Monthly Archives: März 2018

NL Kamperland ***

März 2018

Wer denkt, dass es im März an der Nordsee kalt ist und stürmisch und regnerisch und insgesamt ziemlich ungemütlich, hat absolut recht. Doch hält mich das davon ab, um diese Zeit hier Urlaub zu machen? Natürlich nicht!

Ich habe mich darauf eingelassen, trotz des ungemütlichen Wetters hatte ich einen sehr entspannten Urlaub. Das lag an der gemütlichen Ferienwohnung direkt am Meer, an den Wanderungen am Strand entlang und durch die Dünen – warm eingepackt mit Schal, Handschuhen und dicker Regenjacke, an Fahrradtouren, als die Sonne sich an einem Tag am wolkenlosen Himmel zeigte und nicht zuletzt an dem leckeren Fisch, den es überall zu essen gab.

 

Meine Wertung: ***** schön (wenn man die richtige Kleidung hat)
Kamperland
Südholland

Essen – Phänomania **

20.02.2018

… und plötzlich stand ich inmitten eines Gewusels von lärmenden und umeinander laufender Grundschüler. Da hätten vor ein paar Jahren auch meine Kinder dabei sein können. Amüsiert schaute ich mich um und sah eine  verwaiste kleine Theke; im Hintergrund standen zwei Mitarbeiter in roten T-Shirts mit einem Phänomania-Aufdruck und schauten unbeeindruckt auf die Kinderschar. So ein Durcheinander schien für sie ganz normal zu sein. Ich schob mich, in der Hoffnung nicht umgerannt zu werden, zur Theke und freute mich über die freundliche Begrüßung. Ich bekam mein Ticket, ging in den ersten Ausstellungsraum und schaute mich neugierig um. Ganz eindeutig war das einmal eine Zeche, denn vor mir stand eine riesige Turbine, um die herum einige  Ausstellungsstücke angeordnet waren. Ohne dass ich es bemerkt hatte, stand plötzlich ein Mitarbeiter der Pänomania in seinem roten T-Shirt neben mir und sprach mich an. Er wies mich auf ein besonderes  Ausstellungsstück, zwei gebogene Plastikteile hin. Ehe ich mich versah, waren wir in einer angeregten und amüsanten Diskussion über Wahrnehmung und Illusion, über Realität und Unwirklichkeit. Und während wir uns noch unterhielten, wurde es um mich herum merklich ruhiger, die Kinder hatten genug gesehen und waren mit ihren Lehrern wieder auf dem Heimweg. Jetzt konnte ich mich in Ruhe umsehen. Es gab viele Experimente, die man anfassen und ausprobieren konnte, optische, akustische, sensorische und mechanische. Die Zielgruppe der Ausstellung sind eindeutig Kinder, aber es machte Spaß, sich auf die vielen Spielereien einzulassen.

Dann wandte ich mich dem Hauptzweck meines Besuchs zu, ich wollte den kleinen Förderturm der ehemaligen Schachtanlage Zollverein 3/7/10 erklimmen.

Der Aufstieg über die luftige Stahltreppe

wird von einem schönen Ausblick über das Ruhrgebiet belohnt (leider etwas diesig).

Blick auf Gelsenkirchen mit dem Hamburg-Mannheimer-Hochhaus und dem Maritim-Hotel.

In die andere Richtung Essen mit der Zeche Zollverein und dem Sanaa-Kubus.

Meine Wertung: ***** nett
Phänomania Erfahrungsfeld
Am Handwerkerpark 8 – 10
45309 Essen

Thüringen

Once a year go someplace you’ve never been before.
– Dalai Lama –

 

Oktober 2017

„Ich war in Stadtlengsfeld“

„Stadtlengsfeld, ähm, ja, mhhh, noch nie gehört“

„früheres Zonenrandgebiet, aber von der anderen Seite“

„ach soooo, neee, ja, muss man da gewesen sein?“

So oder so ähnlich beginnen Gespräche, wenn ich erzähle, dass es ein paar gute Gründe gab, die mich über einige Wochen an den Wochenende immer mal wieder nach Stadtlengsfeld geführt haben. Stadtlengsfeld liegt übrigens in Thüringen, irgendwo zwischen Fulda (ca. 50 km) und Eisenach (ca. 40 km). Im Jahre 1125 wurde hier schon die Burg Lengsfeld errichtet und seit 1260 darf Lengsfeld sich Stadt nennen. Heute hat Stadtlengsfeld ca. 2500 Einwohner, einen Bäcker, zwei kleine Supermärkte, eine Pizzeria, einen Gasthof mit 4 Zimmern, ein Radio-Fernseh-Haushaltswaren-Schnickschnack-Geschäft und ganz viel Natur.

Direkt durch das kleine Städtchen führt der gut ausgebaute Rhönradweg und lädt zu ausgiebigen Radtouren ein. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings, man muss sich ein wenig Proviant mitnehmen, denn es gibt fast keine Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke.
 

Es war eine große Freude im Herbst hier zu sein, denn die vielen Laubbäume lassen die Landschaft bunt erstrahlen.

Ein schöner Ausflug zum Schönsee.
 

Eines der wenigen, fußläufig zu erreichenden Ausflugsziele bei dem es auch etwas zu Essen gibt, ist der Hundskopf. Ein sehr einsamer und abwechslungsreicher Weg führt zu Wildschweingulasch und Thüringer Knödeln.
 

Der Fahrradausflug nach Bad Salzungen war schön, endete auf dem Rückweg jedoch im knietiefen Matsch (okay, okay es lag an mir, meinem Fahrradnavi und der Abkürzung)

Vor ca. 2500 Jahren gab es in Sünna eine keltische Siedlung zum Schutz der Handelsstraße und der Grenze. Von der ehemaligen Ansiedlung ist außer einem Gedenkkreuz nichts mehr übrig geblieben, alles was es hier an Mauern und Gebäuden gab ist abgetragen worden und an anderer Stelle als Baumaterial benutzt worden. Der Weg lohnt trotzdem, denn die Aussicht ist beeindruckend.
 

Ein Highlight meiner Ausflüge war ein Besuch im Nationalpark Hainich. Endlose herbstlich gefärbte Buchen-Urwälder die forstwirtschaftlich nicht bearbeitet werden. Da kann schon mal ein Baumstamm über dem Wanderweg liegen.
 
Wer keine Höhenangst hat kann den Aussichtsturm erklimmen

und von dort aus über den Baumwipfelpfad in 24 mtr Höhe durch die Baumkronen laufen und die Aussicht bis zum Horizont genießen.

An der Wartburg oberhalb von Eisenach mit dem berühmten Luther-Zimmer mit dem sagenumwobenen Tintenfleck an der Wand führt natürlich kein Weg vorbei, besonders nicht im 500. Luther-Jahr.

In der Nähe von Eisenach, unterhalb der Wartburg, liegt die Drachenschlucht, eine sehr sehenswert Klamm. Der Rundwege beginnt ganz harmlos durch einen lichten Wald, aber kurz darauf wird der Weg immer enger und schmaler,

bis er schließlich an seiner engsten Stelle gerade mal noch 68 cm misst.

Meine Wertung: ***** sehenswert, besonders im Herbst
Stadtlengsfeld
Sünna
Bad Salzungen

Eisenach mit Wartburg und Drachenschlucht