der Rekorde zu finden ist. Die Strandabschnitte Duindorp, südlich vom Hafen und Scheveningen, nördlich davon, liefern sich einen Wettkampf um den höchsten Holzturm, der dann, pünktlich zu Beginn des neuen Jahres, als Freudenfeuer angezündet wird.

Aber da wurde nicht einfach nur ein bisschen Holz verbrannt, sondern es wurden Paletten zu einer riesigen Pyramide aufgestapelt. Die großen Baustellen sind weiträumig abgesperrt, dort fahren Gabelstapler und Kräne, die ‚Bauarbeiter‘ und die Schaulustigen werden mit lauter Musik beschallt. Mehrere Tage lang wurden zigtausende Paletten aufgetürmt.

Da freuten sich die Duindorper schon, dass sie den höchsten Turm hatten, da legten die Scheveninger aber noch schnell ein wenig nach,

und schon war der Scheveninger Turm höher, dann wurde die Scheveningen Fahne gehisst.

Es war nicht anders zu erwarten, die Duindoper bauten natürlich noch einmal ein gutes Stück höher. Es hat aber nicht gereicht, der Scheveninger Turm war mit 48 Metern der höhere.

Mit einsetzender Dunkelheit begann die große Party. Ununterbrochen wurden mal hier, mal dort Raketen in den Himmel geschossen. Über 200.000 Besucher feierten auf der Strandpromenade.

Und dann war es endlich Mitternacht, die Kirchenglocken läuten, hunderte von Raketen strahlen um die Wette, die Menschen lagen sich in den Armen und wünschten sich ein gutes, neues Jahr und unbemerkt wurden die Türme angezündet. An der Spitze züngelten erst nur ein paar kleine Flammen, aber schon nach kurzer Zeit brannte die Turmspitze unter Geschrei und Gejohlen der Menschen lichterloh.

Die Stimmung stieg und bald brannte der gesamte Turm von oben bis unten und der Feuerteufel (mit viel Fantasie erkennt man ihn) tanzte bis in die frühen Morgenstunden mit.

Der Wind stand allerdings nicht ganz so günstig. es bildeten sich glühende Windhosen und Funkenstürme, die in Richtung Stadt zogen. Vorsichtshalber hatte die Feuerwehr das Kirchendach mit Wasser bespritzt, damit es kein Feuer fangen konnte.

Aber die Party war super!

Während am späten Neujahrsmorgen in Duindorp der Turm bzw. seine Reste immer noch brannten, war vom Scheveninger Turm nur noch der abgebrannte und von der Feuerwehr gelöschte Aschenberg zu sehen – hier wurde bereits aufgeräumt.

Nach der Party ist vor der Party.

Gegen Mittag am Neujahrstag versammelten sich einige Dutzend Menschen am Strand, die meisten von Ihnen mit roten Zipfelmützen auf dem Kopf.

8 Grad Wassertemperatur und 9 Grad Lufttemperatur konnten sie nicht davon abhalten ihre warmen Jacken gegen Badeanzüge und Badehosen zu tauschen und unter lautem Geschrei ins Wasser zu rennen.


Schade das ich meine rote Zipfelmütze nicht dabei hatte ….

Meine Wertung: ***** unbedingt ausprobieren

 

Drachenfels ****

November 2018

So schnell habe ich die Suche nicht aufgegeben. Die nächste Empfehlung für einen „Indian Summer“ in NRW war der Drachenfels am Rhein bei Königswinter.

Der Rhein hat zur Zeit Niedrigwasser, die Fahrrinne ist nur noch sehr schmal und so fahren nur kleinere und wenig beladenere Schiffe.

Der Weg auf den Drachenfels führt durch einen typisch braun und gelb gefärbten Herbstwald, vielleicht auch der großen Trockenheit in diesem Sommer geschuldet. Die schöne bunte Verfärbung mag sich nicht einstellen.  Den 245 mtr hohen Drachenfels (über dem Rhein gerechnet, 321 mtr über dem Meeresspiegel) kann man auch über die  Drachenfelsbahn erreichen, das ist natürlich gemütlicher, als zu laufen!

Im November ist die Saison allerdings vorbei, alle Einrichtungen sind entweder geschlossen oder nur am Wochenende geöffnet.

Vorbei an der Nibelungenhalle mit Museum, Drachenhöhle und Reptilienpark, spaziere ich bei strahlendem Sonnenschein den Berg hinauf.

Während der Saison hätte ich einkehren können … im November aber leider geschlossen.

Das Schloss Drachenburg aus dem Jahre 1882 ist heute ein Museum und Veranstaltungsort und Sitz der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.

Die Burgruine Drachenfels aus dem Jahre 1138.

Blick auf das Siebengebirge. Warum es Siebengebirge heißt, wo es doch über 50 Hügel sind, konnte ich nicht ergründen.

Der Aufstieg wird bei diesem schönen Wetter durch einen besonders weiten Blick auf das Rheintal belohnt.

Meine Wertung: ***** sehenswert
Königswinter
Parkplätze am Fuße der Drachenfelsbahn

Königsforst *

November 2018

Bilder vom `Indian Summer` mit leuchtend rot und gelb gefärbtem Laub haben wohl Viele schon auf Bildern aus Kanada und den USA gesehen. Aber wer kann schon eben einen Herbstausflug nach Amerika machen, um dieses Naturschauspiel zu sehen? Also suchte ich nach einer Möglichkeit in Deutschland, speziell hier in NRW, vor meiner Haustür, wo ich ‚Indian Summer‘ finden kann. Das Internet war voller Tipps und guter Ratschläge und empfahl mir in den Königsforst bei Köln fahren.

Kurze Zeit später saß ich im Auto und eine Stunde später war ich auch schon dort.

Ich fand ein sehr schönes Naturschutzgebiet mit vielen Wanderwegen und einem sehr schönen Herbstwald, aber von ‚Indian Summer‘ mit rot gefärbten Bäumen war leider keine Spur zu entdecken.

Meine Wertung: ***** lohnt nicht
Zwischen Köln, Bergisch Gladbach und Rösrath
viele Wanderparkplätze