Monthly Archives: November 2014

Tomatentarte

Schnell gemacht und sehr lecker. Schmeckt warm aus dem Ofen genauso gut wie kalt. Ich habe sie letztens zum Brunchen gemacht.

Für eine Tarte brauchst du für den Teig:
200 g Mehl
100 g weiche Butter
1/4 TL Backpulver
1/2 TL Salz
4 EL Wasser

für den Belag:
500 g gemischte kleine Tomaten (Cocktail-/Dattel-/Kirsch-/…)
50 g schwarze Oliven ohne Stein
200 g Ziegenfrischkäse
1 TL Senf
1/2 TL Zucker
Salz
Pfeffer aus der Mühle

Die schwarzen Oliven abtropfen lassen und in Scheiben schneiden
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Tomaten gut waschen und abtrocknen, dann vierteln oder halbieren.
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In einen Becher Ziegenfrischkäse einen halben Teelöffel Zucker und einen gut gehäuften Teelöfel mittelscharfen Senf einrühren.
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Jetzt wird der Teig zubereitet. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit einem Handmixer mit Knethaken gut vermengen.
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Zuletzt den Teig auf einer bemehlten Fläche mit der Hand noch einmal durchkneten.
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Jetzt kommt ein kleiner Trick. Damit sich der gebackene Teig später leichter aus der Form lösen lässt, spanne ich einen Bogen Backtrennpapier in die Kuchenform. Die Ränder der Kuchenform reibe ich noch etwas mit Butter ein.
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Den Teig dünn ausrollen, so dass er etwas größer ist als die Kuchenform.
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Dann kommt der Teig in die Kuchenform. Die Ränder werden einen guten Zentimeter hochgedrückt. Zuletzt wird der Teig mit einer Gabel einige Male eingestochen. Dann kommt die Backform für 10 Minuten in den auf 180 Grad vorgeheizten Backofen.
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Ich lasse den Teig auskühlen und verteile dann 3/4 der Ziegenfrischkäsemasse auf dem Boden.
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Darauf kommen die Tomaten und die Oliven.
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Schnell noch die Blättchen von ein paar Zweigen frischen Thymians gezupft und auf den Tomaten verteilt.
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Zuletzt noch den Rest von der Ziegenfrischkäsemasse auf den Tomaten verteilen. Fertig. Für 25 Minuten bei 180 Grad in den Backofen. In Tortenstücke teilen und genießen.
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Bottrop – Zeche Prosper Haniel *****

Jetzt habe ich schon so viel über Zechen und Halten geschrieben, aber das eigentliche Leben spielt sich eigentlich unter Tage statt.

Das was für die Bergleute tägliche Routine und harte Arbeit ist, war für mich ein außerordentliches Privileg. Ich durfte auf der Zeche Prosper Haniel eine Grubenfahrt erleben. Ein tolles, unvergessliches Erlebnis.
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Also wenn schon, denn schon. Man geht nicht in Straßenkleidung unter Tage. Ich wurde komplett neu eingekleidet, Socken, Unterwäsche, Arbeitsanzug.
Zuletzt gab es natürlich noch Sicherheitsschuhe, einen Schutzhelm mit Lampe und einen groben Gürtel mit den Batterien.
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Dann wurde es ernst, mit rattern und rasseln öffnete sich die metallene Gitterschiebetür des Förderkorbs. Fotos gibt es ab hier leider keine, denn ich durfte aus Sicherheitsgründen nichts mitnehmen. Kohlestaub und Grubengas können durch elektrisch betriebene Geräte sehr schnell zu heftigen Explosionen führen. Alles wirkt sehr grob und martialisch, aber eigentlich ist es nichts anderes als ein Fahrstuhl. Zwanzig Leute passen hinein, es gibt keine Beleuchtung im Förderkorb, nur unsere Stirnlampen spenden ein wenig Licht. Es wird ruhiger, die Scherze und das Lachen verstummen. Dann wird die Gittertür zugezogen und wenige Sekunden später setzt sich der Korb langsam ruckelnd und knirschend in Bewegung. Erst vorsichtig und langsam, es ruckelt und wackelt schon ein wenig mehr als in einem normalen Fahrstuhl, besser man hält sich irgendwo fest. Dann wird die Fahrt schneller und rasanter, bis wir mit 10 Meter pro Sekunde (!) in die Tiefe rasen. Die Fahrt dauert keine 5 Minuten dann sind wir an unserem Ziel angekommen. Rasselnd öffnet die Gitterschiebetür. Ich trete aus dem Förderkorb und befinde mich in einer kleinen Höhle in 1200 Meter Tiefe. Nicht sehr groß, vielleicht 10 mal 10 Meter und 4 Meter hoch. Sie ist schwach von einigen Lampen erleuchtet. Ein bisschen habe ich schon ein mulmiges Gefühl soviel Erde über mir zu wissen. Vereinzelte Gänge gehen in unterschiedliche Richtungen ab. Es ist warm. Hier und da stehen Maschinen und Geräte herum.

