Monthly Archives: Juli 2014

Gelsenkirchen – Zoom *****

19.05.2014

Ich glaube, es ist ein Karnevalslied von den Bläck Fööss in kölner Mundart: „ne Besuch im Zoo, ne wat is dat schön, …“

Ich stehe zwar nicht auf Karnevalslieder, aber recht haben die Bläck Fööss, ein Besuch im Zoo = ZOOM lohnt sich auf jeden Fall.

Der Begriff Zoom wird in der Fotografie verwendet und bedeutet näher heranbringen (kennt Ihr, Zoom-Objektiv). Man bezeichnet mit Zoom aber auch in der Biologie, den tierischen Bestand eines Bioms (Lebensgemeinschaft von Tieren und Pflanzen).

Du brauchst übrigens kein „Alibi-Kind“, um wieder einmal in den Zoo zu gehen, es macht wirklich sehr viel Spaß.

Mir gefällt besonders, daß die Tiere in Gehegen leben, die ihrem natürlichen Umfeld nachempfunden sind. Dadurch kannst du manche Tiere aber auch nur aus einer gewissen Distanz sehen. Nimm dir einen ganzen Tag Zeit, dann kannst du eine kleine Weltreise machen, von Afrika über Alaska nach Asien.

Afrika

Die „big five“, mit dem die meisten Afrika-Rundreisen werben, wirst du hier nicht erleben, es gibt keine Elefanten. Aber dafür kannst du in einer weitläufigen Steppen Zebras und Antilopen beobachten.
Wenn du in das Dorf kommst, umgibt dich eine trügerisch Ruhe,
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_001 Gelsenkirchen_Zoom_14_05_003x
denn er hält schon Ausschau nach dem Abendessen.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_005
Ihr ist das egal, sie hat von oben einen guten Überblick und lässt sich nicht überraschen,
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_011x
und die beiden tauchen einfach ab.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_029
Er steht einfach nur rum und wartet erst einmal ab, ob überhaupt etwas passiert.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_042x
Wenn du dir Zeit nimmst, dich auf eine der vielen Bänke setzt, nur in eine Richtung schaust und dir die anderen Zoobesucher einfach wegdenkst, bekommt du das Gefühl von Weite und unberührter Natur.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_031y

Alaska

Wenn du vom Krüger-Nationalpark in Südafrika nach Fairbanks in Alaska fliegen wolltest, wärst du einen ganzen Tag unterwegs, es sind mehr als 15.000 km. Im Zoom biegst du einfach um die Ecke und bist da.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_055
Da, ein junges Rentier, das neugierig durchs Unterholz streunt.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_078
Gehe über die wackelige Hängebrücke
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_058
und du kommst in das Tal der wilden Bären.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_057
Glück gehabt, sie machen gerade ihren Mittagsschlaf. Ich schleiche mich vorsichtig an ihnen vorbei.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_056x
Kurz darauf erreiche ich auch schon die Küste, an der sich die Robben sorglos in der warmen Sonne räkeln.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_065x
Sie ahnen nicht, das sie bereits auf der Speisenkarte stehen.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_072x

Asien

Ich steige noch einmal in den Flieger, dieses Mal sind es nur 10.000 km. Schon bin ich in Asien in Thailand, Indonesien, Borneo. Tropisch schwüle Luft, 30 Grad im Schatten empfängt mich, als ich aus dem Flieger steige. Gut, das ich meine dicke Winterjacke im -20 Grad kalten Alaska gelassen haben.
In Wirklichkeit sind es natürlich wieder nur ein paar Schritte um die Ecke.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_098
Wenn du durch das große Tropenhaus läufst
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_093
kommst du zu den Orang-Utans.
Gelsenkirchen_Zoom_14_05_091
Der hat es gut, er kann den ganzen Tag abhängen.
Leider geht im Tropenhaus das Gefühl von Weite und Freiheit verloren, Enge und Käfige sind sehr offensichtlich.
Im Tropenhaus fliegen viele exotische Vögel umher und wenn du nach oben schaust, wirst du unter der Glaskuppel etliche Flughunde entdecken.

Mein persönlicher Geheimtipp für einen außergewöhnlichen Abend ist das Restaurant Ryokan im Tropenhaus. Es öffnet erst um 18:00 Uhr, wenn der Zoo bereits geschlossen hat. Ich fühle mich wie in einer Lodge mitten im Tropenwald. In der dämmerigen Atmosphäre hörst du die Geräusche des Dschungels, das Zwitschern der Vögel, die Schreie der Affen und die schrillen Pfiffe der Flughunde. Besonders wenn du an einem der äußeren Tische sitzt, hast du das Gefühl, mitten mit Dschungel zu sein und kannst in der Dämmerung die nachtaktiven Flughunde beobachten.
Ich mag es sehr.

Meine Wertung: ***** unbedingt ausprobieren
Bleckstraße 64
45889 Gelsenkirchen

Witten – Zeche Nachtigall ***

28.06.2014

Die Wiege des Ruhrbergbaus.

Anfang des 17. Jahrhunderts fing hier alles an, an den Ufern der Ruhr wurden die ersten Löcher in die Hänge des Hetberg gegraben um in handwerklicher Arbeit Kohle aus dem Berg zu holen. Es dauerte fast hundert Jahre, bis die Kohle industriell abgebaut wurde und sich die Zeche Nachtigall zu einer der seinerzeit leistungsfähigsten Zechen des Reviers entwickelte. Doch bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Zeche wieder geschlossen, sie konnte sich gegenüber den Großzechen nicht behaupten.

Die Zeche Nachtigall war eine typische Stollenzeche, das heißt, es wurden Stollen waagerecht in Berg hineingebaut, um so an die Kohlenflöze zu gelangen. Das setzt natürlich voraus, dass die Lagerstätten der Kohle nicht zu tief liegen. Die meisten Zechen im Ruhrgebiet sind Schachtzechen, bei denen über einen Förderturm, wie mit einem Fahrstuhl, in die Erde gefahren wird, um dort über Stollen zu den Kohleflözen vorzudringen.

Hier geht es in den Berg hinein.
DSC_3556
So sieht es im Schacht aus.
DSC_3560

Nach der Schließung der Zeche wurden auf dem Zechengelände zwei Ringöfen errichtet in denen Tonziegelsteine gebrannt wurden. Beheizt wurden die Öfen natürlich mit Kohle.

Tonsteine aus dem Steinbruch
DSC_3623
wurden mit solchen Steinmühlen
DSC_3641
zu feinem Staub zermahlen und dann mit hohem Druck in Form der Ziegelsteine gepresst. Die gepressten Steine wurden dann im Ofen aufgestapelt und bei 900 Grad gebacken.
DSC_3640
Der Ofen wird von unten mit den Ziegeln bestückt und von oben, durch Öffnungen, mit Kohle beheizt.
DSC_3608x
1963 wurde dann auch die Ziegelei endgültig geschlossen.
DSC_3575x

Meine Wertung: ***** gut
Nachtigallstraße 35
58452 Witten