Zu Fuß marschieren wir in einen der Gänge hinein, wir werden ein paar Hundert Meter laufen müssen um zur Kohle zu kommen. Tief unten in der Erde sind die meisten Bergwerke über viele Kilometer lange Schächte miteinander verbunden. Dann erreichen wir ein Förderband, auf dem Kohle transportiert wird. Genug gelaufen, ab jetzt lassen wir uns transportieren. Einer nach dem anderen legen wir uns auf dem Rücken flach auf das Förderband. Wiederholt werden wir ermahnt nicht den Kopf zu heben, da knapp über dem Förderband Hindernisse vorhanden sind. Dann geht die Fahrt los. Gefühlt rasend schnell saust das Förderband dahin, mal durch große Gänge, dann wieder nur ein paar Zentimeter unter der Decke entlang. Nein, ich habe wirklich nicht das Bedürfnis den Kopf heben zu müssen, um zu sehen wohin die Fahrt führt. Dann sind wir da, vor Ort, langsam, froh es überlebt zu haben,  krabbeln wir wieder vom Förderband herunter.

Es ist laut, es ist staubig von der Kohle, es ist heiß, bestimmt weit über 30 Grad, unter den Füßen spüre ich ein stetiges Rumoren. Hier wird „malocht“, hier wird Kohle abgebaut. Es ist erschreckend unter welchen Bedingungen hier gearbeitet wird.
Diese dicken hydraulischen Stempel sorgen dafür, dass der Berg nicht einbricht. Sie stemmen mehrere Tonnen, da bricht so leicht nichts ein.
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Dreißig, fünfzig Stück davon stehen in einer Reihe und direkt davor läuft ein mannsgroßer Bohrer entlang, der die Kohle aus dem Berg kratzt.
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Die herausgebrochene Kohle fällt auf ein Kettenförderband und wird abtransportiert.
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Immer dann, wenn der Bohrer einmal an der Kohle entlang geschrappt ist und sie herausgebrochen hat, ziehen sich die Stempel hinter mir zusammen und schieben sich ein paar Zentimeter nach vorne und spannen sich wieder. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie unheimlich das ist, man hört, wie der Berg hinter den Stempeln herunterbricht und in den entstandenen Hohlraum poltert. Echt gruselig, da konnte ich nur hoffen das sie dem Druck von 1200 Metern Gestein über mir gewachsen sind. Sind sie!

Ein super, super spannendes Erlebnis, auch wenn ich irgendwie erleichtert bin, nach ein paar Stunden, wieder frische Luft an der Oberfläche atmen zu können. Zur Entspannung gibt es – was auch sonst – Mettbrötchen mit Zwiebeln und Schnaps.
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Meine Wertung: ***** ein absolutes Muss !!!
Bottrop
Fernwaldstraße
Zeche Prosper Haniel

 

Bottrop – Halde Haniel ****

14.11.14

Mit 185 mtr ist die Halde Haniel die höchste Halde im Ruhrgebiet. Und sie ist eine aktive Halde, denn der nördliche Teil wird immer noch aufgeschüttet. Die Zeche Prosper Haniel ist eine der letzten aktiven Zechen im Ruhrgebiet. Von weitem schon sieht man, dass sich die großen Laufräder, mit denen Menschen und Material in und aus dem Berg befördert werden, ständig drehen. Ein seltenes Schauspiel, das in meiner Kindheit Normalität war.
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Der Weg auf die Halde
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führt über einen Kreuzweg. Okay, Kirche ist jetzt nicht unbedingt so mein Ding, aber man hat hier versucht, den Leidensweg Christi mit Texten und Gerätschaften aus der Arbeitswelt einer Zeche zu verbinden. Es ist gut gelungen!
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Über 15 Stationen
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kommst du zum „Gipfelkreuz“.
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Schon von hier aus kannst du weit über das Ruhrgebiet blicken. Wenn du in nördliche Richtung schaust, siehst du nur noch grüne Wiesen und herbstlich bunte Wälder.
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Bis zum Gipfel sind es noch ein paar Höhenmeter. Es erwartet dich eine sehr surreale Mondlandschaft, schwarze Erde, Steine, Geröll.
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Unter dem Gipfel gibt es ein schönes Amphitheater; hier finden im Sommer Konzerte statt. Oberen, am Rand der Halde, kannst du schon die Stehlen sehen.
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Über einhundert bemalte Stehlen strecken sich in den Himmel.

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Augustin Ibarrola, der 2007 dieses Kunstwerk aus Bahnschwellen geschaffen hat, gab ihm den Namen Windkamm. Sehr passend, hier oben ist es windig und kalt.
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Diese Beiden sehen aus, als ob sie im Zwiegespräch miteinander sind.
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Meine Wertung: ***** sehenswert
Bottrop
Fernwaldstraße
Zeche Prosper Haniel
Besucherparkplatz

Bochum – Kunstmuseum ****

14.10.2014

Es wird Herbst. Was tut man da an einem verregneten Sonntagvormittag? Nach dem ausgiebigen Frühstück natürlich. Wie wäre es mal mit etwas Kultur? Da bietet sich das Bochumer Kunstmuseum an. Man kann direkt davor parken, muss nicht weit durch den Regen laufen, es ist klein genug, das man sich nach zwei Stunden, inkl. Kaffee in der kleinen Cafeteria, dem Mittagessen zuwenden kann.
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Das Empfangskomitee sitzt im Regen und wartet schon auf Besucher. Sonntags vormittags ist es angenehm leer.
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Schaut mal genau hin, sieht der eine nicht so aus, als ob er sich ein Grinsen unterdrückt? Als ich vor dem Eingang stehe, ahne ich schon warum. Der ist nämlich verschlossen. Ein Hinweisschild zeigt nach rechts, dort lang …
Sieht ein bisschen nach Baustelle aus, das ist aber der Eingang – nein, das ist schon Kunst. Überraschend, aber ich verrate nichts. Probiert es aus.
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Man kommt tatsächlich irgendwie und irgendwann ins Museum. Ich mag es, es ist licht und hell und nicht überladen.
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Über einen Wendelaufgang kommt man in die zweite Etage.
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Meine Wertung: ***** sehenswert, klein aber fein
Kortumstraße 147
44787 Bochum

 

 

 

London *****

10.09.2014

Als meine beiden 14jährigen Nichten vor ein paar Wochen Konfirmation hatten, begann die Suche nach einem originellen Geschenk. Geld? Geht auf keinen Fall! Etwas zum Anziehen  von einem angesagten Modelabel? Schenken die anderen schon! Aber sie sind noch nie geflogen, wie wäre es mit einem Rundflug in einem kleinen Sportflugzeug über das Ruhrgebiet? Gute Idee! Bis eine meiner Töchter anmerkte: Wie langweilig, für das gleiche Geld kommst du mit einem Billigflieger auch nach London. Wow – tolle Idee – da kann ich das Fliegen noch mit einer Sightseeing- und Shopping-Tour durch London toppen.

Aus der fixen Idee wurde ein konkreter Plan. Du kommst tatsächlich für 19.90 Euro pro Strecke und Person mit Ryanair von Weeze nach London und für weitere 5 Euro vom Flughafen mit dem Bus in die Stadt. Wenn du den ersten Flieger um 07:00 Uhr morgens nimmst, bist du gegen 10:00 Uhr in London-City. Gegen 18:00 Uhr nimmst du den Bus zurück zum Flughafen und bis um 22:00 Uhr wieder in Weeze. So bekommst du einen ganzen Tag in London. Ziemlich verrückt, aber eine sehr originelles Geschenk und für gerade mal 50 Euro pro Person.

Der Wecker klingelt, es ist 03:30 Uhr und die 7 Gehirnzellen, die gerade aufgeweckt wurden, fragen sich, was das denn soll. Irgendwo geht in meinem Kopf eine Leuchttafel an: „LONDON is calling!“ Ohhh nein, dann wird in meinem Kopf der Hauptschalter umgelegt und das volle Programm gestartet. Raus aus dem Bett, Kaffee aufsetzten, duschen, Brote schmieren. Kaum zu glauben, aber eine gute halbe Stunde später sitze ich tatsächlich im Auto, einen großen Becher Kaffee und zwei Brote „to go“ neben mir. Anfang September, um kurz nach vier ist es kalt und stockdunkel. Mein Navi führt mich über leere Straßen und Autobahnen und ein paar Minuten nach 05:00 Uhr stehe ich am Flughafen Weeze. Kurz darauf werden auch meine beiden Nichten gebracht, aufgekratzt, hibbelig, hypernervös, ein wenig Flugangst, aber sie freuen sich auf dieses Abenteuer.
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Als wir in die kahle unfreundliche Flughafenhalle gehen, bin ich ein wenig entsetzt. So früh und schon windet sich eine Schlange von müden, wartenden Menschen durch die halbe Abflughalle. Die Abwicklung geht zügig von statten, Tickets und Ausweise prüfen, Handgepäck durchleuchten, Wasserflaschen wegwerfen und nach kurzer Zeit sitzen wir auch schon im Flugzeug.
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Wir haben Glück und bekommen Fensterplätze. Ihre Müdigkeit haben meine Nichten längst vergessen und schauen sich immer wieder suchend im Flugzeug um und neugierig aus dem Fenster. Alle zwei Minuten fragen sie, wann es denn endlich los geht. Dann ist es endlich so weit, wir rollen auf die Startbahn und als das Flugzeug abhebt sind sie so nervös, das es ihnen doch noch die Sprache verschlagen hat. Was sich aber nach wenigen Minuten wieder legt. Sie drücken die Nasen an das Fenster sehen wie die Welt immer kleiner wird, bis die Wolken das Flugzeug einhüllen es nichts mehr zu sehen gibt. Aber kurz darauf ein begeistertes Jubeln, wir haben die Wolken durchbrochen und fliegen nun über ihnen weiter. Eine weiße Landschaft, wie mit Neuschnee überzogen, liegt unter uns. Dann geht am Horizont eine glutrote Sonne auf und macht aus der Wolkenlandschaft ein spektakuläres Farbenspiel in rot.
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Nach etwas mehr als einer Stunde sind wir dann auch schon in London, irgendwo am Ende der Welt. Direkt am Flughafen wechseln wir in den City-Bus, der uns innerhalb einer Stunde bis zum Bahnhof Victoria Station bringt, mitten in London.
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Jetzt kann es los gehen, wir stürzen uns auf die Sehenswürdigkeiten.
Die Towerbridge ist natürlich unser erstes Ziel.
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Wachablösung am Buckingham Palace.
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Ein Mahnmal für die Gefallenen des ersten Weltkriegs. Der Keramikkünstler Paul Cummins hat 888.246 Keramik-Mohnblumen installiert, eine für jeden gefallenen Soldaten. Mohnblumen sind im englischsprachigen Raum ein weit verbreitetes Symbol um den Gefallenen in Kriegen zu gedenken.
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Am späten Mittag haben die Mädels genug von alten Gebäuden.
Jetzt wollen sie shoppen.
Auf zum Picadelly Circus.
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Alles ist hier viel größer und toller als Zuhause.
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Ab und zu eine kleine Pause mit ein bisschen Live-Musik.
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Ein paar Cupcakes zur Stärkung.
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Um sechs sind wir wieder an Victoria Station und sind froh uns in den Bus setzten zu können. Puhhh sind wir erledigt. Trotz Rushhour und chaotischem Verkehr sind wir pünktlich wieder am Flughafen. Vom Rückflug haben wir wenig mitbekommen, denn wir waren viel zu Müde und haben nur noch vor uns hingedöst. Dann noch eine Stunde Rückfahrt mit dem Auto und gegen Mitternacht lag ich dann endlich todmüde im Bett.

Ein anstrengender aber toller Tag.

Meine Wertung: ***** verrückt, anstrengend, aber toll